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Der Israelit · 1900-04-09 · Heft 29 (9.4.1900) · page 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 29 (9.4.1900)
Date
1900-04-09
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Tu hast es in Erfüllung gebracht, das Prophetenwort, wie Du es tiefsinnig in Deinen Haftoroth erläutert hast: '2 ima mm run ^atm pr ■matp ’3 srirwss ,_5 Du hoheitsvoller Prophet überantworteter Ertenntniß, Du lebendiger Born einer einigen Lehre, Du Bote Gottes, des Allumfaffenden, der Dich hinausgesandt hat und zu dem Du nun heimkehrst nach vollbrachtem Tagewerk, tief betrauert und schmerzlich beweint. Herr MarimMan Michel: cri52 '300 pn- *2 ca m -yy ,n*c2 nx n^x bs ufej 2^a. Darüber weine ich bitterlich, mein Auge rinnt von Thränen, denn es hat sich von mir entfernt cr:z der meine Seele erquickte, ’ymc: -z'bit ’zi der mich die mm lehrte, von welcher es heißt ce: mips man ’imn. Gebeugt von dem schweren Verluste, welcher uns Alle getroffen — Verwandte, Schüler, Freunde — stehen wir hier, um Abschied zu nehmen von der sterblichen Hülle unseres vielgeliebten Director Dr. Hirsch, meines unvergeßlichen Lehrers, über welchen ich s'xcbx Klage-Worte ausrufen möchte, als sein Lehrer :wbx S'z:n von ihm schied: bsi&' 22- 'zs zs Mein Vater, mein Vater, Wagen Israels und seine Reiterei! Darauf sagen b!'< '.yzzr. in pr6;a Px*:; mm rcStr *2“ n f "piC 22*:; *as" '2x rr? ’2X 2X 7!'mw^2 bx-cb pmb 2"-: "2" : rr- 2zmmar mrtra *xa *1*^ ~ p2rra Allit dem Hingang des geliebten Lehrers verlieren Diejenigen, welche nicht mehr das Glück haben, ihre geliebten Eltern zu besitzen, zum zweiten Male Vater und Mutter. Und die Gebete innerer Lebrer, sie erreichen mehr als alle äußere Macht, sie flehen den Beistand Gottes herab. Mich drängt es, als sein Schüler seit meiner frühesten Jugend bis zu seinen letzten Tagen, der ich noch vor drei Wochen das Glück hatte, im Verein der Ph. A. Eohn'schen Stiftung seine Lehre zu genießen, einige ivenige Worte der Klage und einige der zu versuchenden Tröstung zu sprechen. Was würden lange -Klagen nützen?! „Wir haben ihn verloren!" Diese vier Worte sagen seiner edlen Gattin, seinen .Kindern und Schwiegerkindern, seinen Geschwistern, seinen Freunden Alles! Zn derselben Frühlingsjahreszeit, da sonst diese Alle hingeeilt ivaren, um sich an seinen rnb'p.', seinen erhebenden Schlußworten für das zu Ende gegangene Schuljahr zu begeistern, stehen mir heute hier, um den - Reden für seine zu Ende gegangenen Jahre 2^2 m schmerzbewegt zu lauschen. Am 27. Tewes betrauern wir alljährlich den Heim gang seines großen Vaters Samson Raphael Hirsch rsm Der 27. Adar ist von diesem Jahre an der Erinnerungstag an den großen Verlust, welchen tvir heute beweinen. Rein und lauter war der Charakter der edlen Heimgegangenen. Die m:a ist zerbrochen, ihr glich der ’p: sp, solange er die n-ma mae>; in sich trug: und diese ist das -pmrfatr sie ist aufbewahrt cm ins2.— Wie lehrte er seine Schüler stets den reinen, lauteren Wandel vor Gott und den Menschen, den Weg des mritr, der Grobheit, eingedenk des mit doppelt'geschriebenen p-nc* an der Fronte unserer Synagoge. lind jetzt kann nicht mehr uns erfreuen das belehrende und stets liebevolle Wort, nicht mehr uns leiten sein väterlicher Rath, welchen er jenen, die ihn nachsuchten, so gern ertheilte. Aber erinnert sei an folgendes Wort unserer Weisen, gesprochen im 'bz"~' auf cam -vabrn bz : “cx pnar ztz xtt; p p>’ac : sPpr , 12,22 iay rrtrrn vnetp -:,r, zb'vz vca -2-1 p-a-xtr e*:tr 'msc 22H •*ax:e». Jedem Gesetzeslehrer, dessen Schüler nach seinem Tode eine von ihm gehörte Gesetzeserläuterung in seinem Namen weiter verbreiten, dessen Lippen bewegen sich im Grabe. Unser theurer Heiingegangener erklärt diesen Ausspruch wie folgt: Jedes Wort, welches wir weiter verkiinden im Namen eines Lehrers, welcher durch des Allmächtigen Rathschluß abberusen wurde, veranlaßt, daß wir ihn uns vorstellen, >vie zur Zeit, da seine Lippen uns dieses Wort aussprachen. Von seinem sterblichen .Körper nehmen wir Abschied. aber sein Geist, die von ihm gesprochenen Worte, seine Propheten-Ertlärungen und andere noch s. G. w. der Oeffentlichkeit bekannt zu gebenden Erfolge seiner rastlosen Thätigkeit sie bleiben unvergänglich, gleich den paar Tropfen Blutes der geschlachteten - a nc*~x welche, da unser Heiliathum noch stand, gegen das Stistszelt gesprengt wurden: was für das Göttliche, für das Heilige verwendet wird, lebt ewig. Worin könnten wir heute Trost suchen, da so viel des Guten und des Schönen uns entrissen wurde?! Er lehrte uns stets, unsere Schuldigkeit zu thun und das Weitere “c zu überlassen, ob der Erfolg für das erstrebte Reine und Gute erreicht sei oder nicht. — Im Sinne einer Talmudstelle vergleichen >vir seinen Heinigang dem Verlust einer unschätzbaren Perle, deren Glanz und deren Pracht uns lange erfreut. Es kam der Schöpfer und Meister dieser Perle und sorderle sie von uns zurück. So tief auch unser Schmerz ist, sie lviever hingeben zu müssen, mir dürfen uns nickt binreißen lasten, nur r.pb ~ zu svrechen, wir müssen auch fr; - sprechen, da Er uns gewürdigt, die Erziehung und Lehre unseres theuren unvergeßlichen cm *2*1 b‘Tt B"vrr bis jetzt zu genießen und uns den herrlichen Mann noch einmal geschenkt hatte, als das Verhängniß vor fünf Jahren bereits drohend über uns geschwebt hatte. Unser geliebter Lehrer möge dort oben für uns Alle ein pPa sein, sein Name und sein Andenken bleiben ewig gesegnet: sein me möge seiner Familie sowie uns beistehen. — ~"Zn sende uns bald die Zeit, lvelche Er uns verheißen, da p'^ X2* rx:b mm ybz fax Hx\ Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz. — Erpedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Ioh. Wirtb'schen Hofbuchdruckerei Akktien-Gcstllschaft in Mainz. . iiirr ■'■inTfll

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