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Der Israelit · 1900-03-15 · Heft 22 (15.3.1900) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 22 (15.3.1900)
Date
1900-03-15
Page
– (sequence 12)
Language
German
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442 des Windhorstbundes und des katholischen Arbeitervereins unterstützt wurde, unter denen auch Centrumsangehörige sich befanden, feierte darauf den „glänzenden Sieg" (!!) der bayerischen katholischen Einwohnerschaft München's über die Juden und verfaßte ein Huldigungstelegramm an Lueger in Wien. Die johlende Menge wurde gegen > -10 Uhr schließlich von etwa 20 Schutzleuten aus dem Saale gewiesen. Die Abziehenden schrieen schließlich den Einberufern zu, sie möchten am andern Tage in's katholische Casino gehen, da könnten sie sehen, wie wieder die Juden mitgenommen würden. Vor dem Lokale wurde ein Plakat angebracht: Hier werden wegen Kohlenmangel Juden verbrannt und dann zog die Menge schreiend und johlend in den nahegelegenen Kreuzbräu. Aus solche Weise wird von diesen Gesellschaftsrettern rein arisches Wesen, germanische Gesittung und „teutscher" Geist bethätigt, nämlich mit Bierfilzen und Bierkrügen. Die deutsche Musik wurde einmal characterisirt mit dem Satze: „Das Andante ist das Tempo der Deutschen" und auf den geschilderten Fall läßt sich anwenden: Der Dreschflegel und die Hausknechtsmanieren sind das Leitmotiv der Deutschen vom Schlage Wenng und Gesellschaft. München, im Adar Scheni. In Nummer 21 des „Israelit" befindet sich ein Referat über den Vortrag des Herrn Sigmund F r ä n k e l im hiesigen Litteraturverein. Zu diesem Referat und zu der Schlußbemerkung der Redaktion gestatte ich mir, Folgendes zu bemevten: Bei aller Anerkennung der schriftstellerischen Vorzüge des von Herrn Fränkel behandelten Ghettodichters Zangwill, hat der Vortragende sein Publikum keineu Augenblick im Zweifel darüber gelassen, daß er weit davon entfernt sei, den religiösen oder, bester gesagt, irreligiösen Standpunkt desselben zu theilen. Er hat vielmehr ausdrücklich darauf hingewiesen, daß Zangwill dem eigentlichen Judenthum fremd gegenübersteht und es häufig ungerecht beurtheilt. Gerade dadurch, daß er den Vorzügen der Zangwill'schen Muse volle Gerechtigkeit widerfahren ließ, mußte dieses ablehnende Urtheil um so wirksamer hervortreten. Wer den Vortrag gehört hat, kann daher nicht behaupten, daß der Redner den Spott des Dichters gegen jüdische Sitten und Gebräuche nicht bemerkt oder auch nur unwidersprochen hingenommen hat; er wird ihm vielmehr das Zeugniß nicht versagen, daß er seinen eigenen, streng traditionellen Standpunkt mit Wärme und Begeisterung, in nachdrücklichster Weise gewahrt hat. -r- Rußland. Petersburg. Im Gouvernement Wilna existiren 299 Fabriken, davon etwa 160 in Wilna selbst. Mehr als 30 pCt. aller Arbeiter in denselben sind Juden; dabei befinden sich unter diesen Fabriken Gerbereien, Brauereien, Seifen- und Glasfabriken und Papiermühlen, also auch solche, welche die schwerste Arbeit erfordern. P a l ä st i n a. Jerusalem. Das „Beth Hamidrasch Eliahu" zum Audeukeu au den Gaon aus Wilna, tritt selten in die Öffentlichkeit, obgleich seine Wirksamkeit eine segensreiche ist. Es sei hiermit die Aufmerksamkeit wohlthätiger Glaubensgenossen, die Thorabeflistenen gerne eine Unterstützung gewähren, auf diese Institution gelenkt. -£• Vermischtes. < Keurvett in Posen. Vor einiger Zeit thaten sich hier einige Gymnasiasten zusammen um einen israel. Jugendbund zu gründen. Die HanpUendenz desselben ist, Früh und Abends gemeinschaftlich dem Gottesdienste beizuwohnen. Es ist dies im wahren Sinne des Wortes gelungen, denn Sr. Ehrwürden Herr Rabbiner Tr. Münz der diesem Verein warmes Interesse entgegenbringt, erweckt durch seine lehr reichen Vorträge den Geist der Jugenv für die heilige Thora. Der Schwiegersohn Sr. Ehrw. Herr Kein hat sich ei boten, zweimal wöchentlich Voriräge r ber jüdische Geschichte zu halten. Durch die Gründung des Vereins wird den Mitgliedern Gelegenheit gebo en, sich auch im Vorbeten zu üben, welches die Mitglieder abwechselnd ausüben, hauptsächlich aber am abbat mit f\3D zu beten, was bis letzt durch den frühen Schulunterricht nicht gut möglich war. Hoffentlich wird hierdurch das so gesunkene religiöse Gefühl der hiesigen Jugend geweckt und gefördert um mm rmm. Briefkasten der Redaction. R. V. 8660: Es ist bekannt, daß vielfach der nrc am HDD my in ungehöriger Weise veranstaltet wird. Doch ist es hier sehr schwer in einer allgemeinen Regel die Grenze zw scheu erlaubt und unerlaubt zu ziehen. Hier muß durch persönlichen Einfluß in Ginzelfällen ausklärend und belehrend gewirkt werden. Jedenfalls ist Ihr Vorschlag sehr behe zigenswerth die zu veranlassen gleich nach nms mit dein regelmäßigen Besuch eines T-y’E' zu beginnen, in welchem die betreffende NfüDO von einem DDD vorgelernt wird. Unter Umständen würde auch ein zweimaliger -pytr in der Woche genügen. Herzlichen Gruß. Briefkasten der Expedition. M. D. U.: Betrag von Mk. 14 dankend empfangen. Frankfurt a. M. Schillerst!*. 41. ### neben Caf<S Bauer -{f-Jf-jf Sensal: Für Immobilien-Hypotheken und Finanzirungen. [6857 tm S

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