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Der Israelit · 1900-04-05 · Heft 28 (5.4.1900) · page 29

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 28 (5.4.1900)
Date
1900-04-05
Page
– (sequence 29)
Language
German
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595 WWWMffWWWWWWV zeichnete, und so verlangte er es auch von seinen Lehrern. „Wir haben unsere Pflicht nicht ganz gethan," pflegte er oft zu sagen, „wenn wir nicht jeden Moment, der zu Gunsten der Kinder hervorgehoben werden kann, in Rechnung stellen/' Das "Vix r^p;: die kaltsinnige Behandlung der Kinder war eS, vor der er stets warnte. . fzn rrz Ptr jrp*;n :Px — -rrrcz *y;n dx Jedes Kind war ihm ein gottgeweihtes Wesen, und als solches wollte er es behandelt wissen! Und wer von Ihnen bat es nicht gehört, wenn er alljährlich um diese Zeit die Kinderschaar um sich versammelte, zv:x:7! pix2 'X“i wie er da die Heranwachsenden Menschensprosien mit den zarten jungen Pflanzen verglich, die der vorsorgliche Gärtner vor jedem rauhen Lufthauch bewahrt! Wie strömten da goldene Worte von seinem einst so beredten und nunmehr leider ach zu früh verstummten Munde! Und wie zu den Kindern, war er auch zu seinen Lehrern! Er war uns nicht nur ein wohlwollender Borgesetzter, er war tins auch ein Freund und Berather. In allen Berhältniffen des Lebens, fanden wir bei ihm stets ein offenes Ohr rind ein theilnehmendes Herz. Seines bewährten Rathes konnten wir stets uns versichert baltcn. Aus dem reichen Schatze seines tiefen allumfassen den Wissens war er stets bereit, uns schöpfen zu lassen, so oft und so viel wir wollten. Seine seltene pädagogische Meisterschaft stand uns stets zur Verfügung, stand uns fördernd 'und stiitzend zur Seite. Wir können unsere Dankbarkeit, unsere Liebe und Bcrchrtlng nicht besser bekundeit, als indent ich inr Rainen des geebrten Leiters unferer Schule und im Reimen des Lehrerkollegiums gelobe: „In seinem Sinne und in seinem Geiste werden wir den Religionsunterricht in unserer Schule weiter ertheilen und die uns anvertrauten Kinder fiir ihren Gintritt in's Leben vorbereiten." Dann tvird seine Wirksamkeit auch bei uns keine vergebliche gewesen sein, sein Verdienst tvird uns beisteben, und sein Andenken tvird unserer Schule und ihren Lehrern zum Segen gereichen. Amen! Herr Jacob Rosenheim: . Sic ist gekommen Ter /teila deotc stille Scheidestunde — /in' Frühlingszeit — Diese Worte, die einst, vor vierzig Jahren, des Entschlafenen Mund binaussingen ließ in den Kreis seiner Schüler und Schülerinnen zur Frühlingszeit, diese Worte fallen mir schwer auf's Herz, da ich mich anschicle, Namens des Vereins „Ben Usiel," dem beimgegangenen Lehrer den letzten Scheidegrust nachzurufen in die Ewigkeit. „Dann" — so sang er damals weiter, denn er war auch ein begnadeter Sänger, „Tonn — wenn das große Schuljahr unsres Lebens L-ich vollendet — sich', dann waren alle Jahre Rur Ein großer Frühlingstag — und seine Sonne 'Neigt sich — wenn heraufgczogen Der letzten Resta Scheidestunde Zur Frühlingszeit „Zum cw'gen Frühling. — —" Wie eine Vorahnung eigenen Scheidens, so klingen diese Worte heute an unser Ohr, als ob er es geahnt hätte, daß er dahingehen würde in lichter Frühlingszeit. daß sie ihn hinaustragen würden am Vorabend jenes „zehnfach gekrönten" Tages, da uns Jubel entgegenschallt aus der Geschichte unseres Volkes. Und auch das war eine Ahnung: e i n großer Frühlingstag fürwahr war, nicht sein Leben, denn wer könnte das rückschauend von einem Menschenleben sagen, aber sein L e h r en; ein großer Frühlingstag, von eine m Sonnenstrahl alle Keime geweckt, von einem Sonnenstrahl alle Früchte gezeitigt, und jene Sonne seines Lebens, wer war es anders, als er, der Unsterbliche, Unersetzliche — Samson Raphael Hirsch! Von jenen Frühlingstagen an, da er als jugendfroher Streiter in den schwarzen Neumondblättern des „Jeschurun" dern Vater an die Seite trat, bis hinab zu jenen wehnnithvollen Worten, mit denen er die letzte Gabe des großen Vaters in die Familen seines Volkes einführte, bis hinab zu seiner letzten Gabe — die nicht die allerletzte sein wird — bis hinab auch zu seinem Wirken in unserem Vereine — war dies der Gedanke, der den Inhalt all' seines Strebens ausmachte, Herold, Dolmetsch des Vaters zu sein. Und als der Vater heimgegangen, da ergriff es ihn erst recht, da ward es zur Leiden scha fr feines Levens, als Priester zu dienen im Gedankenhciligthum jenes Großen, hinausznrnfen in den Kreis unserer Gemeinde und über diesen Kreis hinaus, ma? er als Wahrweit erkannt hatte. Das Gedankenfpstem Samson Raphael Hirsch's f. A. in allen Einzelheiten zu erfaßen und zu beleuchten, seine Gedanken anszubauen und weiter zu entwickeln, für ihre Richtigkeit Belege zu sammeln im gesummten biblischen und talmudischcn Schriftthum — wie es in der zur morgigen ’c mit Beziehung auf die Symbolik der r':zmp geschieht — dann aber auch hinauSzutretcn und alle Gestaltungen der Gegenwart rrn Lichte jener Auffassung zu erschauen, Bruchstücke, Vorarbeiten zu liefern zu einer jüdischen Philosophie des geschichtlichen Geschehens — das waren die Strebeziele seines Schaffens bei uns, in unserer Mitte, und wie er e? verstand, mit innigen Worten alle die Ideale des jüdischen Bewußtseins uns an's Herz zu reden, das soll ihm einig unvergesten bleiben. Wenn ein jüdischer Lehrer stirbt, so lehren unsre Weisen da dann sollen die Schüler bei Nennung seines Namens die Worte binzufügen: rr&3 \r*rr. Scheiden wir von dieser Bahre, die des Lehrers sterbliche Hülle birgt, mit diesem Gedanken: mn •rrtrcS rr-er. c‘*rrt Trxr tc; X7?71, pflegen die

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