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Der Israelit · 1900-04-23 · Heft 32-33 (23.4.1900) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 32-33 (23.4.1900)
Date
1900-04-23
Page
– (sequence 25)
Language
German
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4L Jahrgang. Dritte Hella ge m M 32 & 33 Des „Israelit" Pirector Pr. 2ltendel Hirsch ”'"'. Reden, gehallen an dessen Bahre am 3« >. Marz. (Sd)hiBJ Professor Tr. A. Sulzbach: Elf Jahre und drei Monate und es der, daß eine .irrste Trauerversammlung an dieser Stätte tiefbeweg-;tu Herzens stand, um dein unvergeßlichen Führer der Gemeinde, dem Gründer und ersten Direetor unserer Schule, Sa ins. Raph. H i r s ch s. A.. die letzte Egre zu erweisen. Und nun, ach, nach verhältnistmästig so kurier Zeit, stehen ivir hier an der Bahre seines Sohnes und Nachfolgers im Schulamte, des Direetors Dr. Bicndel H i r s ch , um diesem den letzten Sckeidegrust nachzurnfen. Bor 14 Tagen stand er noch rüstig da in seiner Hraft: wer hätte es geahnt, dast, als er sich ttach den Anstrengungen einer bldganasprütung der Ruhe ew freuen ioollte, die ihm die darauffolgenden zivei Feier tage des Purimfestes gestatteten, dast dieser Mann, dem man fein Alter nicht anso.b, der rüstig in Frische und kräflig an stlrbeitslust dastand, wer hätte es geahnt, dast nur heute an seiner Bahre stebeit würden? Es ist ein erschütteriider (vedanke, der aus den Morten p* ~p*z r"x svrickt: Fn Glanz und Ehren daneben und über Backt dabiil sein, tzlus der Fülle von. Arbeit, aus einflustreicker und geehrter, amtlicher und sl.r ialer Stelluitg, aus dem Glück eines heiteren Fa miltciUebens, in der Vollkraft feiner Schaffensfreudigkeit so nnvermutbet herausgerissen tverden ----- erschütternd, wenn lvir uns solches als möglich denken — dock :vie erst, ivenn eine solche Möglichkeit als unerbittliche Tbatsachc sich vor unseren Bugen vollzogen bat? Und hier vor unseren Bugen bat ne sielt vollzogen und noird in tveiten .streifen tief und schmerzlich empfunden wer den, denn der Name des Berbticbenen ist weit über Frankfurts Gebiet hinaus bekannt und ick glaube, dast kaum irgendlvo, wo jüdische Herzen schlagen, die Nach riebt von seinem Hin scheiden nick: heftig die Gemiit ber bewegte. Doch ganz besonders ist es, abgesehen von der Familie, die trauernd an seinem Grave steht, die Schule, die es riet fiihlt, dast ein schwerer Berlnst sie getroffen was Lehrerkollegium verliert in ikn.n. einen ztelbe ivustten und kraftvollen Lenker. dem das Wohl der Schule an's Hort gewachsen :var. die Sämlingend einen stirsorgenden Förderer, einen begeisternden Lehrer. Mir m'kennen'die Lücke, die entstanden, wir totsten, tvas die Tckule ihm zu verdanken bat. wir mitten, dast er sich ur Lebensaufgabe gemacht, die Schule nickt nur e.t:? der Höhe zu erhalten, auf der sie sich befand, als er ihre Leitung übernahm, sondern sie zu immer herrlicheren Entfaltung, immer prächtigerem Gedeihen zu führen. Daß ihm dies gelungn, lehrt.die Gegenwart; unter seiner 22jährigen Leitung ist die Schule immer mehr emporgeblüht, hat sie immer mehr an Ansehen, Anerkennung und Achtung bei Behörden und dem Publikum gewonnen, hat den letzten Nest des Widerstandes besiegt, der einst ihrer Gründung entgegengestellt wurde. Wenn ein bedeutender Mann dahingeht, sagen untere Weisen, hinkerlästk er eine Spur, , rr" - eine Spur, eine Lücke. Aber glücklicher Weise noch eine andere Spur, die, welche seine Thäkigkeit auf Erden hinterlassen, und des Dahingegangenen Spur ist weit erkennbar: feine Wirkfatukeit an unserer Schule, die wstgeariindet dasteht, mit welcher stets fein Name vertu ii oft bleiben wird. Als er vor 22 Fahren das Direetvrat übernahm, da legte er in Gegenwart des Lehrer-.stollegiums und der Be-rtvoltnng das feierliche Gelöbuifz in die Hand seines seligen Bakers ab, dast er diese Schule tu seinem Geiste meiterfüfiren werde und dieses Berfprechen hat ec vollauf gehalten. Es ist schon herborgehoden tvorden, aber ich must cs wiederholen. dast die Devise unserer Schule heistt: n - n ~ “ z? Tv-',- Tborastudinm vereint mit Wcltbildung, und diese Devise, unter der sein seliger Bon er die Schule in's Leven geführt, hat er hoch gehakten. Unter dieser Devise, tvelche besagt, dast nicht durch die profane Wissenschaft die Thora, und diese nicht durch senc in den Hintergrnnd gedrängt voerden dürfe, hat unsere Schnle in fchtveren stämpfeit sich ihre Stel- Inttg crrtingen nnd ihre Eristenzbereebtigting ertviesen, und in diesem Finne im Geiste des Baters meitergevoirkt zu baden, ist eilt großes Berdienft, das der Verblichene stob um die Schule ertvorbeu. Und so »tust es auch bleibett, mit diesem Prinzive stebt, mit diesetu Priuzive fällst unsere Schule. Aber der Geist des Vaters fetzte sich auch fort in der Art und Weise, >vie der Dahingeaangene seine Schüler gelehrt. Das tiefe Verstandnist des jüdischen Schristtlmms, die geistvolle Erläuterung der Brovhetemvorte, die Herz und Gem.üth erbebende und belebende Deutung der Pflichtenlehre, die der Vater in eigenartiger Aus'assnng der Welt in palender Bede nnd Schrift vermittelt hat, nette Wege der Scnrinserschung weitend, manches Dunkel aufbcllend, Ungeahntes dem Auge enthüllend, das hat der Sobn feinen Schülern gezeigt, bat so den Vater zu den neuen stieschleebtern sprechen lasten, und somit den Geist wen beivabret. mit dem der Vater einst Schule, Haue und Leben erleuchtet bat. So bat er die Fugend ansaettattet mit Misten und Erkenntnist. und ihre Her w'n aebvbett, Gren Sinn gefestigt, ibr Gentiith vertieft, daß ne ausgerüstet fei. im Matttme des Lebens fest dämmt den. "nd in diesem vor allen: ibr Fndentbum zu 1 t

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