Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 34 (26.4.1900)
- Date
- 1900-04-26
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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Alliance Israelite Universelle. Primäre Schulen. Die Alliance besitzt in Tunis eine Primarschule von Knaben, die mehr als 1000 Schüler zählt. Um den[neuen Bedürfnissen zu entsprechen, welche dus französische Protektorat in der ökonomischen Lage von Tunis geschaffen, beschloss das Central - Comite auf Antrag des Herrn Pariente, des ausgezeichneten Leiters der Schule, eine neue Schule zu schaffen, in der eine Anzahl Schüler einen Specialunterricht erlangen könnten, der unterwanderen Materien Geschichte, Geographie, Mathematik, Physik, Chemie, Rechnen, kaufmännisches Recht, Nationalökonomie und Stenographie umfasst. Sprachkurse, hebräische Litteratur und jüdische Geschichte werden gleichfalls betrieben. Die Klassen erhalten den Unterricht von dem Unterrichtspersonal der Knabenschule unter der Leitung des Herrn Pariente. Die Einweihungsfeierlichkeit dieser wichtigen Anstalt fand am 3. Dezember 1899 unter Leitung des Herrn Machuel, General- Direktors j des öffentlichen UnterrichtsTstatt, in Gegenwart einer zahlreichen Zuhörerschaft. Oberrabbiner Smadja, die Mitglieder der des rabbinischen Gerichtshofes, Standesbeamter Tauchon und eine Anzahl Notabilitäten, die Mitglieder der Alliance, Eltern der Schüler, Meister der Lehrlinge, des Personal der Schule zu Djedeida und der Schulen von Tunesien wohnten dem Feste bei. Herr Pariente hat die Zermonie mit einer trefflichen Rede über die Alliance und ihr Werk in Tunesien eingeleitet, ans der hier die Hauptpartien folgen: Die Regierung weiss,*dass die Alliance Israelite, indem sie die moralische und professionelle Jugenderziehung einer grossen Anzahl Kinder übernahm, für das Land nützliche Bürger geschaffen. Und wenn die Israeliten Frankreichs für die grossen Wohlthaten zu Dank verpflichtet sind, so erfahren die Juden Tunesiens tagtäglich in unseren Schulen und ausserhalb die Liebe unseres theueren Vaterlandes. Es möge hinreichen daran zu erinnern, wie viel wir gegen eingewurzelte Vorurtheile zu kämpfen haben, um gewisse Ideen auszurotten, welche hier bei den Meisten der Eltern und Schüler herrschen. Wir haben besonders die Geister auf den Gedanken vorzubereiten, dass das Heil für die Mehrzahl unserer Schüler in der Erlernung eines Handwerkes besteht und nicht in der Erlangung kleiner Büreauposten, die keineswegs die Zukunft sichern. Der Redner hob dann die Thätigkeit der Alliance in Tunesien in den letzten Jahren hervor, bemerkend: Das Lehrlingswerk ward 1880 organisirt. Wir hatten zu Anfang noch keine 10 Schüler; jetzt ist die Zahl auf 47 gestiegen, nächsten Januar wird sie 60 betragen. Diese jungen Leute snd in der Stadt untergebracht bei solchen Meistern, die das grösste Interesse an ihnen haben, und denen man desshalb zu grossem Danke verpflichtet ist. Unsere Lehrlinge kommen beim Verlassen der Werkstatt Abends in die Schule zur französischen und Handarbeits-Stunde. Zur Ermuthigung bewilligt die Alliance Jedem von ihnen einen Monatsbeitrag von 5 Francs, und alle Jahre Kleidung und Schuhzeug. Seit der Gründung der Anstalt bis auf den heutigen Tag haben wir 97 untergebracht. Alle sind mehr oder minder ehrbare und strebsame Arbeiter geworden. Wir setzten fest, dass einem Jeden der verdientesten Handwerker ^’ein Geschenk von 20 Francs alljährlich gemacht werde. Diese Belohnung kann nur den Eifer der jungen Leute zur Arbeit anspornen, und wir hoffen, dass sich Alle anstrengen werden, um die jährliche Belohnung zu erhalten. Um dieselbe Zeit errichteten wir in der Mädchenschule Ateliers, wo die intelligenten jungen Mädchen eine Handarbeit erlernen können, die ihnen später gestatten möchte, ihren Familien Hilfe zu leisten. Das Zuschneideatelier fangt an, uns die besten Hoffnungen zu geben; es sind 20 Mädchen dort beschäftigt. Im April 1895 hat die Alliance zur Ackerbau-Agrikultur die Schule von Djedeida mit einem technischen Personal begründet, das in den Specialschnlen Frankreichs ausgebildet ist. Dieses Projekt hatte natürlich seine Bemängele? gefunden; aber die, welche heute unsere Ackerbauer sehen, sind davon überzeugt, dass diese Anstalt, die gegenwärtig 100 Schüler zählt, eine grosse Zukunft hat. Einige Schüler, die Djedeida verlassen haben, ich meine die, die 4 Lehrlingsjahre hinter sich hatten, haben bereits gute Anstellungen gefunden. Herr Pariente hat in gleicher Weise die Zuhörerschaft über die Association der ehemaligen Schüler der Alliance, deren Statuten von der Regierung geprüft werden, aufgeklärt, über die