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Der Israelit · 1900-02-22 · Heft 16-17 (22.2.1900) · page 27

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 16-17 (22.2.1900)
Date
1900-02-22
Page
– (sequence 27)
Language
German
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3:;5 umfaffenben Notenhefte finden Sie die liturgische Bezeichnung rrawni nxjrrr beibehalten, weil ich der Meinung bin, daß man vom liturgischen Standpunkte aus immer darauf bedacht fein sollte, altgemiinzte liturgische Titelbezeichnungen nicht in vulgäre umzutauschen. Ich hielt es ferner für zweckdienlich, am Kopfe des Notenheftes die Ouellenwerke über '::n- X” anzuführen, damit Sie an der Hand dieser Quellen Ursprung und Wandelbarkeit unserer liturgischen Bräuche verfolgen können. Wie Sie nachlesend finden werden, sind es die Werte: -r -vir r-6 c~tx < - ”2 |X2-2'7 2*“ T nx-7pfrStr ('; Ter Bortragende stellte die genannten Werke nach stattgehabter Uebung zur beliebigen Einsicht frei. Tie vorliegende Ausgabe der c*T2 71:22 rührt von einem Ahnen des berühmten Pariser Chasans Raum bourg her, den noch Heidenheim persönlich gekannt hat, wie er ibn in seinem Commentar zu der Keroba .12 ch'x (2. Tag Pefach Schachar) gelegentlich erwähnt. Es muß hervorgehoben werden, daß die Vorlesung aus der Thora seit den ältesten Zeiten den Mittelpunkt unseres Sabbat-Morgen-GottesdiensteS darstellt. Die Vorlesung selbst wird als eine der ältesten Verordnungen. als eine rrv -;-znr: T n;pr; bezeichnet, während die Art der Eintheilung in Parschoth für das ganze Iabr von Esra hergeleitet wird. Ueber die Aeeente und andere, die Vorlesung betreffenden Vorschriften zu sprechen, vorbehaltend, beschäftigt uns für beute die Art der '2:271nxrn am Sabbat. Nach der 2-t: 7-222 und der Erklärung von -"ssr wurde -22 px von dem -222 nach der Vorlesung aus der Hafthora gesagt, weil ihm auch das Ausheben der Tbora unter Absingen desx:L' der Ehre wegen 21^2 übertragen war. Das Vorlesen der Hafthora gehörte nämlich ursprünglich nicht zu den besonderen Ehrenfunktionen, daher man den 7-222 auch mit dem Amte des Vorbetens nebst anderen als ehrenamtlich beliebten Funktionen betrauen wollte. Nach Ausführungen der Gemara (i. Meg. a. a. O.) wollte man damit auch gewissen Streitigkeiten zwischen den Funktionären Vorbeugen cxwx 2x2) Erst später wurden die Verse T22 -x T2.-2 vru. s. w. als Bibelverse dem Vorbeter zugewiesen und die ganze Vorlesung mit -ntpx beschlossen, indem man noch die Vorlesung der Thora von der Hafthora durch ein trennendes &"7p kennzeichnete. Das *]:22 px vor der Vorlesung wird zuerst vom 2p^.”; (Paragraph 77) als von seinem Vater Abraham eingeführt, erwähnt. Nach dem Tractat Soferim wurde auch -ttx v 0 r der Vorlesung der Thora gebetet. (Paragraph 14, 8.) Der Vortragende las den angezogenen Paragraph des Traktat Soferim vor und knüpfte daran noch feine erklärenden Bemerkungen. Dann ging er zu dem musikalischen Theile über, in dem er die Nummern 1—10 des Notenheftes musikalisch erklärte. Dem Wunsche des Herrn Dirigenten, daß ein jeder an der beendigten „ersten Uebung" Gefallen gefunden haben möge und sich alle mit gleichem Eifer und gleichem Interesse bei der nächsten Uebung in Lyck zusammenfinden möchten, folgte ein begeisterter Widerhall der ganzen Versammlung, dem der Vorsitzende dann noch mit dankbaren, anerkennenden Worten an Herrn Oberkantor Birnbaum Ausdruck gab. Die Tagesordnung war damit erschöpft. Der Vorsitzende schloß die Versammlung um 4>- Uhr ^Nachmittags. Dienstag, den 2. Januar, Vormittags S Uhr, begann die öffentliche Conferenz des Vereins durch Begrüßung der erschienenen Lehrer und Gäste und ein anschließendes Gebet des Herrn Vorsitzenden. Als Erster nahm Herr Rabbiner Dr. P e r l e s - .Königsberg das Wort zu seinem Vortrage: „Das Judentbum, eine Religion der Schule." Der glänzende Vortrag wird im Druck erscheinen, darum dürfen wir das Nähere hier übergehen. Herr Lehrer D 0 b r 0 w 0 l s k p - Memel hielt darauf eine Lehrprobe über das Thema: „Die Opferung Isaaks." Den Schluß der Vormittagsarbeit bildete die Erörterung der Frage: „Welche Anforderungen müssen an die jüdischen Lehrer und Lehrerbildungsanstalten gestellt und von beiden erfüllt werden?" durch Herrn Prediger S t u r m a n n - Osterode. Die Darlegungen des Referenten zeigten den in Schul- und Gemeindeverhältnissen in hohem Grade erfahrenen, klugen Mann. Die von dem Referenten vorgeschlagenen Leitsätze wurden nach einer umfangreichen Debatte mit wenigen Abänderungen angenommen. Tie Nachmittagsarbeit begann mit einem kurzen, trefflichen methodischen Referate des Herrn Lehrer R 0 s e n t h a l - Königsberg, über die Behandlung des fünften Gebotes. Es folgte darauf eine zweite gelungene methodische Arbeit von Herrn Kantor Davidsohn - Rastenburg, über die schulgemäße Uebersetzung des Schmagebetes. Der Referent beleuchtete zunächst inhaltlich den Gedankengang des Gebetes, um dann die Tendenz desselben bei den in den gebräuchlichen Uebersetzungen differirenden Ausdrucksweisen einzelner markanter Stellen zu Grunde zu legen. Königsberg i. Pr. Ad. P e r i tz , Schriftführer.

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