Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1900-02-22 · Heft 16-17 (22.2.1900) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 16-17 (22.2.1900)
Date
1900-02-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2449049-2449066--50128-2500564
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

41. Jahrgang. jKW&ir Der Israelit. Ein Kentrat-Hrgan für das orthodoxe Zudenthum. Begründet von Dr. in Utain]. $ 0 n n c r ft a tj, den 2 2 F c b r n a r 5060 (1900). Wir flcben heute eine Dopptlnummer, da die nächste Nummer nuferes Blattes Mittwoch, den 20. Februar erscheint. ^ür Eine Mnett atumnirt man bei allen Postanftalten für den Monat -I- März -;i» auf den „Israelit'". Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rcchtzeiiig am PofstZeitungSschatter deü ÄohnntzcS deS Bestellers oder bet dem betreuenden Landbriesträger aufgegeben werden. Ausland entsprechend höher. Die Eepedition -es..Israelis. Leitender Artikel. Die hohe Kebeulüüg der KWollui ln nnftter 3eit Eine VeirachNtNg 511 a^pr '2. Von Hermann Löwinger, Frankfurt a. M. nv'Tt '2 .-122 d-'L'Ti '2 *:s"n v.^tr pö *,X7L" ,nr ü’vö) cn b'.r.z ‘;e 1222 nm icx;tr dp1? „Wenn Du die Hauptzahl der Kinder Israels aufnehmen wirst." Zu diesen Anfangsworten der Paraschoh Schekolim bemerken unsere Midraschweisen: Der Heilige, gelobt sei Er, sagte zu Mosche: „Israel schuldet Mir, was es von Mir entlehnet," denn so heißt es: „Wenn du aufnehmen wirst," ähnlich den Bibelworten: „Wenn du deinem Nächsten etwas zum Darlehen gegeben." Sage zu den Kindern Israels, daß sie zahlen mögen, was sie Mir schulden, dies ist gemeint mit den Worten Ki Sisso. Auch Ich werde es ihnen vergelten, denn so heißt es (Hosea 2): „Und es wird die Anzahl Israels sein, wie der Sand am Meere." Jedem denkenden Leser muß das Dunkle in dieser Midraschstelle in's Auge fallen und bedarf der Widerspruch, der in den Worten H bxie" und notowr an*,, in welchen ersteren Worten Israel als Schuldner Gottes, in letzterem Ausspruche so zu sagen Gott als Schuldner Israels erscheint, der Aufklärung. Indem wir nun in folgender Auseinandersetzung diese zu finden uns bestreben werden, hoffen wir, auch den Sinn der nicht leicht verständlichen Bibelworte: Erna "tpea sp arc nw «*,1 und den Grund für die Gefahr, die für Israel bei dessen Zählung bestand, im Laufe unserer Betrachtung zu finden. In der Mischnah (Sanhedrin, Abschnitt 10) heißt es: *?a abvH L'p'ix ava -cjn icxjtr ,xan a*,nb p^n ar6 tr bxie" Ganz Israel hat ixem*, '-n .ntrya ntn’ Antheil an der zukünftigen Welt, wie es heih^(Jesaias C. 60, B. 21) „Und dein Volk, sie alle sino Gerechte, für die Ewigkeit werden sie das Land erben, Sprößlinge meiner Pflanzung, Werk meiner Hände, mir zum Ruhme." Hier muß sich Jedem die Frage aufdrängen, wie dies möglich sei, daß jeder Jsraelite ohne Ausnahme, ob er nun fromm und goktesfürchtig, ob er die Gebote Gottes befolgt oder nicht, Antheil an der zukünftigen Welt haben soll? Was für ein Unterschied gibt es dann zwischen dem Frommen und dem Gottlosen? Wie soll sich der Leser dieser Mischna angeeifert fühlen, die Gottesgebote zu bethäkigen und manchesmal alle möglichen Opfer für die Ausübung der Mizwoth zu bringen, wenn nach der Lehre derselben jeder Jsraelite Antheil an der zukünftigen Welt hat und Jeder derselben ohne jede Mühe und Opfer theilhaftig werden kann, wenn er nur noch Jude ist? Die Beantwortung dieser Frage finden wir erst nach der Lösung einer anderen bekannten Frage, die unser Golus und die uns zugesagte und prophezeite einstige Erlösung aus demselben betrifft. Unser mehrere Jahrtausende andauerndes Eril soll doch nach unserer Ueberlieferung eine Läuterung für die Sünden Israels bedeuten, und dieselbe Wirkung auf uns Hervorbringen, wie der Kerker

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.