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Der Israelit · 1900-03-15 · Heft 22 (15.3.1900) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 22 (15.3.1900)
Date
1900-03-15
Page
– (sequence 17)
Language
German
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r 41. Jahrgang. Zweite Beilage M M 22 des „Israelit“. Literarische Umschau. TiEB*m “i: n'sb“ bv njn m* -moa . rxp 'T ";y;"cp "vv ni:im n xn ir~n mx^ -1X2 sjmn mx’2 viccim rcren fern nee . n"p "v iy 'x ''2v rr 2: m .bvayo pBp2 n;-- r.y2;"D bn>m\z: -nino rmo Q't^lpS Verlag von Rabbiner G. F e i n b e r g—Memel. Der Mißstand, der an dieser Stelle schon wiederholt betont wurde, daß nämlich der buchhändlerische Vertrieb unserer specifisch-jüdischen Litteratur-Erzeugnifle so sehr viel zu wünschen übrig läßt, hat uns angesichts der vorliegenden drei cmcs neuerdings schmerzlich berührt. Dieselben sind im Laufe der jüngsten sieben Jahre erschienen und wir hätten trotz ihrer klastischen Gediegenheit nicht einmal von ihrem Vorhandensein Kenntniß gehabt, wenn sie uns nicht ein glücklicher Zufall zugeführt hätte. Was Edison von seinen Erfindungen sagt, daß zum Verbreiten und Popularisiren derselben noch ein größeres Genie erforderlich sei, als es das Erfinder-Genie ist, das gilt auch von unseren s’icc und ihren Verfassern. Ihre Bescheidenheit und Selbstlosigkeit verschmäht nicht nur jede Reklame, sondern auch jede Publikation oder sonstige Anregung der öffentlichen Aufmerksamkeit auf ihre litterarische Wirksamkeit. Sie legen die Frucht ihrer gedankenvollen Lebensarbeit in groß angelegten Werken nieder, lasten dieselben mit Aufgebot ihrer meist sehr schwachen pecuniären Hilfsmittel drucken, und nehmen sie dann in Selbstverlag, ohne daß die große Masse derjenigen, welche sich für diese Produktionen interestiren, auch nur von deren Existenz etwas erfährt. Selbst der jüdische Buchhandel läßt vielfach die Rührigkeit und Ausdauer vermissen, welche der außerjüdische Verlagsbetrieb mit so großem Erfolge entfaltet. Die nachtheiligen Folgen dieses Mißstandes treffen Autor und Verleger, die Leser resp. Nichtleser und die durch diese Schriften geförderte heilige Sache in so empfindlicher Weise, daß es wohl an der Zeit wäre, über Mittel und Wege nachzudenken, um diesem betrübenden Zustande ein Ende zu machen. Herr Rabbiner Feinberg in Memel ist übrigens in Rußland als bedeutende Capacität der jüdischen Gesetzeskunde bekannt, vermuthlich sind es auch die herrlichen Werke des hochbetagten erblindeten Greises. Seinen Werken gehen die Approbationen des verstorbenen Rabbiners von Kowno und des Rabbiners Samuel Salant in Jerusalem voran und zwar in Ausdrücken so rückhaltloser Anerkennung, daß sie keiner sonstigen Empfehlung bedürfen. Aber gerade in Deutschland wäre die Kenntniß von Schriften dieser Art sehr zu wünschen. Sie behandeln im Schulchan Aruch Jore Dea und Choschen Mischpat die subtilsten, schwierigsten Materien in so einfacher, klarer und leichtverständlicher Art der Darstellung, wie man sie sonst nur bei unseren c'rtwn zu finden gewohnt ist. Der Verfasser regt besonders durch seine Anmerkungen zu gründlichem Quellenstudium an und vermeidet geflissentlich alles Pilpulistische, sowie besonders jede Gelegenheit, mit seinem Scharfsinn und seiner immensen Belesenheit zu glänzen. Daß ihm aber auch diese Seite des Thorastudiums nicht fremd ist, hat er durch sein Schriftchen L'v'pb bewiesen, das sich besonders die Erklärung schwieriger Codisicationen des Rambam zur Aufgabe stellt und diese Aufgabe in so meisterhafter Weise löst, daß kein Kenner sich in diese Schrift ohne lebhafte Befriedigung vertiefen wird. Auch die äußere Ausstattung der Werke ist eine so schöne, daß auch in dieser Hinsicht die Feinberg'schen Schriften sich in erfreulicher Weise vor anderen Produktionen dieser Art auszeichnen. n''° hmo mim bv "ÜCN '1ED 7WX12 ‘c bs trxjxj ppi2x StT'B D'ICN .JTCP ’D bV) Verlag von Bezirks-Rabbiner M. Simon Friedm a n n in Szobrancz (Ungarn). Der Verfasser dieses posthumen Werkes war ein p7>2'.2 des ibic cnn, dessen origineller Art der Erklärung dunkler Stellen der Thora und des Midrasch wir auch hier vielfach begegnen. Der Herausgeber und Verleger ist ein Schwiegersohn des Verfassers, der im Verein mit anderen nahen Verwandten, dem Werke eine werthvolle Zugabe verliehen hat durch Mittheilung herrlicher Züge aus dem abgeklärten Leben des Verfassers. Besonders ergreifend ist die Mittheilung der nxiix welche der Verblichene hinterlassen hat. Die Fertigstellung des Werkes, von welchem erst die zwei ersten, schön ausgestatteten Bände vorliegen, läßt es doppelt wünschenswerth erscheinen, daß die erschienenen Theile guten Absatz finden, damit der Herausgeber in der Lage ist, das begonnene Werk fortzusetzen und zu Ende zu führen. Wir erlauben uns daher, das Buch allen Freunden der Thora und einer geistvollen Erklärung derselben, recht warm zu empfehlen.

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