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Der Israelit · 1900-04-23 · Heft 32-33 (23.4.1900) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 32-33 (23.4.1900)
Date
1900-04-23
Page
– (sequence 1)
Language
German
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41. Jahrgang. J!g 82 & 88 Der Israelit. Ein Gentrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von Dr. in Utainj. Montag, den 23. April 5666 (1906). Für Irrner Utauh abonnirt man bei allen Postanstalten für die Monate S Mai u. Juni © ans den „Israelit'4. Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post-Zeitungsschalter des Wohnsitzes des Bestellers oder bei dem betreffenden Landbriefträger aufgegeben werden. Ausland entsprechend höher. Me Er-edition des „Israelis. Leitender Artikel. Zum 2\. Hifan. M a i u 3, 24. Nisan. Zehn Jahre sind mit dem heutigen Tage dahingegangen, das; der unvergeßliche Begründer dieser Blätter seine Lider zum ewigen Schlummer senkte. — Wer uns damals gesagt hätte, daß je Ivieder Freude in unser Gemüth einziehen, daß ivieder Zeiten kommen könnten, in denen tvir heiter und guter Dinge sein werden, ivir hätten den also Redenden für einen Menschen gehalten, der Unmögliches zu prophezeien sich unternimmt, so tief, so unendlich war unser Schmerz, und heute? Wir gestehen es, die Zeit hat auch an uns das Minder ihrer heilenden Streift bewährt und wenn die tiefe Narbe bei herannahendem Sturm und Wetter sich auch dunkel färbt, immerhin ist es nur noch eine Narbe; die den frischen rothen Lebenssaft vergießende Wunde hat sich geschloffen. Alle Triebe und Fähigkeiten, die der Allgütige in unseren .siörper und in unseren Geist gelegt, gereichen, ivenn richtig angewandt, uns nur zu unserem Heile, ja die menschlichen Schwächen werden oft zur Wohlthat und so ist auch das Vergessen oder richtiger ausgedrückt, das nicht immerwährende Gedenkenmüffen an schmerzlich Erlebtes eines der wohlthätigsten Einrichtungen, die der weise Schöpfer der menschlichen Natur verliehen. Vielleicht hat unser großer Lehrer Moscheh auch an seinen eigenen Heimgang u. an den damit unabwendbar verbundenen gewaltigen Schmerz gedacht, der der Gesammtheit Israels verursacht wird, als er in seinem Scheidegesange es aussprach (5. B. M., 32., 18), daß das Vergessen eine Wohlthat sei, aber, wie hinzugefügt wird, eine Wohlthat, die vom Spender aller Wohl thaten stamme und daß man diesen selbst deshalb nicht vergessen dürfe. (Vergl. Raschi zur Stelle.) Wenn wir kurz nach dem Hinscheiden Dr. L e h m a n n's und wohl später manchmal uns erlaubten, über oessen Wirken und Verdienste ein Urtheil zu fällen, so gölten wir Manchen, dem das anmaßlich von uns zu sein schien. Der große Einfluß des persönlichen Verkehrs, die nahe Verwandtschaft des Nachfolgers in der Leitung dieser Blätter,meinte man, verhindere eine sachgemäße Beurtheilung; heute nach einem Zeiträume von zehn Jahren, nachdem wir auch viele fremde Urtheile über ihn in uns ausgenommen, wird man uns solche Vorwürfe wohl kaum mehr machen. Alles Zufällige, alles Erdenhafte ist längst von der hehren Gestalt gewichen und das Idealbild, das sein Schaffen uns ge malt, steht heute ungetrübt vor unserer Seele. Was hat nun Dr. L e h m a n n für das Juden thum geleistet? Noch kein Jahr ist es her, und wir haben einen großen Mann aus großer Zeit zur Ruhe gebettet. Im überguellenden Schmerze mag wohl mancher der Trauerredner dem Gedanken Ausdruck verliehen haben, daß Hildesheimer der einzige war, der das Judenthum des neunzehnten Jahrhunderts gerettet. Wenige Tage sind es und wir haben den großen Sohn eines großen Vaters hinausgeleitet nach dem Hause des Lebens und auch hier hörten wir vielfach es aussprechen, daß Samson Raphael H i r s ch der Einzige, der Uner

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