Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 22 (15.3.1900)
- Date
- 1900-03-15
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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für düsL^ Orthodoxe MuderrthumÄ KM Wi iat Mn tlsr - e. L i u 21T d r ci> o n. Von L. N . . . . Wie :oar er dom eigenNiw liier her ge tenunen in ■ diew aeiDÖnnltdie h'cfelli'diort? Mr, der vornehme, giciin i zende, echte, schwere Silbertbaler inmitten dieser vielen, j Meinen, minderwerthigen Atiinzen! Der .Moos that ihm noch weh von der (Erschütterung des Faltes, und er hatte > dNühe, feine Gedanken zu sammeln. Ja richtig, langj kam besann er sich: In einer feinen Lederbörse hatte er! gelegen, neben gänzendem Golde — er hatte überhaupt j immer nur mit Gold verkehrt - vis der Besitzer dieser Börse einmal in's Golteshaus kam, das einzige Mal im Jahre, wo das Gedächtnis an seine tobten Eltern ihn dahin sühne. Und da harte eine feine, beringte Hand ihn, den T Haler, aus der Börse herausgegrifsen und ihn aeräusch- und würdevoll und mit Wichtigrhuerei in die alte Blechbüchse fallen lassen. „Ach, ich bin sehr unglücklich/' dachte er. „einen solchen Aufenthalt mutz man gewöhnt sein, wie das gewöhnliche Volk da um mich herum." Als er so mit Gepolter in die Büchse gefallen, waren vor Schreck eine ganze Maste kleiner Münzen bei Seite gesprungen. Neugierig betrachteten sie jetzt den Großen von allen Seiten. Ihnen hatte man es ja schon an der Wiege gesungen, daß sie nicht so werthvoll, nicht so mächtig wären, als die großen Münzen, mit denen man im Leben weit mehr ausrichtete, als mit ihnen. Aber bei aller Bescheidenheit bäumte sich doch ein gewisser, berechtigter Stolz in ihnen auß weil sie wußtcn, 'mancher von ihnen wog aus der Wage des Wohlthuns viel mehr, als dieser silberne Protz, und sie nahmen sich vor, sich durchaus keine Ueberhebung gefallen in lasten und dem kecken Gesellen tüchtig heimzuleuchten. „Lust, Lust," stöhnte der Silberne, und machte Miene, sich auf die andere Seite zu legen. Aber er tonnte sich nicht von der Stelle rühren. Gr erwartete, die Münzen würden ihm, >vie die Menschen, den Hof machen, ihm dienend nahen, ihn heben und wenden, aber denen fiel es gar nicht ein. „Gesindel," .murmelte er. „Was brummelst Du da in Deinen Bart, Kamerad?" fragte ein Kreuzer. „Bin ich Dein Kamerad, Du Wicht?" brauste der THaler auf. „Nur nicht so hitzig, Freund," sagte der Kreuzer. „Ich bin zwar nicht von Silber, aber von edlerer Herkunft als Du, denn hier in diesem Reiche gilt nur die Absicht, der wir unser Hiersein verdanken, nur diese verleiht uns Werth und Gewicht. Ich kann mir mehr einbilden, als Du. Einem kleinen Mädchen gehörte ich. Weil es brav und folgsam war, bekam es mich von seiner Mutter geschenkt, um sich Zucker zu kaufen. Lange trug es mich mit sich herum, kein König dünkte ihm reicher. Jede Nacht beim Niederlegen und Früh beim Ausstehen überzeugte es sich voll Glück, daß ich noch in