Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 44-45 (31.5.1900)
- Date
- 1900-05-31
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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41. Jahrgang. Zweite Beil. M JSs 44 Z- 45 des „Israelit". Literarische Umschau. Zeitschrift für hebräische Bibliographie. Unter Mitwirkung namhafter Gelehrter herausgegeben von Dr A. Freimann und Dr. H. Brobh. IV. Jahrg. Nr. 1. I. Kauffmann, Frankfurt a. M. 1900. Abonnement 6 M., jährlich. Mit großer Freude begrüßen wir das Wiedererscheinen der bibliographischen Zeitschrift. Vor vier Jahren hat Herr Dr. Heinrich Brody, ein sehr geschätzter junger Gelehrter, das Unternehmen des berühmten Bibliographen Steinschneider, in sechs Nummern einer Zeitschrift alljährlich einen Ueberblick über sämmtliche das Judenthum betreffenden literarischen Erscheinungen zu geben, aufs Neue begonnen und dreiJahre hindurch hat er verstanden seineZeitschrift für hebräische Bibliographie auf der Höhe des bekannten Hamaskir Steinschneiders zu halten. Vornehmlich durch die Uebernahme eines Rabbinats ward Herrn Dr. Brody die Arbeit des Redacteurs einer so viel Sorgfalt und Studium erfordernden Zeitschrift zu schwer und mußte er eine einjährige Pause in dem Erscheinen der Zeitschrift eintreten lassen. Jetzt ist es dem früheren Redakteur im Verein mit der rührigen Verlagshandlung Kauffmann in Frankfurt a. M. gelungen, in dem Beamten der Frankfurter Stadtbibliothek Herrn Dr. Fceimann eine bewährte erste Kraft zur Fortsetzung des literarisch hochwichtigen Unternehmens zu finden. Freimann und Brody zeichnen in dem jüngst erschienenen ersten Heft des vierten Jahrgangs gemeinschaftlich als Herausgeber, und der greise Steinschneider zeigt durch Fortsetzung einer werthvollen Abhandlung, daß er auch in Zukunft der Zeitschrift als Freund und Mitarbeiter zur Seite steht. Das erste Heft enthält zunächst Nachträge für die Erscheinungen der letzten drei Jahrgänge und mußten die Herausgeber für düse Nummer wegen des gehäuften Materials im Allgemeinen auf Recensionen verzichten. Deffenungeachtet finden wir darin eine hochinteressante Rccension unseres Mitarbeiters Rabb. Dr. Ackermann in Brandenburg, die bei dieser Gelegenheit uns eine vortreffliche Abhandlung über synagogale Musik bietet. Die besonderen Aufsätze „Christliche Hebräisten von Steinschneider, Mittheilungen aus handschriftlichen Bibelcommentaren von Poznanski, Elasar ben Jakob ha-Babli von Brody u. A. haben wir mit großer Aufmerksamkeit gelesen. Wir hoffen, daß das jüdische Publikum das Wiederaufleben dieser bibliographischen Zeitschrift mit Freude begrüßt und durch seine Theilnahme diesem der Wissenschaft so werthvollen Unternehmen stets Blüthe für jetzt und die Zukunft sichert. Biographie -es R. Jehuda Moscato, Rabbiner in Mantua, mit besonderem Hinweis auf feine Bedeutung und seine Werke von Abe Apfelbaum, Leiter der hebr. Schule „Teudat Israel in Rzeßow, A. H. Zupnik, Drohobycz 1900 (hebr.) In fesselnder Weise versteht es der Verfasser uns über den Lebensgang Moscato's, feine Bedeutung, sowie seine italienischen Zeitgenossen zu unterhalten. Jeder Leser des Kusari wird sich gern über die Lebensschicksale seines bekanntesten Kommentators, des Verfassers des Kol Jehuda unterrichten. Auch die vielen Freunde der herrlichen Drafchot-Sammlung, Nephuzot Jehuda, werden gern Näheres über diesen großen jüdischen Prediger des 16. Jahrhunderts hören. Die weitgehendsten Fragen über die Schicksale und die Zeit seines Helden sucht der Verfasser zu beantworten. Wir empfehlen sein Werk den Freunden jüdischer Literaturgeschichte aufs Wärmste. Der Werth dieser Schrift wird durch neu herausgegebene Gedichte R. Jehuda Moscato's über die Herzogin von Savoyen noch erhöht. Bacher. Die Agava der Palästinensischen Amoräer. Dritter Band. Die letzten Amoräer des heiligen Landes. Vom Anfänge des 4. bis zum Anfänge des 5. Jahrh.) Straßburg i. E. Tr übner 1899. Mit Freude begrüßen wir den Schlußband des gewaltigen Werkes, das ein Zeugniß ist des wissenschaftlichen Sinnes, des unermüdlichen Fleißes und der bewundernswerthen Umsicht seines Verfassers. Die Agada der Tannaim und der babylonischen und palästinensischen Amoroim, so dürste der Gesammttitel dieser Agadaschriften Bachers lauten, die jetzt vollendet vor uns liegen. Im Jahre 1978 wurde die Reihe mit einem Bande über „Die Agada der babylonischen Amoräer" eröffnet. 1884 und 1890 folgten die zwei Bände „Die Agada der Tannaiten" 1692, 1896, 1899 machten die drei stattlichen Bände „Die Agada der palästinensischen Amoräer" den Schluß. Man steht, wie ungern sich der gelehrte Verfasser von dieser Arbeit trennt, wenn man in der Vorrede zum vorliegenden Bande die beherzigenswerthe Winke liest, die er dem Nachfolger