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Der Israelit · 1900-05-17 · Heft 40 (17.5.1900) · page 36

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 40 (17.5.1900)
Date
1900-05-17
Page
– (sequence 36)
Language
German
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In den jüdischen Kolonien hat die Anpflanzung der Ethrogfrucht erst begonnen und unsere Kolonisten können vor Ablauf von drei bis vier Jahren wegen des - Verbotes keine Ethrogim zum Export liefern. Es wäre also verkehrt, wenn man gegenwärtig den Ankauf palästinensischer Ethrogim als Unterstützung der Kolonisation betrachten wollte. Vorläufig kann der Handel mit dieser Frucht den Kolonisten nicht zu Gute kommen. Allein wenn wir auch diese Frucht vorläufig noch von den Arabern kaufen, so mögen sich die Käufer in Europa dadurch nicht abhalten lassen, denn viele jüdische Familien finden dadurch lohnenden Erwerb. Schon gegenwärtig sind 4—5 Pflanzungen in jüdischen Händen, und diese werden sich mit der Zeit vermehren. Die Händler Europas mögen jedoch stets so vorsichtig sein, gute und dauerhafte Früchte zu bestellen, damit nicht durch den Export schlechter Waare das ganze Geschäft lahm gelegt werde. Durch Zusammenwirken von Rabbinern, Vereinen von „Zionsfreunden“ und wohlwollenden Kanfleuten könnte der Export von Ethrogim zu einem lohnenden Erwerbszweige erweitert werden. Palästina könnte denBedarf von ganz Jsrael decken, und jeder Jsraelite das Gottesgebot mit der Frucht unseres Landes erfüllen: — DD*? Dnnp^V IV. Seifenfabrikation. [Bemerkung des Uebersetzers. Der Verfasser giebt hier noch einen historischen Rückblick über die Fabrikation von Seife, eine ausführliche Abhandlung über die chemischen Prozesse, welche bei der Fabrikation vor sich gehen, welche nur für den Fachmann von Interesse sind, und die darum hier übergangen werden können. Wir geben deshalb nur den Schluss dieser Abhandlung] In Palästina wird die Seife aus Olivenöl noch nach derselben Methode fabrizirt, wie vor Jahrhunderten. Die palästinensische Seife zeichnet sich durch grosse Reinheit aus, und übertrifft die vielfach gefälschte Seife aller anderen Länder. Dennoch hat der Export unserer Seife, welcher namentlich nach Egypten hin ziemlich bedeutend war, in den letzten Jahren abgenommen, weil die verfälschten Fabrikate anderer Länder wegen ihrer Billigkeit unseren guten und reinen Fabrikaten vorgezogen werden. Sollten jedoch unsere Glaubensgenossen sich für Hebung dieses Industriezweiges interessiren, so können wir ihnen nur rathen, modern ausgestattete Seifensiedereien in Palästina anzulegen. Es sind die Fabriken jedoch am besten in ölreichen Gegenden anzulegen: in der Gegend von Nablus (Sichern), in dem Gebirge Juda, Bethlehem, Betgal ia, Ejekerem und Lydda; besondere Beachtung verdienen auch die ölreichen galliläischen Städte. V. Weinbau. In unserem Artikel über Seifenfabrikation haben wir über die Anpflanzung der Oelbäume, die Gewinnung der Kalikräuter und der übrigen zu dieser Industrie nöthigen Stoffe nicht weiter gesprochen, weil alle diese Gegenstände reichlich im Lande vorhanden und leicht zu erreichen sind. Bevor wir nun zum Weinbau übergehen, fühlen wir uns verpflichtet zu bemerken, dass unser heiliges Land überall, auf seinen Höhen, in Thälern und Ebenen, sich vorzüglich zum Weinbau eignet, allein weite Strecken liegen durch die Trägheit der Araber und die Indolenz der Regierung wüst und öde da. Würde der Oelbaum die sorgfältige Bearbeitung und Pflege nöthig haben, deren der Weinstock zu seinem Gedeihen bedarf, würde er nicht ein so hohes Alter erreichen und nach Jahrhunderten noch Früchte tragen (von manchen noch vorhandenen Oelbäumen sagt man, dass ihre Anpflanzung noch in die Zeit der Römerherrschaft falle!), so würde die Olivenzucht ebenso brach liegen, wie der Weinbau. Wäre das Natron nicht ein mineralisches Naturprodukt, und bedürfte der Pflege und Bearbeitung, es würde gleich zahlreichen anderen Schätzen ungenützt im Boden dieses Landes verkümmern, anstatt zu seiner Bereicherung beizutragen. Während jedoch der Olivenbaum überall gedeiht und Früchte trägt, auf Berg und Thal, in sandigem und felsigem Boden, wohin immer auch der Fuss im heiligen Lande tritt; während der Boden in seiner Umgebung nur einmal jährlich mit dem Spaten zu bearbeiten ist, der Baum dann, sich selbst überlassen, ohne jede Bewässerung seine Früchte trägt, und darum der Lieblingsbaum der trägen arabischen Pflanzer ist, — steht der Weinstock im geraden Gegensatz dazu. Dieser bedarf der sorgsamsten Pflege und schwerer, fleissiger Bearbeitung. Der Weinberg muss tüchtig umgegraben, von Zeit zu Zeit getränkt werden, die Stöcke müssen am Spalier befestigt, die Schösslinge in die Erde eingelegt werden u. s. w., — zahlreiche Arbeiten, welche dem trägen Naturell des Morgenländers zuwider sind. (Fortsetzung folgt.) Draek der Job. Wirth’sehen Heftnchdruckerei Actien-Gesellaohaft, Mains.

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