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Der Israelit · 1900-05-03 · Heft 36 (3.5.1900) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 36 (3.5.1900)
Date
1900-05-03
Page
– (sequence 25)
Language
German
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41* Jahrgang. Dritte Beilage zu M 36 des „Israelin. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Hannover. Dem vierten Berichte Uber die „Israelitische Erziehungsanstalt" zu Ahlem bei Hannover mu das Jahr 1899) entnehmen wir: Seit der Abfassung des vorigen Berichtes haben acht Zöglinge ihre^ Lehrzeit beendet' es sind somit im Ganzen bislang 3< Lehrlinge ausgebildet worden. Von ibnen haben Stellung gefunden: 18 in Deutschland, 6 in Oesterreich, 8 in Nordamerika, davon ein Tischler, 1 in Belgien; ^besucht die Ackerbauschule in Jaffa, 8 sind zur Zeii Soldat, 4 haben ihren Berus gewechselt, über 2 fehlen uns Berichte, davon 1 in Transvaal, zusammen 37. Die Zahl der Zöglinge betrug am 31. Dezember 1898^50 Lehrlinge, 22 Scfjiiler, dto. 1899 45 Lehrlinge, 2<-~ Schüler. Der Rückgang in der Zahl der Zöglinge erklärt sich daraus, daß lvir einstweilen wegen Mangel an den dazu erforderlichen Mitteln nichl nur den Plan einer Vergrößerung der Anstalt fallen ließen, sondern auch der Empfehlung wohlmeinender Freunde folgten, die uns riechen, vorläufig nur solche Zöglinge auszunehmen, deren Angehörige in der Lage wären, uns die Unterhaltungskosten möglichst vollständig zu ersetzen. Indem war versuchsweise diesem Rathe folgten, vergrößerte sich natürlich die Zahl der Abweisungen und die Gesammtzabl der Zöglinge nahm in gleichem Maße ab. Wir verkennen nicht, daß wir unter diesen Umständen unfern Bestrebungen nur theilweisc gereckt wurden und beabstemigen daher, die früher bezüglich Aufnahme von Zöglingen befolgten Grundsätze wieder als Richtschnur zu nehnren, dabei hoffend, daß sich Wohlthäter genug finden werden, um uns auck weiterhin die Aufnahme bedürftiger Knaben zu ermöglichen. Die jährlichen Beiträge haben im Jahre 1899 rund Mt. 11,800 (1898: Mt. 8755) betragen, darunter ein Beitrag von 1000 PK., den ein Freund der Anstalt mit der Bestimmung gezeichnet, daß fein Name nicht veröfst,'.klickst werde. An einmaligen Spenden vereinnahmten wstr im Jabre 1899 rund Mk. 14,100 (1898: Mk. 11,300): auch in dieser Summe befinden sich verschiedene größere Spenden, über deren Herkunft uns Verfchwiegenheit auferlegt wurde. Umsomehr fühlen wir uns gedrungen, dafür an dieser Stelle unfern herzlichsten Dank auszusprechen, in den lvir alle die Tausende von. Freunden einschließen, die es uns durch ihre Spenden ermöglichten, den unterer Obhut anvertrauten 80 Zöglinge den Segen einer guten Erziehung angedeihen na lasten. Einstweilen bilden die jährlichen oder einmaligen Spenden noch die einzige Quelle, aus der wir schöpfen müssen, um den Zweck der Stiftung, „arme und bedürftige Knaben zu erziehen," so zu erfüllen, daß den Angehörigen und Heimathsbehörden unserer Zöglinge, sowie den für einzelne von ihnen sich interestirenden Wohlthätigkeitsanstalten und privaten Wohlthätern möglichst geringe Opfer auferlegt zu werden brauchen. Die Kosten für Beköstigung. Bekleidung und Unterricht eines Zöglings, einschließlich Generalkosten, stellten sich im Jahre 1899 auf reichlich 600 Mk., und dieser Betrag kann für bedürftige Knaben seitens ihnen näherstehenver Personen oder Anstalten erfahrungsgemäß nicht aufgebracht werden. Sowohl im Jahre 1898 wie 1899 sind Zuschüsse von je rund 16,000 Mk. erforderlich gewesen, die eben aus den eingegangenen Spenden gedeckt werden mußten. Die Anstalt ist ohne irgend welches zinstragende Kapital, das eine regelmäßige Einnahme böte, errichtet worden, da die ursprünglich zur Verfügung gestellten 2l 0,000 Mt. zum Ankauf von etwa 60 Morgen Land, zur ersten Bepflanzung desselben und zur Errichtung der nothwendigen Wohn- und Wirthschaftsgebäude verausgabt sind; dazu konnten naturgemäß die gärtneriscken Anlagen in den ersten Jahren nur unfertig und ertragsunfähig sein. Zur weiteren Entwickelung der gärtnerischen Anlagen und zur Verbesserung des ursprünglich geringen Bodens mußten jährlich bedeutende Beträge aufgewendet werden; daneben ergaben die ersten Jahre thatsächlich uneinbringliche Betriebsverluste und erst die im vorigen Berichte erwähnte Anleihe von Mark 100,000 ermöglichte neben Zahlung der Kosten des zlv'iten Wohnhauses und weiterer Grundstücks-Ankäufe (ra. 25 Morgen), die Abstoßung der ausgelaufenen Samlden und die Herstellung eines Berriebs-Capitals. Das Jahr 1899 ergibt zum ersten Male einen kleinen Betriebsgewinn aus der Gärtnerei, aber dieser Gewinn war nichl für die Erziehung unserer Zöglinge verwendbar, weil er, selbst wenn er erheblich größer gewesen wäre, vollständig in »veitere nothwendige gärtnerische Anlagen und in die Scholle hineingesteckt werden mußte. Im Jabre 1898 sind zu solchen und ähnlichen Zwecken, einschließlich Amortisation der Anleihe, rund VK. 10,000 erforderlich gewesen und im Jahre 1899 sogar Mk. 17,000. Derartige Aufwendungen werden nach sachverständigem Gutachten vorläufig auch noch weiter, natürlich stetig abnehmend, erforderlich sein und erst, nachdem diese Aufwendungen gedeckt sind, können lvir den Ueberschuß als Beihülfe zur Erziehung unserer Zöglinge verwenden. Wir hoffen allerdings mit Bestimmtheit, daß wir in nicht allzuferner Zeit auch baare Ueberschüste aus unserer Gärtnerei ziehen werden, die uns ermöglichen, auf die Sammlung von Spenden weniger Gewicht zu legen, sowie an die den Zöglingen näherstehenden Angehörigen

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