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Der Israelit · 1900-04-02 · Heft 27 (2.4.1900) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 27 (2.4.1900)
Date
1900-04-02
Page
– (sequence 9)
Language
German
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4t. Jahrgang. Beilage }u M 27 des „Israelit". Literarische Umschau Tno Blut im ('Hauben und Aberglauben der Menschheit, mit besonderer Berücksichtigung der „Volksmedizin" und des „jüdischen Blutritus." Aon Herunrnn L. Strack, ao. Professor der Theologie an der Universität in Berlin. Fünfte bis siebente Auslage. 12—17. Taus. M ii n ch e n 1900. Verlag der Beck' scheu Verlagsbuchhandlung. 208 Seiten. Preis 2 Mark 60 Psg. Dieses hervorragende und bedeutsame Buch ist in einer neuen, völlig veränderten und umgearbeiteten Auflage erschienen. Es iväre nicht die rechte Art, das Buch zu loben. Die herrliche Schrift muß gekauft, gelesen und Verbreiter werden. In den Zeiten von Polna muß ein solches Buch zum Besitzstände eines jeden gebildeten Israeliten und einer jeden israelitischen Bibliothek gehören. Heutzutage verzichten selbst vorurtheilssreie Christen daraus, die jüdische Lehre zu ver theidigen, ans Furcht, man könnte sie als „Judentnechte" hinstellerr. Strack tritt furchtlos aus der Gelehrtenstube aus den Plan, der evangelische Theologe nnrd zum Vertheidiger unserer schmählich angefeindeten Religion, er ist einer jener Frommen anderer Bekenntnisse, die nach einenr Worte unserer Weisen Antheil haben am einigen Leben. Er selbst schreibt in der Einleitung: „Das offene Eintreten für meine Ueberzeugung, insorrderbeit das Zurückweisen von Verleumdungen der jüdischen Religion hat mir nicht nur Beschimpfungen in der Tagespresse, sondern auch schweren äußeren Nachtheil gebracht. Dadurch bin ich jedoch nicht einen Augenblick irre gelvorden in der Gewißheit, daß ich auch ferner so handeln müsse rote bisher." Er ist durch Schmutz, durch Blut und durch Thränen gewatet, aber er schritt weiter um der Wahrheit und um der Ehre willen, denn die Ehre nicht nur der jüdischen, sondern auch der christlichen Religion steht aus dem Spiel. Wir behalten uns vor, auch das Wert des unerschrockenen .Kämpfers eingehend zurückzukommen, welches Professor Masarpk in Prag soeben in's Tschechische übersetzt. Für heute rusen wir unseren Glaubensgenossen nochmals eindringlich zu: „.('kaufet, leset und verbreitet das Werk!" (Das Buch iniißte billiger sein, damit es auch die minder Bemittelten kaufen können. Red.) E'T! rViXSMü Israelitisches Andachtsvuch etc., herausgegeben von Dr. S. B ä r. Vollständig neu bearbeitet von Rabb. Joses R o b e l. Rödelheim, Druck und Verlag von S. L e h r b e r g e r n. E o. 1900. Im anspruchslosen Gewand einer „Neubearbeitung" hat der bewährte Versager ein frisches Erzeugniß seiner Geisteswerkstatt, eine „neue Arbeit" im besten Sinne des Wortes der Oeffentlichkeit übergeben. Die neue, streng systematische Einleitung und die vortreffliche Uebersetzung des ganzen Buches, wesentliche Erweiterung u. iibersichtliche Anordnung der einschlägigen und iverthvolle Bereicherungen des homiletischen Theils (den „Lehrvorträgen" der hebräischen Abtheilung sind geistvolle Anmerkungen beigegeben, und den Homilien der deutschen Abtheilung zehn weitere Betrachtungen hinzugefügt) machen diese jüngste (6.) Ausgabe des rrn in Wirklichkeit zu dem „vollständigen Gebet- und Erbauungsbuch," als das es sein Titel einsiihrt. Naturgemäß tragen gerade die letztgenannten homiletischen Bereicherungen des Herausgebers eigenstes geistiges Gepräge. Sie enthalten nicht, wie die den bisherigen Ausgaben entnommenen Homilien (Nr. 1—28) eine schlichte Wiedergabe von Midraschstellen über Menschenleben, Auferstehung und Gottesvergeltung; diese neu hinzugefügten Betrachtungen (Nr. 29—38) — und das Gleiche gilt von des Verfassers Anmerkungen zu den „Lehrvorträgen" — machen das Talmud- und Midraschwort zum Ausgangspunkt für tiefe und ernste, aber von jüdischer Lebensfreudigkeit getragene Gedanken über Gott und Welt, Leben und Tod, Diesseits und Jenseits, über das Verhältniß des Einzelnen zur Gesammtheit, der .Binder zu den Eltern u. s. w.; dabei verltebt er eine ideale, in Geist und Geschichte des Judentums ivurzelnde Lebensauffassung, das dürftige und engbegrenzte Einzelgeschick mit glaubensinniger Beredsamkeit in's Große, Bedeutsame und Allgemeine umzusetzen lvir verweisen z. B. auf Nr. 34 („Die Auferstehung, erschaut von unfern Propheten"), wo der Midrasch rre rrnS tsi npo mrm m eine klassisch zu nennende Interpretation, eine Deutung in >vabrbaft großem Stile erfährt. Auch im Einzelnen tritt allenthalben des Herausgebers eigene Arbeit und eigene Ansicht zu Tage. Aus der reichen Fülle erivähnen lvir: Die Entscheidung über das - Legen des ps*, (S. 98), sowie über im tr-rp des Trauerhauses (S. 133): die originelle Auffassung des Ausspruches des R. Jochanan d'2 -ir'W- S2-; pi (S. 175 ff.); die Exegese des n:~b crrE (S. 220 ff.); den in die w.vrr nSer nr.'ibz) mit glücklicher Wahl eingefügten Bibelvers. an Stelle des wenig passenden, den die alten Ausgaben lesen (S. 43). Werthvolle Beigaben sind ferner: Die Grabinschriften von R. Akiba Eger (dem älteren), R. Mose Sorer und von Halberstädter Berühmtheiten (S. 302 ff.): ein Responsum des Oberrabbiners Dr. Autna, Eisenstadt, gegen jede andere Art der Bestattung, als in der Erde (im Auszug, S. 315 ff); die „Rundschau aus heiligem Boden" (S. 98 ff. der deutschen Abtheilung). Einigermaßen überflüssig erscheint es uns, daß ssch ein große Anzahl der deutschen Grab-

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