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Der Israelit · 1900-03-05 · Heft 19 (5.3.1900) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 19 (5.3.1900)
Date
1900-03-05
Page
– (sequence 1)
Language
German
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41. Jahrgang. M 1» Der Israelit Kentrat-Hrgan für das orthodore Zudenthum. Begründet von Dr. in Ifttainf Montag, den 5. Marz 5660 (1900). Leitender Artikel. «tue Karze Ketratztuiig »er vier Kadbatt- Von Rabbiner Dr. Seckel Bamberger in Schrimm. Paraschat Schekalim, Paraschat Sochor, Paraschat Parah und Paraschat ha-Chodesch, das sind die Namen der vier Sabbate, die sich um das Purimfest gruppieren und zu dem Pesachfest hinüberleiten.. Herrliche Ideen und zu beherzigende Lehren werden uns durch diese vier Sabbate übermittelt. Das Lesen der Paraschat Schekalim erinnert uns an die zur Zeit des heiligen Tempels erfolgte Tempelsteuer eines halben Schekel, die von jedem selbstständigen Israeliten, ohne Unterschied des Standes und Vermögens, entrichtet werden mußte. Ein halber Schekel! Diese kleine Münze lenkt unfern Sinn auf das Halbe, auf das Unvollendete. Sie ruft uns zu: nicht die Zahl ist es, die Israel stärkt, nicht in der Menge liegt Israels Macht. Schätze die Größe des Volkes nicht nach Körperzahl, sondern nach Thatenäußerungen. Setzet des Volkes Größe nicht in Zahl, sondern in Geist und die dem Geist entströmende That. Machzis Ha-Schekel, Hälfte des Schekel verlangt wohl auch die Berücksichtigung der Zahl, doch nur in mangelhafter Weise, in Verbindung mit der Erkenntniß, daß diese Zahl gestärkt werden muß durch die andere Hälfte, welche nicht durch Zahlen und Zählen, sondern durch Werke und Thaten zum Ausdrucke gebracht werden kann. In unserer Tbätigkeit beherzige man darum jenes Bild des Machzis ha-schekel, das uns zuruft Cheziau laschem wecheziau lochem, wohl einen geeigneten Theil der Zeit der irdischen Thätigkeit zu widmen, darob aber nicht die Thätigkeit für das Geistige und Göttliche zu vernachlässigen. Doch Amalek, der Vater aller Judenfeinde, hatte dieses Moment in dem Leben des jüdischen Volkes unbeachtet gelassen. Sein Gesichtskreis kannte nur die Beurtheilung eines Volkes nach Größe und Zahl, nach physischer Kraft und physischer Stärke. Sogleich nach Erhebung Israels zum Volke Gottes trat ihm Amalek feindlich entgegen und glaubte, mit seiner überwältigenden Heeresmacht Israels Körperkraft dauernd zu brechen. Die geistige Macht Israels hatte der Feind verkannt und mußte darum schmählich seinen Rückzug antreten. ^272 an^m jjjh nnno ns sprach darum nach des Midrasch Wort damals Moses zu Josua: Tritt heraus aus der geistigen Wolke, aus den Höhen deiner geistigen Wirksamkeit und kämpfe mit dieser deiner geistigen Macht gegen Amalek. Und darum ist Groß und Klein, Mann und Frau, von der Thora selbst die Verpflichtung auferlegt, alljährlich die Thora-Vorlesung der Paraschat Sochor zu hören und derselben mit aufmerksamem Herzen und richtigem Verständniß zu folgen. Al tischkoch, vergiß nicht, ruft deßhalb der Schluß dieses Thora-Abschnittes jedem Einzelnen zu, vergiß nicht, daß in der geistigen Thätigkeit des Volkes Kraft und Stärke beruhen. Mann und Frau, Klein und Groß, vernehmen diesen Ruf mit der Aufforderung, in Gemeinschaft zu wirken für die Bearbeitung dieses Feldes. An die Frau und Mutter ergeht die Aufforderung, ihre Thätigkeit wohl der.Verwaltung des innern Hauses und der Pflege des engern Kreises der Familie zu weihen, diese Thätigkeit jedoch zu veredeln durch den Geist der Tugend und Gottesfurcht, der sie selbst erfülle und den sie auf ihre Familie, insbesondere auf ihre Kinder übertrage. Aber auch dem Manne des Hauses ruft dieser Thoraabschnitt zu al tischkoch, vergiß nicht in der angestrengten Thätigkeit für das irdische Leben, für die Bedürfnisse deines Hauses und deiner Familie, die geistigen Erfordnisse, welche deine Kinder in noch höherem Grade bedürfen. Sorge dafür, daß deine Kinder geistig und religiös in echt jüdischer Weise

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