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Der Israelit · 1900-05-31 · Heft 44-45 (31.5.1900) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 44-45 (31.5.1900)
Date
1900-05-31
Page
– (sequence 1)
Language
German
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4L Jahrgang. Jfä 44 & 45« Der Israelit. Ein Kentrat-Hrgan für das orthodoxe Zudenthum. Begründet von Dr. ITeFr warnt in Mainz Donnerstag, den 31. Mai 5660(1900). Wir geben heute eine Doppelnummer, da des heiligen Schavuothfestes wegen die nächste Nummer Mittwoch , den 6. Juni, erscheint. Leitender Artikel. „Jeder bei seiner Lahne!" Von Rabb. Dr. Ackermann in Brandenburg a. H. Es ist gewiß kein Zufall, daß an dem Sabbat, der unserem Schowuothfest unmittelbar vorhergeht, stets jener Thoraabschnitt verlesen wird, der von den Lagerordnungen Israels in der Wüste handelt. Gar manche Brücke führt von den Berichten dieser das vierte Thorabuch beginnenden Sidra zu den erhabenen Vorgängen des sechsten Siwan hinüber so wie zu den hohen Ideen, die an diesem Tage der Welt geboren wurden. Keine dieser Verbindungen aber erscheint so schön und klar, wie die in folgenden Schriftve^sen sich bietende: :bv rrnsi iruna bv tmx uz um uz mv bv mm ab) nnsm z'zd um a^m : rinyn pe»a moK»o ns a^n natsn „Es sollen lagern die Kinder Israel, jeder bei seinem Lager, und jeder bei seiner Fahne nach ihren Heeren. Und die Leviten sollen lagern rings um die Wohnung des Zeugnisses, damit kein Zorn komme auf die Gemeinde der Kinder Israel und es sollen beobachten die Leviten die Bewahrung der Wohnung des Zeugnisses." Ein Doppeltes ist es, was uns hier berichtet wird, einmal die Lagerordnung Israels im Allgemeinen und dann die des Levitenstammes im Besonderen. Und zwiefach ist auch der ewige Gedanke, der uns in dieser Lagerordnung versinnbildlicht wird. Zunächst charakterisirt sie uns die Aufgabe Israels im Allgemeinen. Die Weisheit unserer Alten aber hat uns den Inhalt dieser Aufgabe so wie die Art ihrer Erfüllung in einer wunderbaren Erzählung dargelegt: bv mzzn :cy nm u’d in bv nzpn rr^u&r iwz a^n c^n nntry a^z im. In der Stunde, da der Heilige, gelobt sei Er, sich auf den Sinai niederließ, um Israel die Thora zu geben, stiegen mit Ihm Myriaden von Engelsschaaren herab und sie alle erschienen in viele Gruppen um Fahnen gelagert. Bei diesem Anblick ward Israel von der unwiderstehlichen Sehnsucht ergriffen, gleich den Engeln um Fahnen geschaart zu werden und es trug diesen seinen Wunsch dem Heiligen, gelobt sei Er, mit ergebungsvollen Worten vor. „Fürwahr", erwiederte Gott, „ich erfülle euren Wunsch!" Und alsbald gebot Gott Mosche, Israel nach dem himmlischen Vorbild, welches sie erblickt hatten, um Fahnen zu schaaren. Die Völker aber, als sie die wunderbar-heilige Ordnung in Israels Mitte gewahrten, blickten staunend auf das kleine Volk; sie versuchten, durch Schmeichelreden und Verführungskünste Israel aus seiner gottgeschaffenen Ordnung herauszureißen, indem sie ihm Führerstellen in ihrer eigenen Mitte anboten. Vergebens! Israel blieb fest und wies voll innigen Vertrauens auf die unendlichen Wohlthaten seines göttlichen Führers hin, denen sich keine irdische Wohlthat zur Seite zu stellen vermöchte. (Frei nach Midrasch rabba Bemidbar II, 2 u. 3.) Wie bedeutsam erscheint dieser Midrasch, wenn er den Ursprung jener Lagerordnung Israels in den Moment verlegt, in welchem Israel das göttliche Gesetz zu empfangen sich anschickte! Und wie sinnig zugleich, wenn ec die himmlischen Heerschaaren als Muster für diese Ordnung aufstellt! Jenes göttliche Gesetz war ja allein der Mittelpunkt, um den Israel sich zu schaaren hatte; in weitem Umkreis lagerten um ihn die Stämme mit ihren Fahnen. Und so wie die himmlischen Heerschaaren ihre Fahnen zur Ehre des Allherrn schwangen, der auf den Sinai

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