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Der Israelit · 1900-04-09 · Heft 29 (9.4.1900) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 29 (9.4.1900)
Date
1900-04-09
Page
– (sequence 17)
Language
German
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V^ '~r' V"" ' 'v'' y < 41. Jahrgang. Zweite Beilage ju M 29 öes „Israrm ". 'i ———— - Director Dr. Vkendel Hirsch TT. Reden, gehalten an dessen Bahre am ck<>. März. Fortsetzung.) Herr Louis Keift: „Ein Stern ist untergeganen und das Auge des Jahrhunderts wird sich schließen ehe er wievererscheint, denn in weiten Bahnen zieht der leuchtende Genius und erst späte Enkel heißen freudig willkommen, lvovon trauernde Väter einst weinend schieden." Mit diesen Worten des großen Denkers möchte ich beginnen, um einige Worte des Nachrufes dem Manne zu widnien, an dessen Bahre wir hier stehen. Fürwahr, ein Stern ist er gewesen, der leuchtete weit über unfern Atreiö hinaus, ein Stern, der das Dunkel erhellte und das Helle ausstrahlen machte, ein Stern, der Saaten des dichtes gestreut in Geister und Herzen und sie bewegte und entflaminte zu allem Guten, Wahren und Snwnen. Was Direetvr Dr. Mendel Hi r s ch s. A. in dieser Beziehung geleistet hat für das Judenthum und für die Menschheit, das haben Sie von beredteren Lippen soeben vernommen. Gestatten Sie daher mir, nur in kurzen Worten im Namen des Vorstandes und der Verwaltllng unserer Gemeinde den Gefühlen Ausdruck zu geben, die uns an dieser Bahre bewegen, den Gefühlen der 'Trauer um ihn, den aus so rüstigem Schaffen jäh Dahingeschiedenen, den Gefühlen der ewigen Dankbarkeil für die unsterblichen Dienste, die er unserer Gemeinde geleistet, und den Gesiihlen der Zuversicht in die Zukunft, die Dank seiner Wirksamkeit s. G. w. fest gegründet steht. Denn tute Hattert diesen, Manne anvertraut das Edelste, ivas tutr zu vergeben haben, die Erziehung unserer .Kinder. Diese zu braven, tüchtigen Bürgern und zu iiberzeuguugstreuen Juden heranzubilden, das war die Ausgabe, zu deren Erfüllung er berufen war. Und dieses Vertrauen, wie voll hat er es gerechtfertigt, und diese Ausgabe, tute glänzend hat er sie gelöst! Seine ganze Kraft und sein bestes Können hat er jederzeit für unsere Schule eingesetzt. Fortführend auf der von seinem fei. Vater geschaffenen Grundlage und treu und unverbrüchlich festhaltend an dein Principe ”"x "p-r zv rvrr -,'cbr für das sein Vater gekämpft und gewirkt, für das er selbst jederzeit eingetreten, i bat er Generationen auf Generationen erzogen und ihnen als heiligste Ausgabe eingeprägt, ganze Juden I und deßhalb auch ganze Menschen zu werden.! Wie unser großer Rabbiner es einst als Ziel dieser Schule aussprach: Sie hofft, dem Staate um so tüch- \ tigere Bürger zu erziehen, je mehr sie ihre Schüler mit! I allem Hehren und Heiligen des jüdischen Gesetzes erj füllt, und sie hofft, dem Judenthum um so überzeugi ungstreuere Söhne zu gewinnen, je mehr sie dieselben mit allem Wissen durchdringt, das Menschengeist erforscht und gelehrt hat, so hat auch Dr. Mendel H i r s ch s. A. jederzeit sein Ideal darin gesucht, Söhne und Töchter uns zu erziehen, die voll vertraut mit allen Theilen unseres heiligen Gesetzes, eingeführt sind in alle Hallen der Wissenschaft und nichts verntisten lassen, ivas gesellschaftlicher Tact und iveltmännisches Benehmen verlangen, und vor allem hat er selbst in Bethätigung dieses Principes in allen Hinsichten seinen Schülern und Schülerinnen jederzeit als Beispiel vorangeleuchtet. So hat er seines Theiles mitgearbeitet an der Verwaltung unserer Gemeinde, an der Berrvaltung der geistigen Interessen, die so unendlich nächtiger sind, als das materielle Gebiet, Dem wir unsere schwachen Kräfte ividmen, und ivenn nur hier ein Geschlecht nach dem andern heranbliihen sehen, jedes mit gleicher Innigkeit und mit gleicher Energie fiir die Grundprinzipien unserer Gemeinde eintretend, so hat Dr. Mendel Hirsch hierzu gewiß das Meiste beigetragen. So hat er genürkt bis zur letzten Stunde und wahrlich nicht vergebens. „Die Stätte, die ein guter Menstst betrat, ist eingeiveiht," und Beispiel gebend ivirkt seine Thätigkeit noch auf die fernsten Geschlechter. In erster Linie tutr aber, die heute trauernd hier stehen und die n-ir so ganz die Schwere des Verlustes fühlen, den feiti Tod unserer Gemeinde verursacht, ivir fühlen auch gleichzeitig die Verpflichtung. Jeder nach seiner Kraft, ein.zutreten in die Lücke, die hier gerissen, und durch gemeinsaine Thätigkeit solche zu Überdrücken, lind um dem Dante thatsächlichen Ausdruck zu geben, den ivir ihm schulden, darf ich wohl im Namen unserer Verivaltung, ja im 'Namen unserer ganzen Gemeinde sprechen, wenn ich an dieser Bahre es feierlichst gelobe, das; wir sein Werk fortsühren werden in seinem Geiste, px pn L7 rr.T: wird das Princip bleiben, aut dem unsere Schule fest gegründet rubt, px -pzv rr*r wird das Panier bleiben, das uns vorankeuchtet und nach dessen Grundsätzen Ivir unsere Schule fortsühren werden, ohne abzuiveichen iveder nach links, noch nach rechts. Uno darin möge sein Verdienst uns beistehen und es gelingen lassen. Geschlecht auf Geschlecht hier erstehen zu lassen, in seinem Geiste gebildet und erzogen, und daher mit gleicher Begeisterung und mit stets steigernder Thatkraft fort und fort wirkend für unser heiliges Gesetz: dann ivird unsere Gemeinde auch für die Zukunft fest gegründet stehen und sich immer herrlicher ent wickeln bis hin zu jener Zeit, wo der Tod auf ewig ver nicktet sein ivird, die Verkennung unseres Volkes schwinden und für Zion der Erlöser kommen wird. px ri-S sr.

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