Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 36 (3.5.1900)
- Date
- 1900-05-03
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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41. Jahrgang. Zweite Beilage M M 36 -es „Israelit". Leitender Artikel. Heues vom Iionismus. Die Schriften gegen den Zionismus schießen in Rußland wie Pilze aus dem Boden, so daß es dem Chronisten schwer fällt, die einzelnen literarischen Erscheinungen nach Gebühr zu würdigen. Der Schriften des Herrn Rabbiner E. A. Rabbinowitsch in Poltawa haben Sie bereits gedacht. Das mannhafte Auftreten dieses Wortführers scheint den Bann gebrochen zu haben. der bis dahin auf allen Gutgesinnten lastete. Von den trefflichen Schriften, die seitdem erschienen sind, möchte ich heute die Aufmerksamkeit auf die jüngste richten, indem ich mir Vorbehalte, auf die dazwischen liegenden ebenfalls noch zurückzukommen. Dieselbe führt einen so wuchtigen Schlag auf das zionistische Kartenhaus, daß es sich davon nicht mehr erholen wird. Was da gegen den Zionismus geltend gemacht wird, ist geradezu unwiderleglich. Die Lektüre dieser Schrift stellt den Leser vor die Alternative, das Unwiderlegliche entweder zu widerlegen, oder mit offenen Augen die Täuschung mitzumachen, welche dieser ganze Schwindel bedeutet. Die Schrift hat zwei Kaufleute, Salomon Landau und Josef R a b i n o w i tz in K o w n o zu Verfassern. Kowno steht wegen seiner Frömmigkeit und der Pflege, die unsere heilige Thora dort findet, bei den Zionisten ohnedies auf dem Index. Da man aber fromme Gewissenhaftigkeit und gründliche Thorakunde, auch wenn sie den Zionisten ein Dorn im Auge sind, doch nicht ohne weiteres beschimpfen kann, so haben sie schon längst das Märchen ausgeheckt, als bestehe in Kowno ein „schwarzes Kabinett," 'n-nnL'wie sie es in ihrem germanisirten, hebräischen Jargon nennen. Was sie gegen die selbstlosen Vertreter von mitr min nicht zu sagen die Stirne haben, das schreiben sie dem Phantasiegebilde ihres schwarzen Kabinettes auf's Kerbholz. Sie schlagen den Sack und meinen den Esel, sse zetern gegen das nicht existirende schwarze Kabinett in Kowno und meinen die 2'vdrr>: daselbst. Der Titel dieser bedeutsamen, alle Seiten der zionistischen Landplage in's Auge fassenden Schrift lautet: DntP^ TIN “sc nasffl ,c^np nsn nm .n-rn "X: rimaT '-!2-l tx» LvL'v nrci n;:sx "*12 D'ynv d'iens cy ,2'vxLv corrrn ppv jebt nirbL» bvvTi urxc rp j i ‘ st n ntstpn -is: .pvb ann jw xr.xpo prxi’zan Den Kernpunkt der Schrift bildet die entschiedene Absage der größten rabbinischen Koryphäen Rußlands an den Zionismus und die Zionisten, deren Erklärungen im Wortlaute mitgetheilt sind. Rach dieser Enttarnung und Verurtheilung des ganzen Zionistenschwindels durch die maßgebensten nxiin mts in Rußland, wird kein Jehudi, dem die religionsgesetzliche Pflicht der Mahnung und Weisung seiner berufenen Führer zu folgen, als Norm seines Lebens gilt, sich länger von diesen Machenschaften täuschen zu lasten. J'.r der Einleitung wird zuerst die Entstehungsgeschichte dieser Schrift mitgetheilt. Sie ist nicht aus der Initiative von Rabbinen hervorgegangen, sondern Privatleute, D'ra 'bvz, die das wüste, alles jüdische Leben und Streben vergiftende Treiben der Zionisten in seiner ganzen Gefahr erkannten, haben sich aufgerafft, um ihn: entgegenzutreten. Sie knüpfen an einen im Jargon verfaßten Aufruf an, den das offizielle zionistische Comitee in den Synagogen und Bothe Midrasch anschlagen ließ, welcher unsere Erlösung durch Gott verleugnet und zur Selbsthilfe auffordert. Die Schrift wimmelt von ähnlichen Zitaten aus den Reden und Schriften zionistischer Agitatoren, welche zur Aufhevung des Sabbat, des Tefillingebotes und zur Beseitigung anderer fundamentaler Satzungen des Judenthum-o auffordern, welche die leuchtenden Gestalten unserer Geschichte, die einen David und Salomo bis hinab zu Rabbi Akiba und Rambam in den Staub zerren, die zeitgenössischen Meister der Thora und der Gottesfurcht für verrückt erklären, dagegen einen Jerobeam und seinen Götzenrult auf den Schild heben, kurz, vor keiner Blasphemie und keinem Sakrilegium zurückschrecken! Die Verfasser führen sich als schlichte Kaufleute eiie und versichern, daß keine Rücksicht auf Ehre und Ansehen sic zur Fassung dieser Schrift veranlaßt habe. Wohl wissen sie, daß die zionistische Preßmeute nun üder sie herfallen und sie als die Heroen des „Schwarzen Kabinetts" von Kowno an die Schandsäule stellen wird. Seit Jahr und Tag genießen aber in den Kreisen der gestnnu'.igstüchtigen Judenheit in Rußland diejenigen das höchste Ansehen, welche von dieser Revolverpresse an den Pranger gestellt werden. Sie könnten daher der Achtung und Anerkennung nicht ausweichen, welche ihnen der Geiser der zionistischen Preßtrabanten zweifellos bringen wird, diese Ehre müßten sie hinnehmen, so wenig sie dieselbe auch suchten. Es wird nun in den folgenden Kapiteln die zionistische Asterwirthschaft, ihre Schlagworte, ihre Fälsche ungen und ihre Ohnmacht in's rechte Licht gesetzt. Von den Millionen, welche die russische Judenheit repräsentirt, sind es nur wenige Tausende, welche den zionistischen Tamtam mitmachen. Diese Handvoll bezahlter Agitatoren des Wortes und der Feder gerirt sich, als wäre sie die jüdische öffentliche Meinung Rußland's, indein sie jeden niederlügen und todzuschimpfen sucht, der diesem Gebühren mit irgendwelcher oppositionellen