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Der Israelit · 1900-04-23 · Heft 32-33 (23.4.1900) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 32-33 (23.4.1900)
Date
1900-04-23
Page
– (sequence 12)
Language
German
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662 Findet der Herr Landmarschall in dem vorerwähnten Vorfall keinen Anlaß, von seinen geschäftsmäßigen Rechten Gebrauch zu machen? Triest, 16. April. Herr Dr. med. Emil Marcus, Sohn des Profeffors Jacob Marcus, wurde mit großer Stimmenmehrheit zum Mitgliede des Stadtrathes erwählt. Abgesehen davon, daß diese Wahl ein rühmliches Zeichen für die Beliebtheit und geachtete Stellung des Herrn Dr. Marcus ist, hat dies Ereigniß für die hiesige Judenheit ganz besondere Bedeutung, als genannter Herr der erste Jude ist. dem solche Ehre zu Theil geworden, und daß es folglich ein günstiges Symptom für die in der Stadt herrschenden Gesinnungen bildet. Schweden. Stockholm. Die Zeitungen bringen den ausführlichen Bericht der Medicinalverwaltung an den König, angehend die Schlachtweise der Hausthiere. Der Halsschnitt wird als die geeignetste Weise der schnellen und völligen Blutentziehung bezeichnet, doch wird die Betäubung vor dem Schlachten (entweder durch Schlachtmaske oder Schuß in das Gehirn) empfohlen; über die jüdische Schlachtweise heißt es ausdrücklich, es bedarf da keiner vorhergehenden Betäubung, und soll das Niederwerfen des Thieres vorsichtig, das Schlachten so bald wie möglich nach dem Niederfallen des Thieres geschehen, durch einen geschickten Schächter, und daß der Kopf des Thieres während des Schlachtens und bis zum Eintritt des Todes festgehalten werde. Letzte Nachrichte». ftoml», 18. April. In der Mordaffäre hat die Untersuchung bisher nichts Weiteres mehr ergeben. Die Beerdigung der Leichentheile des Ernst Winter soll am Sonntag erfolgen. — Arge Ausschreitungen gegen die Juden aus Anlaß der Mordthat sind besonders in einzelnen Orten des Kreises Schlochau vorgekommen. Die „Danz. Ztg." berichtet darüber: In Prechlau, dem Wohnorte der Eltern des unglücklichen Ernst Winter, hat gestern eine wahre Rebellion geherrscht. Fast sämmtliche Schaufenster und Thüren der jüdischen Geschäftsleute sind zertrümmert worden. Die Ortspolizei war nicht im Stande, Eigenthum und Person der Bedrängten vor den Excedenten zu schützen, so daß Gemeindevorsteher Hinz wiederholt telegraphisch um Hilfe ersuchte. Auch in Siegers sind die jüdischen Einwohner hart bedrängt worden. Aus Baldenburg schreibt man: Eine Menge Fenster sind in der Synagoge zertrümmert, die Schaufenster verschiedener Kaufleute demolirt worden. — Zur Vermeidung weiterer Excesse ist der Schluß der Schankstätten in Könitz auf 8 Uhr Abends festgesetzt worden. — Der Bauunternehmer Winter aus Prechlau, Vater des ermordeten Gymnasiasten Winter, ist, wie verlautet, nach Berlin gereist, um in der Mordaffäre eine Audienz beim Kaiser, bezw. Justizminister nachzusuchen. Das im Erlengebüsch des Stadtparkes dicht bei dem Kopfe des ermordeten Winter gefundene, in vier Stückc zerrissene Taschentuch mit dem Buchstaben A. wird öffentlich ausgestellt mit der Aufforderung an den Eigenthümer, sich zu melden. Die Bekanntmachung weist auf die Möglichkeit einer harmlosen Aufklärung des Thatbestandes hin, gleichzeitg aber auf die ernsten Folgen für den Eigenthümer des Tuches, falls er ermittelt wird, ohne sich gemeldet zu haben. — Gegen Jsraelski ist das osficielle Vorverfahren eingeleitet worden. Frankfurt a. M. Schillerst!*. 41 will» mm neben CaW Bauer Sensal: Für Immobilien-Hypotheken und Finanzirungen. [6857 mmmmmmmmmaammmmmmmmammma »W- Anzeigen. Für den folgenden Theil ist die Nedaction nicht dernntNiortlich. Schluß der Insrratenanuahme ist stets: für die Montagsnummer, Sonntag Früh s Uhr, für die Donnerstagsnunnnrr, Mittwoch Mittag 12 Uhr. flnftr glatt get ngt regelmäßig Montag und Donnerstag tn den Abendstunden rum Kerf ndt. Iieriamationen wegen \n späten Eintreffens beliebe man bei der betreffenden Postanstalt;u machen. Offerten auf Chifferannoncen werden täglich, mit Ausnahme von Kamstig und Sonntag, . writerbrfordert.~ Chinesischer neuester Ernte.Directe Einfuhr Von A.Cossmann,Koln-Deutz. Wwe I Gumprtch'S Jüdisches Kochbuch. Bereits 8. Auflage. Ein vollständiges Kochbuch für die jüdische Koche. Unentbehrlich für jeden jun'en Haushalt ein Rathgeber für die erfahrene Köchin. — Enthält viele hundert Rezepte für den täglichen u. feineren Tisch nebst einer Anleitung für Tischdecken und Servieren. Vorzüglich geeignet zu Geschenken. Preis pro Exemplar Mk. 4.— unter Nachnahme oder vorheriger Cassasendung. Wiederverkäufer Rabbat. Zu beziehen durch [F lawftttann $c (&q.» Trier.

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