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Der Israelit · 1900-03-22 · Heft 24 (22.3.1900) · page 26

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 24 (22.3.1900)
Date
1900-03-22
Page
– (sequence 26)
Language
German
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500 leidend war, hörte ich doch schöne m:n aus seinem Munde. Indem ich mich gedrungen fühle, mich den erwähnten Gegenerklärungen anzuschließen, bleibt mir nur noch zu wünschen übrig, daß die löbliche Redaktion ihr Bedauern darüber ausdrücke, daß jene, die Ehre eines Verstorbenen sowie die seiner hochachtbaren, streng orthodoxen Familie verletzende Aeußerung Eingang in Ihr geschätztes Blatt gefunden hatte. Adler, Distr.-Rabbiner. (Geschieht hiermit gerne. Red. d. Jsr.) O e st e r r. - U n g a r. M o n a r ch i e. Prag. Unter dein Schlagworte „Antisemitismus auf Reisen" erzählt der „EzaS", das Organ des Prof. Masarnk, folgende Geschichte: Dem Herrn Hirsch Schönmann, Handelsmann in Bielitz, telegraphirte sein Schwiegersohn aus München, daß in seiner Familie ein freudiges Ereigniß eingetreten sei und er bitte, ihm aus der Umgebung von Bielitz eine gesunde Amme nach München zu senden. Der glückliche Großvater beeilte sich, den Wunsch seiner Kinder zu erfüllen, aber beinahe wäre er für seinen Eifer als Verbrecher angesehn worden. Das Unglück wollte es. daß er auf der Eisenbahn mit einem Antisemiten zusammenkam. Auf der Station Petrau setzte sich zu ihm der Handelsmann I. Streuzek aus Skotschau und knüpfte mit der Amme sogleich folgendes Gespräch an: Mädel, geh' nicht mit ihm, er wird Dich abstechen und Mazzes aus Dir machen? DaS Mädchen sprang auf den Perron und schrie um Hilfe. Daraufhin gab es einen Zusammenlauf, Geschrei, ein Geheimpolizist erschien und unterzog Herrn Hirsch Schönmann einem Verhör. Selbstverständlich fuhr ihm der Zug davon und nach München wurde ein Telegramm abgesendet, auf die Amme nicht zu warten. Herr Streuzek aber nahm die Amme mit nach Hause, während Herr Hirsch Schönmann froh war, den Geheimpolizisten davon überzeugen zu können, daß er kein Händler mit Menschenfleisch sei, wofür ihn der Arm der Gerechtigkeit gehalten hatte. Herr Streuzek und dieser Polizist, Ramens Mattel, stehen unter Anklage. Der Eine wegen Verbreitung verleumderischer Nachrichten, der Andere wegen Mißbrauches der Amtsgewalt und wegen Ehrenbeleidigung. In seinem Amtseifer schrie nämlich Mattel: „Ihr Menschenhändler, ich werde Euch noch aufhängen!" -> Personalien. Berlin, Ifj. März. Herr David H i r s ch f e l d , der Schatzmeister des Berliner Asplvereins für Obdachlose, ist am 31. d. M. gestorben. Durch seinen Tod erleidet der Verein einen schmerzlichen Verlust, denn länger als dreißig Jahre hindurch hat der Verstorbene sein schwieriges Amt mit seltener Aufopferung und Pflichttreue verwaltet und hat sich durch die Erschließung immer neuer Einnahmeauellen für den Verein um die Entwickelung dieser wahrhaft Humanitären Körperschaft ein bleibendes Verdienst erworben. Maggrabowa, Ost-Pr. Hier verschied der Vorsitzende unserer Synagogengememde, Herr Emil D a - v i d, der Jahre lang seines Amtes mit Treue und Hingebung gewaltet hatte. Die herrlichen und herzlichen Worte, in denen bei der Beerdigung Herr Kreisrabbiner Dr. B e e r in a n n aus Insterburg die Verdienste des Verblichenen schilderte, machten aus alle Hörer eine tiefen Eindruck. Rendsburg, 15. März. Ein Wehklagen wird aus unserer Stadt vernommen, denn die Zierde unserer Gemeinde, unser Führer und Vorbild unseres alltäglichen, wie auch religiösen Lebens, Herr M. Ph. Jacob, gewesener Gemeinde- und Schulvorsteher, langjähriger Maggid der hiesigen Chewra-Kaddischa, ein Mann, der alle Tugenden eines edlen Israeliten besaß, ist am 28. Februar von uns abberufen worden. Die hiesige Gemeinde betrauert in ihm einen Mann von seltenen Eigenschaften, einen Mann der jüdischen Pflichttreue. Viele hat er in den Abrahamsbund ausgenommen. Wahre, ungeheuchelte Frömmigkeit, ein mildthätiger Sinn für alles Gute und Edle bildeten die Grundzüge seines Charakters. Das Wort unserer Weisen: „Dein Haus sei stets der Mildthätigkeil geöffnet und die Armen sollen bei dir ein- und ausgehen," erfüllte er im wahren Sinne des Wortes, denn sein Haus war stets für die Armen geöffnet und seine hilfreiche Hand war bereit, stets mit Rath und Tbat den Bedrängten beizustehen. Da das Begräbniß gerade am Rosch-Chodesch vor sich ging, mußte von einer eigentlichen Trauerrede Abstand genommen iverden. Nur der Schwiegersohn, Herr L. Tannenwald aus Hamburg, erwähnte in kurzen Worten die Vorzüge des Verblichenen, die uns als aneiferndes Beispiel dienen mögen. Am Grabe ergriff noch der Neffe des Verstorbenen, Herr Herrmann Philipp aus Hamburg, das Wort und schilderte in schönen Worten seine Glaubenstreue, seine seltene Vaterliebe, sein Leben und Wirken als Mensch und Bürger dieser Stadt, der er von Herzen zugethan war und endlich seinen biedern und bescheidenen Charakter. Die Rede nmchte auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck. Von der Beliebtheit, dessen sich der Verstorbene in allen Kreisen erfreute, zeugte die allgemeine Theilnahme bei seinem Leichenbegängnisse. Nicht nur eine große Anzahl angesehener Bürger unserer Stadt, sondern auch aus der Ferne waren viele Freunde und Verehrer des hochgeschätzten Mannes herbeigeeilt, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. > Vermischtes. < Königsberg i. Br. Herr Oberkantor Birnbaum bat das von ihm für die lirnrgifcbe Uebnng ans der Lehrer konserenz der ostpr. jüd. Lebrer herausgegebene No'enheft <12 Numnurn umfassend) z im Besten der ostvr. Pensionskasse zum Verkauf frei gegeben. Das Heft ist für 50 Pf. von Herrn Waisenh.-Inspector Verib, Königsberg i. Pr., zu beziehen.

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