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Der Israelit · 1900-03-19 · Heft 23 (19.3.1900) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 23 (19.3.1900)
Date
1900-03-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
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41. Jahrgang. M »» er Israelit. Ein AenLrat-Hrgan für das orthodoxe IudenIHum. Begründet von vr. Lehmann in Main-. Montag, den 19. März 5660 (1900). Da mit dem 1. April I960 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der Postzeitungsliste pro 1900 eingetragen unter Ar. 3666. 'Reu eititretende Abonnenten^(Postabonnenten gegen Vorlage der Poftqnittung) erhalten das Blatt bis Ende dieses Monats gratis. leitender Artikel. Da Cotlcegkllt beredt uni) ertzSIl Israel. Von Rabbiner Dr. I. MÜNZ in B er ent. Wenn wir einen geliebten, theuren Freund erwarten, der mit seiner Anwesenheit uns erfreuen soll, so lrefsen wir schon tagelang friiher gewisse Vorbereitungen, um ihm den Aufenthalt bei uns angenehm upd schön zu gestalten. Ein solcher treuer Freund wird in wenigen Wochen seinen Einzug in unserer Mitte halten und acht Tage lang bei uns bleiben. Einmal in jedem Fahre kommt er zu uns und ruft eine völlige ttmwandlung, eine tiefeingreifende Veränderung in unserem Hause hervor. Mit freundlichen!, milden Gesichte wendet er sich an alle Hausgenossen, an die Großen und an die Kleinen, an die Söhne und an die Töchter und erzählt ihnen eine zwar alte und bekannte, aber noch immer sehr lebendige und anheimelnde Geschichte. Dieser Freund heißt P e s s a ch und die Geschichte, die er uns erzählt, führt den Titel: iix-i" „Der Auszug von Egypten." Unerschöpflich und unermüdlich waren unsere Sänger, dieses traute Familienfest in schwungvollen Liedern und Hymnen zu preisen und zu verherrlichen. Der große Gedanke der Freiheit war es, der ihre dichterische Fantasie anregte und ihrer Leier die herrlichsten Töne entlockte. Doch kein Lied ist so ergreifend und *) Haftoroh von ~>icn Sn m. überwältigend, wie das erhabene Bild, welches der Prophet Ezechiel am Feste der Befreiung vor unseren Augen aufrollt.*) Der Prophet wird im Geiste des Einigen auf eine Ebene geführt und erblickt dort, so weit sein Auge reicht, n:rr> rraxy leblose, vertrocknete Menschengebeine. Aber ein unheimliches Getöse entsteht und es bewegen sich die Gebeine und fügen sich zu menschlichen Gestalten zusammen. Und auch der Geist beseelt und durchdringt die Gebeine und sie erheben sich zu einem großen starken Heere. Mit diesem wunderbaren Bilde vergleicht der Prophet das Volk Israel. Kleinmüthig und verzagt hatten die Bekenner des Judenthums gesprochen:;',n:pri „Vertrocknet ist unser Gebein, geschwunden unsere Hoffnung, ivir sind dahin." Aber Gott der Herr rief ihnen zu: : Errrn err m wix „Ich lege meinen Geist in Euch und Ihr werdet leben." An dieses Gleichnis; des Propheten wollen ivir anknüpfen und sehen, ivie der Gottesgeist zu allen Zeiten unfern Bekennerstamm erweckt und zu einem neuen, frischen Leben verjüngt hat. I. Wenn wir die Annalen der Geschichte aufschlagen und unseren Blick aus die Vergangenheit richten, so bemerken ivir, wie die Menschen der alten Zeit in zwei Klassen getbeilt und getrennt waren. Die einen waren die Freien, die Herren, die andern die Knechte, die Sklaven. Jene waren im Besitze aller Rechte und Freiheiten, diese schmachteten in Druck und in Elend und hatten auch nicht den geringsten Anspruch auf die Genüsse und Freuden dieser Welt. Dieser Raffen- und Kastenunterschied ivar aber in keinem Lande so schroff und so scharf ausgeprägt, als in Egypten. Dort gab es eine besondere Klaffe von rechtlosen, geknechteten Menschen, und zu dieser schmachvollen Stellung ivurden

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