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Der Israelit · 1900-05-21 · Heft 41 (21.5.1900) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 41 (21.5.1900)
Date
1900-05-21
Page
– (sequence 9)
Language
German
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41* Jahrgang. -erläge ju M 41 -es „Israelit". Leitender Artikel. Rabbi Alichael Fürth (Fortsetzung und Schluß.) H a n a li, 15. Mal Seine an und für sich reichhaltige Bibliothek suchte er immer zu vergrößern, es war ihm kein Buch zu theuer. „Nicht zur Zierde oder zum Ausfällen leerer Regale," sagte er, „sondern zum Lernen erwarb ich mir dieselben." lind in der That wurden diese auch fleißig benützt. Besuche von Talmide Chachomim ivaren ihm stets willkommen, für jeden wußte er in liebenswürdiger Weise ein Wörtchen. Selten blieb er eine Antwort schuldig. Im zunehmenden Alter hat seine Körperkraft nachgelasten, desto frischer war sein klarer Geist, und blieb „rodef achar Mizwoth" wie zuvor. In den letzten Jahren war es ihm nicht mehr möglich die Synagoge regelmäßig zu besuchen. Um der Mizwas Tefilloh bezibur gerecht zu werden, hielt er attsabbathlich Privatminjnn im eigenen Hause ab. In dieser Hinsicht war ihm kein Opfer zu viel. Nach menschlicher Anerkennung und Zustimmung trug der Entschlafene kein Verlangen. Doch merkwürdig! Auch diese blieb ihm schließlich, obwohl er zuweilen verkannt und mißdeutet worden war, nicht aus. Die Achtung und Verehrung, die man ihm bei seiner Beerdigung entgegenbrachte, rechtfertigt vorstehende Behauptung auf's Glänzendste. Bei der K'wuro betheiligten sich die Honorationen der Stadt, der Kgl. Landrath und die ganze K'hillo. Aber auch aus Nah und Fern waren Verwandte, Freunde und zahlreiche Bekannte herbeigeeilt, um dem Verewigten die letzte Ehre zu erweisen. Bevor die sterblichen Reste des Entschlafenen aus dem Hause zur letzten Ruhe verbracht wurden, würdigte Herr Rabbiner Dr. H o r o v i tz — Frankfurt tiefergriffen die vielen Verdienste und hochragenden Eigenschaften in gedankenreicher und formvollendeter Rede. In Anlehnung an das Wort Rab. Gamliels: - ni:» „Schön ist Thorastudium vereint mit weltlicher Bildung", wies Redner darauf hin, daß der Edle die Zierde der Hanauer Lomdim gewesen ist. Auf den beiden, alles umfassenden Gebieten, wie sie Thora und Derech Erez darstellen, hat er eine wahre Fülle von Kenntnissen besessen. In edler Weise habe der *hj?; Thora und Derech Erez vereinigen lassen. Infolge seiner großen Bescheidenheit war es möglich, daß gelehrte Männer lange Zeit mit ihm verkehren mußten, um zu erkennen, daß in dem einfachen schlichten Manne ein großer Schatz jüdischen Wissens verborgen, wodurch er manchen Rabbiner beschämte. Seine Wissensschätze hat er im Sinne des Wortes erarbeitet! 'xtr m:ri b 2 1:1 nssSt: nvx Er hatte sich die Art des Lernens vom großen Altonaer Rav zu eigen gemacht. Aus dem tiefen Thoraschachte wußte er mit kundigem Geiste die verborgenen Edelsteine nicht nur herauszuholen und in einer ihm eigentßümlichen Art zu bearbeiten, sondern auch zu verwerthen. Ihm war das Lernen eine nvxbv, eine k ü n st l e r i s ch e, aber keine handwerksmäßige Arbeit. Nicht zum kleinsten Theile hatte er seine Gründlichkeit im Limud dem geschäftlichen Leben zu danken. Aus der Thora lernte er für Derecherez u. umgekehrt. Da Letzterem die Täuschung anderer wi die Selbsttäuschung gefährlich ist, so wirkte es als ein guter Wegweiser für ein gewissenhaftes Studium. Das Blendende und Glänzende konnte ihn nicht verlocken, er forschte und suchte nur nach dem Schlichten und Gediegenen. Die Gemeinde Hanau, die vor Jahrzehnten so große Lomdim aufzuweisen hatte, ist jetzt ihrer Zierde beraubt worden, w Tsxn nv D'prwn iwi vE cvb imr; rpny „Der Mensch sage nicht, ich habe dieses oder jenes Ziel." Alle seine Pläne und Absichten sollen sich dem Haupt- und Endziele xt» a&b unterstellen. Auch diese Forderung unserer Weisen s. A. hat der Verblichene im Leben voll und ganz bethätigt. Er liebte den Frieden, ohne jedoch seine Ueberzeugung dem Wunsch nach Frieden zu opfern. Seine Kämpfe hat er nur im Namen und für den Namen Gottes geführt. Die Traditionen der Hanauer Khille in ihrer alten jüdischen Reinheit und Echtheit hat er stets verfochten, ohne nach rechts oder nach links zu schauen. An ihm bewährte sich die Wahrheit der Worte '':i orv'ce vmvx msT Redner gibt nun eine Schilderung des Lebens und Bildungsganges des edlen Mannes, betont vor allem aber dessen edle Art. die Menschen zu umfassen. Hinweisend auf die Worte: enx* dhw Hrrv nrm ivr? ’jk zeichnet Redner sein schönes, echt jüdisches Gedankenleben. Wenn er auch mitten aus seinem schaffensfreudigen Leben hinweggenommen ward, wenn er darum Manches als Bruchstücke und Fragmente verließ, so wird ihm doch für seine unausgeführt gebliebenen guten Gedanken die vollwerthige Münze vollendeter That zu Theil werden. Redner knüpft nun an das Verabredungszeichen zwischen Jebonathan und David an und stellt die „Pfeile" als Svmbole der menschlichen Pläne hin, die vom menschlichen Geiste ja auch in die Ferne und Weite entsendet werden. Die Absichten und die Gedanken des Verklärten nun haben sich niemals pvv, in von Gott abschweifender Ferne, sondern “rn 2'v zwischen

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