Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 26 (29.3.1900)
- Date
- 1900-03-29
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2449049-2449075--50398-2500825- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
546 / Ein solches Vorgehen schädigt unsere heilige Suche auf das empfindlichste! Wie die Dinge heute liegen, hat jeder Prinzipal, dem es mit der Heilighal tung des Sabbats ernst ist, die unabweisbare Pflicht, nur Gebiilfen anzunehmen, die auf dem gleichen Stand Punkt stehen. Das mag in manchem Falle eine Erschwe rung oder Verzögerung der Besetzung bedingen, wenn aber der nöthige gute Wille vorhanden ist, wird es, von verschwindenden Ausnahmen abgesehen, stets durchzuführen sein. Je ausschließlicher und umfassender Prinzipale und Gehülfen von unseren Diensten Gebrauch machen, desto näher kommen wir unsrem Ziele: „jedem Suchen den eine passende Stelle, jedem Prinzipal eine Anzahl passender Bewerber" Nachweisen zu können. Zum Schlüsse gedenken wir gern des Entgegen kommens, das unser Verein von vornherein bei den gleiche Ziele verfolgenden Vereinen in Breslau und Hamburg gefunden hat; so weit die räumliche Entfern ung es zuläßt, hat zwischen uns ein Hand in Hand Arbeiten platzgegriffen. Mit dem organisirten Berliner Verein sind wir in ein noch engeres Verhältniß getreten, indem wir seinen ordentlichen Mitgliedern unsere Stellenvermittlung zugängig gemacht haben. Das Cassaconto balancirt mit ca. Mk. 10,000. Der Verein besitzt heute bereits ein Vermögen von ca. Mk. 10,000. An stellenlose Mitglieder wurden im Jahre 1899 Mk. 1094.78 bezahlt. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Zubern, 15. März. Ueber den Verlauf des Festessens in dem unter Aufsicht des Rabbiners stehenden Eentral-Hotel anläßlich der Einweihung der neuen Synagoge wird geschrieben: Um 5 Uhr versammelte sich der größte Theil der hiesigen israelitischen Bevölkerung, um die vollbrachte Weihe ihrer Synagoge würdig durch ein Festesten abzuschließen. An der Spitze der Tafel bemerkten wir den Herrn Bürgermeister Regierungsassestor Dr. Weber, dessen Frau Gemahlin, Stadtrath Guntz, Herr Oberrabbiner Ury, Herrn Stadtrabbiner Dr. Staripolsky und noch andere. Herr Rabbiner Dr. Staripolsky widmete sein erstes Glas des Kaisers Majestät, hervorhebend, daß, wie bei Gott die Liebe in ehrfurchtsvollem Gebete Ausdruck findet, ebenso es Pflicht eines treuen Unterthans ist, bei jeglicher Festesfreude, die ihm im engeren Kreise der Seinigen zu Theil wird, seine Liebe zu dem Landesvater, durch dessen Schutz solche ungestörte Freude denkbar ist, durch Dank und Huldigung Ausdruck zu verleihen und forderte die Gesellschaft auf, mit ihm in den Ruf einzustimmen: „Se. Majestät der Kaiser lebe hoch," welcher mit Begeisterung von der Festversamm lung erwiedert wurde. Die Musik spielte die Kaiser Hymne. Herr Oberrabbiner Ury toastete auf das gute Einvernehmen der Kultusgemeinde mit den Einwohnern der Stadt Zabern. Herr Stadtrath Schwab toastete auf die Stad:, den Bürgermeister, den Rabbiner Dr. Staripolsky, be: dem er rühmend hervorhob, daß weder die Ankämpf ungen der Synagogenvertvaltung, noch Blühe und Geldopfer ihn an der Förderung des Baues hindern konnten; zuletzt waren auch die Damen erwähnt wor den. Dieser Toast un veranlaßte den Herrn Rad biner Dr. Staripolsky zu einem humorvollen Trink spruck auf die Damen. Donnernder Applaus ward dieser Rede zu Theil. Der Herr Bürgermeister widmete sein Glas dein Gedeihen der Kultusgeineinde. Der Abend verlief in angenehmer Unterhaltung. Herrn Stadtrath Schwab gebührt besonderen Dant kür die korrekte Durchführung des wohlgelungenen Festes. Die Leberrsversich,rurras Gesellschaft zu Leipzig, auf Gegenseitigkeit errichtet 183'» (alte Leipziger), bat im Jahre 1899 sehr günstige Geschäfte ergebntsse aufzuweisen. Es wurden bei ihr neue Versicherungsanträge über Mk. 54 025 100 Versicherungssumme (Mk. 2 774 9 iU mehr als im Vorjahre) eingereicht und neue Be, sicherungen über Mk. 45 438 7o0 (Mk. 1 977 >00 mehr als iin Vorjahre) abge schlossen. Der freiwillige Abgang durch Aufgabe und Rück kauf von Versicherungen hat sich, wie immer, m mäßigen Grenzen gehalten. Ganz besonders günstig aber war der Verlauf der Sterblichkeit bei den Todesf llversicherungen; es sind 18^9 ntir 918 Personen, die mit Mk. 6 092 250 versichert waren, gestorben, während im Jahre 1898 915 Personen mit Mk. 6 898 150 Versicherungssumme durch Tod abgegangen waren. Rach Berücksichtigung aller Abgänge ist 1899 ein reiner Zuwachs des Versicherungsbestandes um 2099 Personen mit Mk. 30 229 700 Versicherungssumme verblieben, womit der Neinzuwachs erstmal .30 Millionen Mark überschritten und der Versicherungsbestand sich auf 74 401 Personen mit Mk. 571 553 750 Versicherungssumme gehoben hat. Der Rechnungsabschluß für 1899, mit dessen Fertigstellung die Gesellschaft noch beschäftigt ist, wird voraussichtlich ebenfalls ein sehr günstiges sinanzielles Ergebniß liefern und einen hohen Jahresüberschuß ausweisen. Bei der alten Leipziger Gesellschaft, die eine reine Gegenseitigkeitsanstalt ist, fließen alle Ueberschüsse den Versicherten in Gestalt von Dividenden wieder zu. Im latisenden Jahre beträgt die Dividende für die länger als 5 Jahre bestehenden Versicherungen beim Dividendenplan A, wie seit mehr einem Jahrzehnt. 42 der ordentlichen Jahresbeiträge, bei abgekürzten Versicherungen außerdem noch 1,50,0 der öumme der gezahlten Zusatzprämien; beim Dividendenplan gelten steigende, nach der Dauer der Versicherung abgesinfie Dividendensätze. die die Leibziger Gesellschaft in der von Anfang an in Aussicht gestellten Höhe fortgewährt, währen) viele andere GeselEcha ten sich gezwungen gesehen haben, ihre steigende Dividende herabzusetzen.