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Der Israelit · 1900-06-18 · Heft 49 (18.6.1900) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 49 (18.6.1900)
Date
1900-06-18
Page
– (sequence 20)
Language
German
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1010 '■tvmuw**' ZettungSpachrichte« und Correspondenzen. Deutschland. Frankfurt a. M. Dem zwölften Bericht des Vereins „Lemaan Zion (Palästinenischer Hilfsverein)" entnehmen wir: In unserem letzten Berichte betonten wir, wie wichtig eine kräftige Unterstützung der Industrie für die Wohlfahrt des heiligen Landes sei, und wie sehr wir bedauerten, daß die Geringfügigkeit unserer Mittel uns ein erfolgreiches Eintreten unmöglich machten. Leider haben unsere finanziellen Verhältnisse sich im Jahre 1899 abermals verschlechtert. Aber dennoch sind wir nicht müßig gewesen. Was unsere Fürsorge für arme Kranken betrifft, so hatten wir im Jahre 1899 für Arzt und Apotheke ca. 7600 Frs. aufzuwenden, welchem Betrage nur 416 Mk. an Gaben gegenüber stehen. Hochbedauerlich ist es, daß gerade für diesen Zweck die Spenden von Jahr zu Jahr abnehmen. Für ärztliche Hülfe in Safed bewilligten wir 240 Mk., für den Arzt in Hebron 100 Mk. und sandten dieser Gemeinde für 126 Frs. Arzneien gratis. In unserer Klinik zu Jerusalem wurden in dem Berichtsjahre 21686 Kranke behandelt, und verschiedenen Aerzten 6781 Besuche honorirt, wovon 1099 den Patienten gar nicht, 4682 mit etwa 18 Pfg. berechnet wurden. In der Apotheke wurden 2969 Rezepte gratis, 11,386 zu ca. 14 Pfg. abgegeben. Die bedeutende Zunahme der Kranken und der Rezepte erklärt es, daß die Ausgaben um Frs. 1900 größer sind als im Vorjahre. Dem Hospital in Jaffa konnten wir Mk. 1233 auszahlen, die uns von Herrn Baron Wilh. v. Rothschild, dem Comitee für die russischen Juden, Herrn Jacob Sichel u. a. zugewendet worden waren. Das russische Comitee übergab uns ferner anläßlich der zu Anfang des Jahres herrschenden Theuerung Frs. 600 für die Hungernden. Dem Unterricht in der Landessprache widmen wir nach wie vor volle Aufmerksamkeit. Derselbe findet sowohl in Jerusalem als in Hebron statt, und beanspruchte ca. Frs 1300. Für den Thora-Unterricht der Lehrlinge verausgabten wir ca. Frs. 300. Siebenundvierzig Lehrlingen zahlten wir das Lehrgeld mit Frs. 1870. Für acht Darlehen verwendeten wir Frs. 860, denen Frs. 1600 Rückzahlungen gegenüber stehen. Frs. 220 wurden auf Anordnung des Lokalkomitees als uneinbringlich gestrichen. Für Unterstützungen verausgabte das Lokalkomitee in Jerusalem außerdem ca. Frs. 680. Für den Lehrer und Schächter in Ramleh, das Bad und andere Unkosten daselbst wendeten wir ca. Frs. 200 auf. Sodann bewilligten wir einem jungen Mann aus Jerusalem zur Beendigung seiner juristischen Studien in Constantinopel Mk. 200. Zu erwähnen ist noch, daß wir den Herren Rafalowitsch und Sachs in Jerusalem zur Herausgabe eines Albums von Palästina mit 80 von den genannten Herren photographisch aufgenommenen und trefflich ausgeführten Ansichten einen Vorschuß von 400 Mk. gewährten. Wir können dieses Werk allen Freunden des heiligen Landes auf's Wärmste empfehlen. Wir danken allen Denjenigen, welche uns durch Beiträge und Spenden in den Stand setzten, zum Wohle unserer Glaubensgenossen im heiligen Lande thätig zu sein. Insbesondere drücken wir unsere Erkenntlichkeit unserem eifrigen Verwaltungsmitglied, Herrn Bezirksrabbiner Dr. S a l v e n d i in Dürkheim, aus, der unserer Kasse im Jahre 1899 wieder Mk. 3100 zuführte. Hätten wir viele Freunde, die so erfolgreich sich für unseren Verein bemühten, dann würden wir nicht unsere Bilanz mit einem so großen Fehlbetrag abgeschlossen haben. Unseren Ausgaben in Höhe von Mk. 20,360 stehen nur Mk. 11,966 Einnahmen gegenüber, und unser Kassenbestand ist aus Mk. 6695 geschmolzen.' Wir richten deßhalb an alle Glaubensgenossen, die es mit dem heiligen Lande wohl meinen, die dringende Bitte, uns durch Jahresbeiträge und Spenden zu unterstützen. Es gibt ja so viele Gelegenheiten im Leben, wo das jüdische Herz zum Geben drängt. Denken Sie dann auch an Jerusalem, und seien Sie versichert, daß Ihre Gaben durch unsern Verein eine richtige Verwendung finden werden. Briefkasten der Redaction. M. G. in R.: 12 Mai 1888 gleich 2. Siwan 5648, 16. October 1888 gleich 14. Cheschwan 5649, 21. März 1881 gleich Adar II 5641, 16. November 1878 gleich 20. Cheschwan 5639. Fanden die betreffenden Ereignisse nach Anbruch der Nacht statt, so sind natürlich die jütischen Daten um einen Tag später zu setzen. A. D. in Sz.: Ihre Frage müssen Sie an einen tüchtigen Talmudgelehrten Ihres Landes richten. Hier sind die nähere Verhältnisse und die Geschichte der israel. Gemeinde maßgebend. Es ist hier auf kurze schriftliche Mitlhellung hin nicht zu entscheiden. H. I. K. in M.: Wie sich die ^ache auch immer verhält, so nennen Sie den Chower-Titel zur Vermeidung von Streitigkeiten und anderer Weiterungen. Ihren werthen Brief haben wir sehr aufmerksam gelesen. F. W. : Nein. Briefkasten der Expedition. G. in A.: Betrag von M. 32 dankend empfangen. Auf mehrfache Anfragen theilen wir mit, daß jeder unserer geehrten Abonnenten, der am 24. oder 25. Juni, den Tagen der Guten bergfeier, eine illustrirte Festpostkarte, auf denen Photographien des Festzugs oder sonstige Abbildungen sich befinden, von hier abgestempelt zu erhalten wünscht, unS 15 Pfg. in Briefmarken nebst genauer Adresse einzusenden beliebe. Falls die offizielle Postkarte gewünscht wird, sind 20 Pfg. zu senden. Exped. d. „Israelit," Mainz. Verantwortliche Redaction Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'scheu Hosbuchdruckerei Actien-Gesellschaft in Mainz.

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