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Der Israelit · 1900-03-29 · Heft 26 (29.3.1900) · page 40

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 26 (29.3.1900)
Date
1900-03-29
Page
– (sequence 40)
Language
German
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sions&nstalt and in der Inysrimoric Catholique der Jesuiten and Lazaristen. Die jüdische Schule daselbst ist unbedeutend, und leistet auf dem Gebiete des Hebräischen wenig, auf dem des Arabischen das denkbar Geringste, und im Türkischen gar nichts Beirut ist der Mittelpunkt und Ausfahl tshaten für den internationalen Handel mit dem Libanon, Damaskus und dem Haurän, während Jaffa nur der Hafen von Jerusalem ist. Während deshalb Jaffa sich noch mit einigen vereinzelten Öllampen begnügt, hat Beirut seit 1888 Gasbeleuchtung. Ausserdem wird es schon seit 1875 durch eine neue Wasserleitung versorgt. Um so eigentümlicher berührt es, dass Jafla und Jerusalem, der Pilgerzüge wegen, früher mit einer Bahn verbunden wurden, als Behüt und Damaskus. Von den phönizischen Städten haben sicher schon in der HLtazeit wohlgebaute Kunststrassen über den Libanon nach Osten und Norden geführt. Aber wie der Orient in endlose Kriege verfiel, so haben auch diese Jahrtausende alten Kunststrassen der kauaanäischen Phönizier und Hethiter dem Verfall nicht widerstanden. Seitdem aber Beirut, das in den letzten 30 Jahren seine Einwohnerzahl verfünffacht hat, sich mehr und mehr zu heben begann, musste mau ernstlich an den Bau geeigneter Kunststrassen denken. So entstand um 1860 die neue Bergstrasse, die eine französische Gesellschaft über das Gebirge nach Damaskus baute. Sie ist, bei einer Breite von durchschnittlich sieben Metern, 112 Kilometer lang, d. h. etwa so laug wie die Eisenbahn, die von Potsdam nach Magdeburg führt. Die Herstellung kostete eine halbe Million Francs. Auf dieser Chaussee geht täglich zweimal von Beirut nach Damaskus und umgekehrt die Post, welche die ganze Strecke in 13 Stunden zuiücklegt. Der Güterverkehr bewegt sich mit 1200 Maulthieren, die der Strassengesellschaft gehören Ausserdem ziehen endlose Karavanen die neue Strasse entlang, die freilich ein ziemlich hohes Chausseegeld zu entrichten haben. So vermag die Gesellschaft 16 Procent Dividende ihren Aktionären zu zahlen. Ausserdem ist, dank den Bemühungen des Comte dePerthuis seit vier Jahren eine Eisenbahn entstanden, die der Compagnie ottomane des chemins de fer öconomiques en Syrie gehört. Schon im Sommer 1894 wurde die Linie von Damaskus nach El-Muzerib im Dscholän eröffnet. Die Eröffnung der Hauptlinie liess dagegen noch mehr als ein Jahr auf sich warten. Während die 101 km lange Bahn nach El-Muzörib eine schmalspurige Dampftramway ist, wurde die Hauptbahn bei einer Spurweite von 105 cm nach dem gemischten System von H. Abt gebaut. Abt selbst hat die Probefahrten geleitet. Für den kombinirten Adhäsions- und Zahnradbetrieb hat die Lokomotiv- und Maschinenfabrik Winterthur ca. 32 km Zahnstangen, sowie sämmtliehe mit drei gekuppelten Adhäsionsachsen versehenen Tenderlokomotiven geliefert. Jede Maschine ist mit fünf verschiedenen Bremsapparaten versehen, und erreicht, da sie bedeutende Vorräthe an Wasser und Kohlen mit sich führen muss, ein Maximaldienstgewicht von 44,000 Kilogramm. Dem Unterbau war die Bodenbeschaffenheit günstig, und es war verhältnissmässig leicht, für genügenden Wasserabfluss zu sorgen. Der Oberbau besteht durchwegs aus Eisen. Die Schienen ans Flussstahl wiegen bei einer Länge von 9 qm, 273 Kilogramm. Auf allen Steigungen von mehr als 25% ist die Zahnstange angewendet, im Ganzen 16 Zahnradstrecken von insgesammt rund 32 Kilometern, in welche, die Einfahrt automatisch durch ein bewegliches Zahnstangenstuck bewirkt wird. Sie sind sämmtlich im Libanon, während man im Antilibanos bei der Adhäsionsbahn geblieben ist. Die Bahn nimmt ihren Anfang bei Beirut an der Strasse nach Taräbulus, nicht fern von der Brücke über den Nähr Beirut, und überschreitet bald die Strasse, indem sie nur wenige Meter über dem Meeresspiegel die schmale Ebene durchschneidet. Aber schon sehr bald beginnt die Steig nag, und mit ihr die Kurven. Indem man die Gärten der Ebene mit ihren Orangenhainen und Palmen verlässt, fährt man die mit Pinien bestandenen Kalkberge des Libanon empor. Je höher man steigt, desto mehr erweitert sich der Gesichtskreis. Liebliche Landschaften hängen mit jungem Grün frischer Pinien herab zu der blaugrünen Georgsbai, die an den beiden Vorgebirgen von Beirut die üppige Südlandschaft mit weissem Schaume randet. Tunnels und Bahnschleifen in wilddurchbrochenen Felsen vervollständigen das Gemälde, während die Poststrasse bald unter uns, bald hoch oben aut den Bergen ihre weisse Linie malt. In romantischem Berglande liegt das Städtchen Aleih, wo der Kaiser sein Zeltlager aufgeschlagen hatte. Unten sieht man deutlich und klar die Stadt Beirut, deren Hafen Dampfer und Segelschiffe, sowie zahllose Fischerbarken beleben, während der Gipfel des Sau in, dem sich die Bahn zuwendet, mit seinen Kalkschichten im Mittagsstrahle der Sonne schillert. Unbebaut und öde heben sich diese Kalkmassen des hohen Berges zum blauen unbewölkten Himmel, welchen keine Zeder mehr grüsst. (Schluss folgt) Druck der Joh. Wirth’scben Hofbuchdruckerei Actien-Gesellschaft, Mainz.

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