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Der Israelit · 1900-06-07 · Heft 46 (7.6.1900) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 46 (7.6.1900)
Date
1900-06-07
Page
– (sequence 25)
Language
German
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«n.. -■ 4L Jahrgang. Dritte Beilage zu 46 ües „IsruM". Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin, 27. Mai. (I üdisches Genesungsheim Berlin.) Eine glänzende Feier war es, welche heute Vormittag die Gönner, Mitglieder und Gäste des Vereins „Jüd. Genesungsheim Berlin" — cs mögen etwa 150 Personen gewesen sein — zur Einweihung des neuerrichteten eigenen Heims in Lehnitz vereinigte. Die Pfleglinge des Heims hatten vor dem festlich geschmückten Gebäude Aufstellung genommen, um die Erschienenen zu begrüßen, und aus ihren freudenstrahlenden Gesichtern und dankbaren Blicken tonnte man unschwer entnehmen, daß ihnen der Aufenthalt sehr gut gefällt. Der zur Feier geladene Landrath hatte sein Ausbleiben wegen Behinderung entschuldigen lassen, die Ortsbehörde war officiell durch den Amtsvorsteher Herrn Fröhlich vertreten. Auch der Oberbürgermeister von Berlin hatte zu seinem Bedauern absagen müssen. Voin Vorstand der jüdischen Gemeinde waren die Herren I a c o b y , Dr. Lachmann, Mecklenburg, Eisner und Solmitz, vom Repräsentantentollegium die Herren Pros. B a g i n s k y und Adolph Mayer erschienen. Tie Herren Martin S i m o n und Stadtverordneter Louis Sachs waren in ihrer Eigenschaft als Vorsitzende des Vereins anwesend. Von bekannteren Persönlichkeiten bemerkten wir noch u. a. die Herren Stadtrath Dr. M ii n st e r b e r g , vom jüdischen Krankenhaus die leitenden Aerzte Prof. I s r a e l und Sanitätsrath Lazarus, ferner Sanitätsrath N e u m a n n in jugendlicher Frische, Sanitätsrath M a r e tz k i, Handelsrichter Hugo Heil m a n n , Prof. B e h r e n d. Von den Erbauern des Hauses saben wir den Baumeister H ö n i g e r. Ein reicher Damenslor hob das glanzvolle Bild, welches die Feier bot. Nach dem einleitenden Gesänge „Wie schön sind Deine Zelte, Jacob", der vom Synagogenchor Lindenstraße, unter Leitung des Dirigenten Will. Wolfs, sehr wirksam ausgesührt wurde, begrüßte der erste Vorsitzende des Vereins, Martin Simon, die Erschienenen und gab die Entstehungsgeschichte des Vereins, der bereits in Briese und in Lehnitz in Miethsräumen 239 Patienten mit bestem Erfolge gepflegt hat, und betonte, daß selbst die Hoffnungssreudigsten nicht anzunehmen gewagt hätten, daß das Zukunftsbild eines eigenen Heims so bald eine Verwirklichung finden würde. In schwungvollen Worten feierte er alsdann die hochherzigen Spender, Herrn Louis Sachs und Frau, die, gewohnt den Leidenden nicht mit kleinen Mitteln beizustehen, gar bald den Gedanken der Rothwendigkeit der Errichtung eines eigenen Heims aufnabmen und anläßlich ihrer Silberhochzeit das Heim in Lehnitz bei Oranienburg auf einem dicht am waldumrauschten märkischen See prächtig gelegenen, sieben Morgen großen Terrain stifteten, ohne auch nur die geringsten Vorrechte für sich in Anspruch zu nehmen. Das Heim ist bestimmt für Schwache und Leidende, die in ihm Labung und Genesung finden sollen, um, gestärkt und mit neuen Hoffnungen beseelt, in den Kreis ihrer Familie und ihrer Pflichten zurückzukehren. Es ist ferner gedacht als Zufluchtsstätte, um das religiöse Zartgefühl zu schonen, wie es nur in einem eigens eingerichteten Hause gewährt werden kann. Wenn auch Zunächst für Glaubensgenossen bestimmt, soll es jedoch keineswegs gegen Andersgläubige, die dort Aufnahine nachsuchen, sich abschließen. Das Eomitee des Vereins glaubte sein Versprechen, das Haus im Geiste derer, die es ins Leben gerufen, getreulich zu verwalten, nicht besser bekräftigen zu können, als dadurch, daß es den Namen des Spenderpaares auf ewige Zeiten mit dem Heim verknüpfte und den Stiftern die immerwährende Ehrenmitgliedschaft verlieh. Mit einem herzlichen Dank an alle Diejenigen, die das Werk gefördert und unterstützt haben, verband der Redner den Wunsch, daß das Heim unter Gottes Beistand sich zum Segen erweisen möge allen Leidenden, zur glückseligen Befriedigung seiner Stifter, zur Nacheiferung für kommende Geschlechter und zur Freude aller, die in Wohlwollen sich ihm nahen werden. Nach abermaligem Ehorgesang und nach einem init lebhaftem Beifall ausgenommenen Gedicht, das den Dank der Pfleglinge gegen die Stifter zum Ausdruck brachte und das von einein der Pfleglinge, Fräulein Berger, mit Innigkeit und Verständniß vorgetragen wurde, hielt Rabbiner Dr. E f ch e l b a ch e r die Weiherede. In warmen, von Humanität getragenen Worten führte der Redner die Ziele und Bestimmung des Hauses vor, das er als ein Glied der großen Kette der Wohlthätigkeitseinrichtungen der jiidischen Gemeinde bezeichnete und als ein aus der Initiative eines edlen Ehepaares hervorgegangenes Werk feierte zum Tank für die ungetrübte Lebensgemeinschaft eines Vierteljahrhunderts, zum Dank für die Innigkeit der Freude und des Glückes, das ihnen zu Theil geworden ist. Mit einem Dankgebet an Gott und mit der Bitte um Segen für den Landessiirsten, der in Kraft seines Amtes waltet, der für den Frieden draußen wirkt und alle Kräfte des Volkes sammeln tvill, auf daß Wohlfahrt und Eintracht sich überall erheben, für die Behörden und für alle guten und edlen Bestrebungen, schloß der Redner seine wirkungsvolle Ansprache. Chorgesang beendete die glanzvolle Feier. An dieselbe schloß sich, nachdem eine kurze Labung

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