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Der Israelit · 1900-02-28 · Heft 18 (28.2.1900) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 18 (28.2.1900)
Date
1900-02-28
Page
– (sequence 17)
Language
German
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WWWWWMW 41* Jahrgang. Iwerte Beilage zu M18 des „Israelit". L eiten der Artikel. Varmizwsh-Ualenöer für 1980. Von Lehrer Kuttner—Gosty n. Die vielfachen Anfragen, wann eigentlich die Barmizwahfeier nach dem jüdischen Kalender sei, lassen es gewiß vielen Lesern dieses geschätzten Blattes erwünscht erscheinen, wenn ihnen hier in Kürze eine Tabelle vorgesührt wird, die Jeden in den Stand setzt, diese Frage für das Jahr 1900 sofort mit Leichtigkeit zu beantworten. Der Gebrauch der Tabelle ist sehr einfach. Sie enthält den Kalender für das gegenwärtige Jahr 1900, sowie für das um 13 Jahre zurückliegende Jahr 1887. Neben dem e r st e n jedes bürgerlichen Monats steht das entsprechende Datum des jüdischen Monats, und neben dem e r st e n jedes jüdischen Monats steht das entsprechende Datum des bürgerlichen Monats. Aus diesen Angaben können dann die übrigen Daten mit Leichtigkeit ergänzt werden. Gin Beispiel zur Veranschaulichung des Verfahrens: Mann ist der Barmizwahtag eines Knaben, der am 17. Mai 1887 geboren worden ist? Aus der Kalender-Tabelle für 1887 ersieht man, daß damals der 1. Mai gleich 7. Jjar war, folglich war der 17. Mai gleich 23. Jjar. Der Knabe ist demgemäß nach jüdischem Datum am 23. Jjar geboren. Es gilt nun, dieses Datum (23. Jjar) auch für das Jahr 1900 zu finden, denn auf diesen Tag fällt die Barmizwah des Knaben. Zu diesem Zwecke sieht man in der .Kalendertabelle für 1900 nach. Nach dieser Tabelle ist der 1. Jjar gleich 30. April, der 2. Jjar gleich 1. Mai, folglich der 23. Jjar gleich 22. Mai. Der 22. Mai ist demnach der Barmizwahtag, und am darauffolgenden rztr liest der Knabe die Sidrah vor. Würde der Barmizwahtag jedoch gerade auf^re' selbst, (z. V. am 19. Mai) treffen, so liest der Knabe natürlich die Sidrah desselben rctr (19. Mai), also in diesem Falle die Sidrah nrc vor. Anmerkungen: 1) Ist der Knabe nach bürgerlichem Datum erst bei Nacht geboren lz. B. am 17. Mai, abends um 10 Uhr), so ist das Barmizwah-Datum erst um einen Tag später zu setzen (in unserem Falle also erst auf den 23. Mai). Dieses kommt daher, weil mit dem Anbruche der Nacht schon der näch st folgende jüdische T a g beginnt (im Sommer also später, im Winter früher). 2) Das gegenwärtige Jahr 6660 ein jüdisches Schaltjahr ist, wir also zwei Monate „Adar" in diesem Jahre haben, so ist zu bemerken, daß, da im Jahre 5647 (1887) nur e i n Monat „Adar" war, alle Knaben, die in diesem Monat Adar geboren worden sind, ihren Barmizwahtag in diesem Jahre erst im „W e a d a r" haben. Im Adar selbst (eingeschalteter Monat) findet in diesem Jahre keine Barmizwah statt. Deßhalb ist in der Tabelle für das Jahr 1900 nur der Monat „W e a d a r" verzeichnet worden. «armizwah-lkalen-er für 1900. ’ j§SL- 1. Januar, 5. Thebet 26. Januar 1. Sch'bat i. Februar, 7. Sch'bat 25. Februar, 1. Adar 1. März, 5. Adar 26. März, 1. Nissan 1. April. 7. Nissan 25. April, 1. Jjar 1. Mai, 7- Jjar 24. Mai, 1. Siwan 1. Juni, 9. Siwan 23. Juni, 1 Tamus 1- Juli, 9. Tamus 22. Juli, 1. Ab 1. August, 11. Ab 21. August, 1. Ellul 1. Sept., 12. Ellul 1b. Sept., 1. Tischri wm 1. October, 13. Tischri 19. October, 1. Marcheschw. 1. Nov., 14. Marcheschw. 17. Nov., 1. Kislew 1. Dezemb. 13. Kislew 16. Dezemb. 1. Thebet 1900-S61W Ist. 1. Januar, 1. Sch'bat 30. Januar, 30. Sch'bat 2. März, 1. Weadar 31. März. 1. Nissan; * 1. April, 2. Nissan 30. April, 1- Jjar 1. Mai, 2. Jjar 29. Mai. 1. Siwan 1- Juni, 4. Siwan 28. Juni, 1. Tamus 1. Juli, 4. Tamus 27. Juli. 1. Ab 1. August, 6. Ab 26. August, 1. Ellul 1. Sept., 7. Ellul 24. Sept., 1. Tischri <»>*i) 1. Oct.. 8. Tischri 24. Oct., 1. Marcheschw. 1. Nov.. 9. Marcheschw. 23. Nov., 1. KiSlew 1. Dezemb., 9. Kislew 23. Dezemb., 1. Thebet. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Hannover. Der „Verein zur Förderung der Bodenkultur unter den Juden Deutschlands" hielt dieser Tage in der Aula eine Versammlung ab. Rechtsanwalt Dr. Heynemann wies in einigen kurzen Worten auf die theils berechtigten, theils unberechtigten Vorwürfe hin, die gegen die Judenheit erhoben würden. Unter den mannigfachen Vorwürfen sei besonders der hervorzuheben, daß die Juden im Allgemeinen sich nicht mit der Bewirthschaftung des Grund und Bodens beschäftigten, vielmehr die schwere körperliche Arbeit der christlichen Bevölkerung überließen, und sich fast ausschließlich dem mehr Gewinn bringenden Handel zuwendeten. Vor nunmehr zwei Jahren habe sich nun der „Verein zur Förderung der Bodenkultur" gebildet und dieser wolle nun für seine Ziele und Bestrebungen wirken.

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