Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 23 (19.3.1900)
- Date
- 1900-03-19
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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mi Falle erledigter Stellen Beifügung getroffen. Wenn die Stiftung sich auflöst, weil sie event. ihre Zwecke nicht erfüllen tonnte, fällt ihr Vermögen den Anstalten und Vereinen der Budapester isr. Cultusgemeinde zu. Am 24. Januar d. I. hat der Kultusminister auf Grund der durch Se. Majestät den König erfolgten Genehmigung die Satzungen dieser Stiftung bestätigt. Die zweijährigen Zinsen des Fonds sind für die von der Stifterin bestimmten Zwecke bereits verwendet. Prag. Dieser Tage fand im Saale der Produttenbörse die zweite Generalversammlung des Vereins zur Errichtung und Erhaltung eines allgemeinen israelitischen Knaben-Waisenhauses für Böhmen Hierselbst statt. Dem Jahresberichte über die Vereinsthätigleit war zu entnehmen, daß gegenwärtig im „Kaiser Franz Joseph I. Jubiläums-Waisenhaus, welches der Verein in seiner zu diesem Zwecke angekauften Realität in Weinberge, Komcnskygaffe Nr. 16, eingerichtet hat, 25 Waisenknaben untergebracht sind. Die Leitung des Waiscnheims ist in den Händen des bewährten Pädagogen Herrn Direktor Schwager, welchem zugleich die religiös-sittliche Erziehung der Knaben, die Ueberwachung ihres Schulunterrichtes und ihrer häuslichen Beschäftigung anvertraut ist. Der Bericht verzeichnete mit Befriedigung die großen Fortschritte, welche nahezu sämmtliche Knaben nach kaum 1'/.jähriger Pflege erzielt haben, und appellirt an die Unterstützung und Förderung seiner Zwecke. Der Verein glaubt diese Unterstützung insbesondere von den Glaubensgenoffen auf dem Lande in Anspruch nehmen zu dürfen, da seine philantropische Thätigkeit fast ausschließlich den verwaisten Kindern zu Gute kommt, welche in den kleinen Orten auf dem Lande hilflos Zurückbleiben. Der Verein zählt zwei Stifter, Frau Baronin Hirsch-Gereuth mit fl. 100,000, Herrn M. Joß und Frau Adele Joß mit fl. 6000, achtzehn Gründer mit Widmungen von zusammen fl. 18,000, und 229 Gönner mit fl. 2,842,061, zusammen also fl. 6,142,061 und 8092 Mitglieder, welche jährlich fl. 12,365 entrichten. Die Sammelkörbchen haben auf den Antheil des Vereins fl. 281,341 geliefert. In Summa betragen fl. 5,244,733'/-, die Ausgaben fl. 928,164, so daß nebst dem lastenfreien Waisenhause im Werthe von fl. 4,723,380, ein Barvermögena von fl. 4,816,399s/- resiltirt. Der Bericht gedachte dankend noch der zahlreichen Wohlthäter und hilfsbereiten Persönlichkeiten, die dem Verein mit Rath und That zur Seite standen, insbesondere des Damenkomitees, des Institutsdirektors und der Jnstitutsärzte. Nach der Genehmigung des von der Direktion erstatteten Rechenschaftsberichtes gedachte der Vorsitzende, Herr kais. Rath Philipp Falkowicz, der Verdienste einiger Vorstandsmitglieder, insbesondere der aufopferungsvollen Mühewaltung der Herren Siegmund Waldstein, Caffier, und Franz Karl Schalek, Schriftführer, wobei er von der Versammlung aus das lebhafteste akklamirt wurde. Aus der Mitte der Versammlung wurde ferner dem unermüdlichen und opferwilligen Obmanne Herrn M. Joß der Dank ausgesprochen. Husiatyn (Galizien). Hier besteht seit einem Jahre ein hebräischer Litteratur - Verein „Dobhebhe Sifthe Jeschenim" (Obmann David F r ä n k e l), welcher berühmte, noch ungedruckte Manuskripte zu veröffentlichen beabsichtigt. Der Verein wird von großen Rabbinern Galiziens und Rußlands günstig beurtheilt. Der Beitrag zur Mitgliedschaft ist 5 Mark. Im ersten Jahre kommen zur Veröffentlichung: pnr iran -Kran kthpiö «rann m» =rcn) iram?"nn ntw na .(vbv2 'b -itr psi rvz n-iccn uwo tit m»ja:a ytfirr N'rv »yrnT nytrn"')# <2 yen,T mir -ono nSmrt nwa ™ p o"27ib Durian ctt>2 82-77 .127 Dbtkiii by Silin pNJn 2112 nte: ''«i .(bl kth •TCtK pna« 'y* onna# NIL127 srvpn im i782 cy "2-212 rrm„ In 'an KnCD n#nm N12 -RÖip ’iliKe ®npr6 JTK-p27 777V1N2 .<pn» f2ip.i bv 721) 2'i2"b |V2) i72n pttm» bv v'1-v . NVQ1T 'nan <1 irsr-Li'? O"rn nlpQ -ID p'bv.1 vnp?,' purib (1^1 .bin pn:i 72'2ib v'L>.n mna« Sy triTO -2-21 pinn (1 ' ^nvv S'nnv Sprechsaal. Heidelberg, 6. März. Zitate aus einer Schrift des Herrn Rabbinowitsch sind für mich als Beweise seiner Biederkeit nicht maßgebend. An die Autenticität der von Ihrem Correspondenten erwähnten Briefe glaube ich «m so weniger, als der Herausgeber des p'blli zu den schärfsten Verurtheilern des Rabbi von Poltova gehört. Das moralische Bild des Herrn R., das ich entworfen habe, ist durch die obigen Mittheilungen in keiner Weise verändert worden. Die entscheidende Thatsache seiner Gegnerschaft nach Ablehnung seiner Wahl in das zionistische Actionscomitee ist weder bestritten noch widerlegt worden. Doch ich will dem Winke des Herrn R. folgen und den Denunzianten, wie er sich in seinem selbstgewählten Gleichniß bezeichnet, nach der objectiven Richtigkeit seiner Argumente prüfen. Was ergibt sich da? Immer die alte Brühe, ein neuer Aufguß längst zurückgewiesener Beschuldigungen. Namentlich dient das Wort Kultur als Quelle der verwirrtesten Auffaffungen über unsere Thätigkeit. Man identificirt dies mit religiösen Reformen. Das ist falsch. Wir wollen die zahllosen .Kulturkeime, die die Juden haben, nicht an andere abgeben. Die Samen künstlerischer, wissenschaftlicher, sozialer und politischer Bethatigung sollen nicht auf fremden Feldern aufgehen und anderen zu Gute kommen. W i r wollen unsere Saat säen, w i r »vollen unsere Ernte einheimsen. Eine selbstständige Kultur ist ohne Sprache unmöglich — wir pflegen das Hebräische. Hat sie zu ihrer Erstarkung gute Vorbilder nöthig — wir übersetzen die besten litterarischen und