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Der Israelit · 1900-05-10 · Heft 38 (10.5.1900) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 38 (10.5.1900)
Date
1900-05-10
Page
– (sequence 25)
Language
German
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41« Jahrgang. Dritte Beilage ju -/«* 38 -es „Asrarttv^. Zeitungsnachrichten urrv Corre?ponvenzen. Deutschland. Frankfurt a. M. Dem 5. Berichte des Vereins „Kindergarten für Israeliten" in Frankfurt a. M. ch.898 und 1899) entnehmen wir: Ter vorliegende, die Jahre 1898 u. 99 umfassende Bericht kann wiederum mit Genugtuung auf eine stetige Entwickelung deS Kindergartens zurückblicken und darf von einer gedeihlichen Wirksamkeit mit großer Befriedigung sprechen. In der Generalversammlung vom 25. Januar 1899 wurde der Rechenschaftsbericht über das Jahr 1898 verlesen, nach welchem die Einnahmen 10,385.13 Mark, die Ausgaben 9606.64 Mk. betrugen. Die Anzahl der Zöglinge betrug 60 und die tägliche DurchfchnittSziffer des Besuches 50. Die in eigene Regie genomrnene Beköstigung der Kinder hat sich sehr gut bewährt; die Kinder gedeihen sichtlich unter dem Einfluß der ihnen gelieferten Kost. Im Jahre 1899 betrugen die Einnahmen Mark 22,378.18, die Ausgaben Mk. 21,220.42. Wir blicken jetzt aus das zehnjährige Bestehen des Kindergartens zurück und dürfen sagen, daß er die Erwartung erfüllt hat, die inan an seine Gründung geknüpft hat. Die Erfolge verdanken wir aber zum größten Theile dem verständnißvollen Sinne, mit dem unsere Glaubensgenossen unseren Absichten entgegengetommen, wie auch deren Opferfreudigkeit, an welche mau nie umsonst appelliert, wenn es einem wohlthätigen Unternehmen gilt. Auch dieses Mal haben wir allen den wohlthätigen Spendern und Förderern unserer Anstalt den wärmsten Dank zu sagen, und sie um ihr weiteres Wohlwollen zu bitten. Dankerfüllt gedenken wir der seligen, leider allzusrü>'- verstorbenen Frau Baronin M. v. Hirsch-Gereuth, welche unserer Anstalt die hochherzige Gabe von 10,000 Mari zuwendete. Ihr Andenken wird stets ein gesegnetes bleiben; daß auch unseren Zöglingen ihr Gedächtniß bewahrt werde, das haben wir der Güte des Herrn Rechtsanwalts Jul. Plotke zu verdanken, welcher uns die Bilder der sel. Frau Baronin und ihres sel. Gemahls verehrte, die nun das Sitzungszimmer unseres Kindergartens zieren. Es sei ihm dafür hiermit herzlich gedankt. Weimar, 2. Mai. Der siebzigste Geburtstag unseres Glaubensgenossen, des Großherzoglichen Generalmusikdirektors Dr. Eduard Lassen, gab in hiesiger Stadt zu seltenen Ehrungen des greisen Tondichters Anlaß. Im Hoftheater fand ein Festkonzert statt, in dem die Kammersänger Karl Scheidemantel und Hans Ereßeu aus Dresden, die früher der Weimarer Bühne angehörten, mitwirkten. Sämmtliche Compositionen, die znni Bortrage gelangten, stammten von Lassen. Aus dem überfüllten Hause, in dem sich auch der Großherzog befand, wurden dem Jubilar freundliche Kundgebungen zu Theil, siir die er schließlich von der Bühne herab in herzlichen Worten dantte. Im Hostheater wird eine bronzene Büste Lassens Aufstellung finden, die von Freunden und Kunstgenossen des Tondichters gewidmet ist. Der Großherzog hat den Jubilar durch BcNeidung des Konnurkreuzes des Großherzoglichen Faltenordens ausgezeichnet, die Erbgroßherzogin sandte ein werthvolles Festgeschenk. Ter Gemeinderath der Stadt hat in Würdigung der Verdienste Lassens um das musitalische Leben Weimars einer neuen Straße den Rainen Lasscnstraßc beigelegt. Lassen, welcher in Kopenhagen geboren ist, kam 1858 als Hofmusikdirektor nach Weimar und trat 1861 als Hofkapellmeister an die Stelle Franz Liszts. Brnnnöbarli, 3. Mai. Rach 27jähriger Thätigkeit an der hiesigen israelitischen Konfessionsschule verläßt uns der hochverehrte Lehrer Straus, um feine neue Stelle in Erailsheim anzutreten. Wie sehr er geachtet!var, geht aus der Abschiedsfeier, die die Gesa? mtaemeinde veranstaltete, hervor. Die Reihe der Redner erösfnete Herr Rabbinats- Bewveser Dr. B e r l i n g e r , der der vielen Verdienste des Scheidenden gedachte, die er sich während der 27 Jahre hier erworben hat, um Schule und Synagoge und im sonstigen Berkehr; er betonte das schöne Berhältn'.ß zwischen der Lehrerssamilie und den Familien seiner Gemeinde und gab, nachdem er den herzlichen Dank der israelitischen Gemeinde ausgedrückt hatte, der scheidenden Familie die besten Glückwünsche mit aut den Weg. Herr Schultheiß F u ch s feiert den Scheidenden als trefflichen Bürger mir den besten Charaktereigenschaften, der es verstand, die Liebe und Achtung der Gemeinde in hohem Maße zu erwerben, so daß er von seinen Mitbürgern in's Kollegium gewählt wurde, wo er an allen, das öffentliche Interesse berührenden Fragen regen Antheil nahm. Der Ortsschulinspektor, Herr Pfarrer Hahn, rühmte die Berusstreue des scheidenden Lehrers, erwähnte lobend seine Thätigkeit als Zeichenlehrer der sämmtlichen drei Konfessionen und betonte, daß derselbe zur Wahrung des konfessionellen Friedens sein gu: Theil beigetragen habe, worauf Herr Pfarrer Allgayer Namens der katholischen Gemeinde für das stete Wohlwollen und das freundliche Entgegenkommen dankte, das er ihm und seiner Gemeinde stets entgegenbrachte. Der Vorstand des Liederkranzes, Herr Gemeinderatb H e i n o l d , dankt dem treuen Sänger und frühe-

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