Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 44-45 (31.5.1900)
- Date
- 1900-05-31
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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»13 selbe nicht jüdischen Ursprunges sei. Diese Offenheit konnte einen noch mit der Sache einigermaßen auSsöhnen. Dr. Schmiedel dagegen sah sich veranlaßt, für den jüdischen Charakter der Confirmation manche Lanze zu zersplittern. So führte er in seiner Ansprache aus, die Confirmation sei zwar vom Christenthum importirt, nachdem wir dieselbe an letzteres cxportirt!! hätten. Denn die nircv 12 wäre doch ursprünglich eine Stiftung des Judenthums. Sehr schön!! Aber wo in aller Welt ist denn gehört worden, daß nur Mädchen, aber nicht Knaben -12 mitn werden, und daß dies bei solchen ganz verschiedenen Alter?, wie auf einen Schlag durch den Ausspruch des ehrwürdigen Rabbiners erfolgt! Herr Rabbiner Schmiedel könnte auch nächstens, — wenn er die Dinge von diesem Standpunkte betrachtet, — Taufen vornehmen. Es wird ihm doch nicht unbekannt sein, daß dieselben mit der .n^2v, die bei Aufnahme ins Judenthum zu erfolgen hat, im Zusammenhangs steht. Es wäre ihm damit ein erträgnißreiches Gebiet neuer Sporteln erschlosien!! — England. London, 26. Mai. Wie da8 „Jewish Chronicle" mittheilt, gehört zum Stabe des General Frenfch ein Kundschafter Sergeant-Major Morris, welcher ein Israelit und ein Sohn eines Rabbiners ist, der früher in London thätig war und jetzt in New Jersey (Nord-Amerika) wirkt. „Darkie" Morris, wie er genannt wird, ist jetzt 30 Jahre alt. Er lief, als er 13 Jahre alt war, seinem Vater davon, trat in die englische Marine ein und diente 1885 bei der Marinebrigade im Sudan. Er trat nachher aus der Marine aus, ging nach Johannesburg, wurde dort Feuerwehrmann und ließ sich darauf in die rhodesische Polizeitruppe aufnehmen, und in dieser Stellung betheiligte er sich an dem Jameson'schen Raid. Er gehörte zu den Wenigen, denen es gelang, bei Krügersdorp zu entkommen. Er kam nach Bulawayo zurück und machte dann den Matabele-Feldzug mit. Er besuchte seine Eltern in Amerika, trat in die amerikanische Marine ein und nahm in den kubanischen Gewässern am Kriege gegen Spanien theil. Nachdem Kuba von den Amerikanern genommen war, verließ Morris die amerikanische Marine und ging als amerikanischer Kavallerist nach Manilla. Beim Ausbruch des Krieges in Südafrika verließ er die Philippinen und ließ sich in ein englisches irreguläres Corps anwerben. In Südafrika avaneirte er bald zum Sergeant-Major, Kitchener nahm ihn mit sich nach Prieska und belobte ihn für die Art, wie er seine Leute zu führen verstand. — Wie das „Jewish Chronicle" ferner hervorhebt, gebührt ein Hauptverdienst daran, daß Mafeking sich sieben Monate zu halten vermochte, der Firma Julius Weil u. Co., welche, ohne von der englischen Regierung dazu veranlaßt oder ermuthigt zu sein, für 100,000 Pfund Sterling Proviant und Fourage in Mafeking vorräthig hielt. Einer der Inhaber der Firma, Ben Weil, der während der Belagerung in Mafeking eingeschloffen war, besorgte die Venheilung der Rationen, während ein Bruder von ihm, Major Sam Weil, sich als Intendantur-Offizier bei Oberst Mahons Eatsatztruppe befand. Letzterer leitete bereits 1884 bei der Warren'schen Expedition das Jntendanturwefen. Dann diente er als freiwilliger Offizier im Matabele-Feldzuge und erhielt nach Beendigung desselben von seinen Kameraden einen Ehrensäbel. Während des gegenwärtigen Feldzuges diente Major Sam Weil bei den Brabanischen Reitern und bei der Aeomanry, ehe er sich der Mahonschen Entsatztruppe anschloß, die auch seinen Bruder aus der Belagerung befreite. Palästina. Safed. Sehr wichtig ist die folgende Nachricht, wenn sie authentisch ist. Der Kaimakam von hier äußerte dem Correspondenten der „Hazesirah" gegenüber: Se. Majestät der Sultan will den Eintritt nach Palästina und Syrien auswärtigen Juden gestatten, die sich daselbst ansiedeln wollen, wenn sie in Konftantinopel oder Beiruth die schriftliche Erklärung abgeben, daß sie ihre bisherige Nationalität aufgeben und die türkische dauernd und bedingungslos annehmen. Diese Nachricht ist, wie man sich denken kann, für die Kolonisation Palästinas von der höchsten Wichtigkeit, und wir wünschten wohl, daß sie sich bestätigen möchte. Da wäre eine Zufluchtsstätte für die rumänischen Juden geschaffen, wie sie passender kaum gedacht werden kann. Be« kanntlich hat der Sultan gerade den Juden aus Rumänien auch in der Türkei schon gastfreundliche Aufnahme und Hilfe gewährt. Soolbad Harzburg Pension par/(haus. Mit Genehmigung Sr. Ehrwürden Herrn Landrabb. Dr. Rülf, Braunschweig unter Aufsicht Sr. Ehrw. Herrn Rabb. Dr. Auerbach» Halberstadt.- Neu erbautes, streng rituelles» vornehmes, ruhiges Haus I. Ranges. - Volle Pension incl. Wohnung von 6,50 Mk. an. — 46 elegante Salons mit Balkons. — El'tra gute Vervflegung. — Jeden Samstag Gottesdienst. — Eigene neu erbaute Synagoge im Parke des Hotels. [3546 Geöffnet vom 15. Mai bis 1 Oktober. Lesitrer: Max liecht.