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Der Israelit · 1900-02-22 · Heft 16-17 (22.2.1900) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 16-17 (22.2.1900)
Date
1900-02-22
Page
– (sequence 11)
Language
German
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319 '!iU'f)!c T'cv (^t'ineinbc betleibcn mi.HU'- Dann imicbc btvj ,/JJiatofnlieb" van Hru. Kantor (5 a h n gesungen, vbeiter sang der gulgeschultc C5bor das „Danklied zu <vaU." Hiecaiss bestieg Obeccabbiner Uri die Kanzel, er dankte und dielt die Festrede, in welcher er betonte, das', er sich alv Seelsorger stets bestreben lverde, allen t'lnsi'rderane,en seiner (Gemeinde ',n entsprechen. In rübrender Weise gedachte er seiner Vorgänger, der sel. Dverrabbiner dtaron und Weil, letzterem sei er nach Lauterburg, Rietz und Strassburg gefolgt. Wenn er ilnn jetzt uad) Strass du rg folge, dann sei es unbestritten darlebte Rial. Deine Riede endete mit einem Redete. O e st e r r.- U n g a r. Monarch! e. Bn^apcft in, Jevr. Der dlclerbanminifter Daranvi erklärte in der Angelegenbeit des Ministerialkowmissärs Egon, dessen antisemitische stiebe in Munkacs reinliches blnfseben erregte, dass er jenen Tbeil der Rede vernrtbeile, tvelcher im Allgemeinen die Judeuschast tadelt. Wer di-' kleine ungarische Ration nach Klassen aber .Konfessionen sondern lvolle, der untergrabe die ^'zitzeuz dieses Staates. Die Regierung, tvelche keinen konfessionellen Unterschied der Bürger kenne, tverde solche Bestrebungen nicht dulden und ähnliche Vorkommnisse ]\\ verhindern wissen. Die liberale Regierung Ungarns halte die Gleichheit aller Bürger hoch. Diese Erklärung taurde mit grossem. Beifall ausgenommen, ebenso die schriftliche (Erklärung Cgans, dass er nur das aus Galizien einwandernde Proletariat gemeint habe und die ungarische Judenschaft nicht habe beleidigen tvollen. Budapest, in Tyebr. Gegenüber einer antisemitischen Rede eines nach Oberungarn entsendeten Ministerialkommissars erklärte der Ackerbauminister Daranni. in Ungarn gebe es keinen Unterschied der Rasse, der .Konfession und der Rationalität. Jedermann geniesse gleichen Schuh. - Der Ministerialkommissär Egan, der in Oberungarn eine antisemitische Rede hielt, tvird hierfür von der Regierung strafweise verseht werden. Blso-Knbin, im Adar. In Rr. N des „Israelit" wird mitgetheilt, dass der Redacteur der „Reuen Bahr. Landeszeitung" einen Vertagungsantrag in seinem Blatte ankündigt, weil er sein „umfangreiches Beweismaterial" herbcischasfen will, um zu erhärten, dass man laut Talmud das Fleisch und das Schmalz, das man an Christen verkauft, vorher unrein machen solle. Der gelehrte Redacteur möchte noch immer plausibel machen, dass seine famose Cntbülluug irgend ein „Beweismate rial" zur Basis habe. In der That aber ist auch diese Behauptung, sowie alle das Verhältnis; der Juden zu ihren Mitbürgern in gehässiger Weise verdächtigenden Lehren der Antisemiten, ans der bekannten Bezugsquelle: „CisenmeugerS Entdecktes Iudentbnm" geplündert. Im zlveiten Tbeite des genannten Werkes, Seite <!4l, findet sich auch diese Ausstellung des famosen „Markt-Bärbel." Während aber sonst im ganzen Werke verschiedene Stellen des Talmuds und anderer hebräischen Werke aus dem Zusammenhänge gerissen, fälschlich zitirt, missdeutet und misshandelt werden, ist der geistige Vater aller antisemitischen Talmudisten nicht im Stande, auch nur eine einzige Stelle ausfindig zu machen, die in irgend einer Beziehung geeignet wäre, der in Rede stehenden Insinuation jüd.-theol. Prestige zu verleihen. „Cs ist aber auch noch eine andere Ursache," schreibt Ciseumeuger an der genannten Stelle, „warum die Christen den Juden kein Fleisch abkaufen sollen, nämlich, lveil sie nach der einhelligen „Aussage der bekehrten Inden" das Fleisch, das sie den Christen verkaufen, sehr verunreinigen." Und nun werden allerlei unbekannte Grössen citirt, wie Ferdinand Hess, Friedrich Brenss etc., aber von Talmud oder einer anderen hebräischen Schrift ist justament an dieser Stelle gar keine Rede. Unsere Antisemiten lvollen sich nebstbei bei jeder Gelegenheit als Talmndkenner geriren. Woher nehmen und nicht stehlen? Die Plagiate aus „Eisenmenger" werden ein wenig zugespitzt und in die Massen hinausgeschrien: Da habt Ihr, das schreibt der Tal-!vud! Cs schadet nicht, diesen talmudischen Hochstaplern und antisemitischen Schreihälsen von Zeit zu Zeit aut die Finger zu klopfen. I. H o r o v i c z, Oberrabbiner. Vermischtes. Achildbrra Der Rabbiner Dr. Bambcrgcr hielt hierselbst im Walde'scken Saale zum Besten einer vom Vaterländischen Fronen-.Rveigverein dort zu errichtenden Kleinkinder Bewahranstalr einen Vortrag über „Friedrich Fröbel, der Begründer der Kleinkinder-Schulen." Letzte Nachrichten. 21. Febr. Unsere Gemeinde hat einen scknveren Verlust zu betlagen. Rach langem schweren Leiden ist vorgestern unser geistliches Oberhaupt, Herr Provinzialrabbiner Dr. Macus Ko res verschieden. Der Dahingeschiedene, der streng ans beni Boden des gesetzestreuen Jndenthnms stand — er war im Vorstände der „Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Jndenthnms" — erfreute sich allenthalben der grössten Beliebtheit und Achtung, sowohl wegen seines lauteren Characters, wie wegen seiner hervorragenden Kenntnisse aus jüdischem und weltlichem Gebiete. Herr Dr. Koref. einer berühmten Prager Fa v'.ilie entstammend, war in jungen Jahren Leiter einer Unterrichtsanstalt in Hamburg, alsdann Rabbiner zu Wo.iviifdi und tarn vor ungefähr zwanzig Jahren hierher. Cr fand die religiösen Zustände hier sehr verwahrlost, sein Vorgänger Rabb. Felsenstein stand ans neolo gern Boden, und Kores that viel zur Hebung derselben.

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