Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 28 (5.4.1900)
- Date
- 1900-04-05
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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578 Verhältnisse in Spanien haben sich seit der Ausweisung der Juden nicht sonderlich gebessert." Rußland. Mew. (Jüdische Taxen.) DaS Gesetz nöthigt die jüdischen Gemeinden, einen Reservefonds festzusetzen, der aus den Steuern für Fleisch und Licht besteht. Diese seit Jahren erhöhten Steuern stellten manchmal sehr bedeutende Summen dar. So erreichen sie im Gouvernement von Kiew die Höhe von 823,384 Rubel. Trotz dieses Reichthums können die jüdischen Gemeinden zu diesen Hilfsquellen keine Zuflucht nehmen und zwar deßhalb, weil sie seit langer Zeit ihr Recht auf dies Geld nicht ausgeübt haben. Wegen der Lässigkeit der Israeliten haben die Stadtbehörden geglaubt, diesen für die jüdischen Gemeinden bestimmten Fonds für die allgemeinen Bedürfnisse der Stadt gebrauchen zu dürfen. In Wilna hat die Stadtbehörde einen Theil des Geldes zur Aufbesserung der Straßen benutzt. In andern Städten hat man denselben anderweitig verwendet. In Simferopol hat man in der Kasse der jüdischen Gemeinden 30,000 Rubel angehäuft, um damit ein Mädchengymnasium zu gründen. In Byalistok hat man zum selben Zweck 20,000 Rubel verwandt und in Berditscheff hat man für Ausbesserung der Wege 8000 Rubel verbraucht. Hieraus geht hervor, daß die jüdischen Gemeinden genöthigt waren, Maßregeln zu treffen, um das Defizit in ihren Budgets zu begleichen. Heute haben diese Mißbräuche dank dem energischen Auftreten der Gemeinde von Kherson ein Ende genommen. Auf Befehl des Ministers des Innern hatte man aus dem Reservefonds der jüdischen Gemeinde von Kherson 20,000 Rubel zum Bau eines Mädchengynasiums nehmen wollen. Die Gemeinde beklagte sich beim Senat, der folgenden Erlaß gegeben: 1. Die Reservefonds der Steuern werden auf der kaiserlichen Bank niedergelegt und sind für die Bedürfnisse der jüdischen Gemeinden zu verwenden. 2 Das Lyceum von Kherson dient der ganzen Bevölkerung von Kherson und nimmt unter ihren Schülern ein Drittel Juden auf. Daraus geht hervor, daß der Minister des Innern nicht mit dem Gesetze übereinstimmt, das die fraglichen Fonds dazu bestimmt, die Kosten zum Bau einer Schule zu verwenden. Der Senat erklärt außerdem, daß die 20,000 Rubel der Gemeinde zurückgestellt werden sollen. Dieser Erlaß wird ohne Zweifel eine Anzahl von Prozessen Hervorrufen und den jüdischen Gemeinden des Reiches erlauben, für ihre Bedürfnisse die feit Jahren angehäuften Millionen in den Kassen der kaiserlichen Bank zu verwenden. Vermischtes. Gtratzburg i G. Die Gegenseitige Hülseleistungs- Gesellschaft der Israeliten von Slraßburg weist eine (Sinnähme von M. 4958 auf, die bis auf Mk. 1299 verausgabt wurden Mühlhausen i. Die Israelitische Gewerbeschule des Ober-Elsaß in Mühlhausen zählte im Jahre 1899 48 Schüler, von denen 14 die Anstalt verlassen haben und sich selbstständig durch ihre HLudeaibeit ernähren. Die Schule hatte eine Einnahme von M. 19,U 2, denen an Ausgaben M. l 4,844 gegenüber stehen. Prag. (Auszeichnung.) Dem Verlagsbuchhäudler Herrn Jakob B. Brandeis in Prag und Breslau wurde aus der Ex|>o.sirioii i7ifeni;tm;iale concur.a calinaire et d’almintation (Kochkunst- und Nahruugsiiiittelausstelluug) in Paris für das in seinem Verlage erscheinende „Vollständige iSrael Kochbuch" von Marie Kauders die goldene Medaille zuerkannt. Montreal. Die hiesige Aoung Men'ö Hebreiv Benevolent Society hielt vor einiger Zeit ihre jährliche Generalversammlnng ab. In dieser kam auch der Bau eines neuen Schul- und Bibliotlieksgebäudeo zur Sprache, zu der die Jewish Eolonisation Association 19,'09 Dollar beisteuern wird wenn die Gesanuntsnmme von 85,090 Dollar beisammen sein rvird. Im letzten Jahre betrugen die Gefammtausgaben rund .8009 Dollar. In Zukunst wird die Gesellschaft über 600,(09 Francs zu verfügen Habe8, die ihr testamentarisch von der Baronin Hirsch vermacht sind Als rühmendes Zengniß für die Moralität der Juden in Eanada soll noch erloähnt werden, daß in dem Gefängnisse und den Besserungshäusern von Montreal kein einziger Jude sich befindet, und im ganzen Staate nur vier Juden im Gesangniß oder ähnlichen Anstalten sich zur Zeit befinden. Moskau. Der Jahresbericht des Vereins zur Unterstützung hilfsbedürftiger Deutscher Rei bsangehoriger in Moskau pro 1899 weist unter der Zahl der .852 Unterstützten 249 Protestanten, 59 Katholiken, 22 Orthodoxe und I Juden ans. Unter den Spenden finden wir größere Beträge von Israeliten: Aron Hirsch und Sohn, Halberstadt M. 200, Moritz Hirschfeld M. 50. R. Jonas M. 200, Rücharot Georg M. 809 und 9t. Wertheim—London M. 25". Jerusalem. Die Gemeinde der Gurgis unterhält eine Jeschibah „Mekor Chajim" genannt, die von 20 Talnludjüngern besucht wird. Di selbe ist der Unterstützung edler Glaubensgenossen nach jeder Richtung würdig._ E«eria<1tftung In der Besprechung der Schrifien rom 'INS des Herrn Feinberg in Memel, wird der Verfasser als erblindet bezeichnet. Dies ist, wie uns der Recensent nachträglich ntittheilt, glücklicher Weise ein Jrrthum Herr Rabbiner Feinberg ist nur an besonders trüben Dagen am vollen Gebrauch seines Augenlichtes behindert, was ihn aber weder am Studium noch in der Entscheidung der ihm vorgelegten nrNty und in seinen sonstigen amtlichen Funktionen irgendwie ernstlich behindert. Briefkasten der Redaetion. A. N. in strtbourg Anonyme Zuschriften werden von uns grundsätzlich nicht berücksichtigt. Briefkasten der Expedition. H. B. in L.. Betrag von Mk. 14 dankend empfangen. Frankfurt a. M. Schillerst!*. 41. Hlich -JHf-Jf neben Caftf Bauer -Jf-jf-jf Sensal: Für Immobflien-Hypotheken und Finanzirungen. [6857