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Der Israelit · 1900-02-08 · Heft 12 (8.2.1900) · page 40

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 12 (8.2.1900)
Date
1900-02-08
Page
– (sequence 40)
Language
German
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4,WHSM den Jaden stets offene Herzen and willige Hände Laden, dass selbst für den Wanderbettel, welcher freche Müssiggänger noch arbeitsscheuer macht, noch immer Unsummen vergeudet werden, dass aber für praktische Versuche zur Sicherung und Hebung der Stellung der deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens, für die gemeinnützigsten Bestrebungen, welche jedem einzelnen deutschen Juden zu Gute kommen, nicht überall volles Verständniss und die nöthige Opferwilligkeit vorhanden ist. Der kürzlich erlassene Aufruf zur Unterstützung der Ah lern er Erziehungsanstalt sollte nicht ungehört verhallen, denn die für das Erziehungswesen gebrachten Opfer werden sich stets als lohnendere erweisen, als viele andere für milde Zwecke dargebrachte Spenden. Mit den Gaben allein darf es aber nicht abgethan sein. Soll die Ahlemer Anstalt allen deutschen Staatsbürgern jüdischen Glaubens Segen bringen, so darf sie nicht das Werk einzelner grossherziger Männer bleiben; sie muss vielmehr von zahlreichen Gemeinden gefördert und ausgebaut werden. Gerade die israelitischen Gemeinden haben das grösste Interesse daran, dass die Kinder der unbemittelten Mitglieder nicht dem Kleinhandel und Hausirerthum anheimfallen, auch nicht durch Ueberschätzung seitens überzärtlicher Eltern Berufen zugeführt werden, für welche sie sich mitunter wenig eignen, sondern dass diese Knaben vielmehr künftig durch eine richtige Erziehung zu tüchtigen erwerbsfähigen Männern herangebildet werden. Die Gegenwart verlangt nicht nur ganze Männer, sie erheischt auch statt der planlosen Mildthätigkeit kräftigen Gemeinsinn und volles Verständniss für die Forderungen der Zeit! Reisebilder von Dr. Heinrich Loewe. (Nachdruck verboten.) (IV. Fortsetzung.*) Hamilkar Barkas schrieb seinen Namen phönizisch p*12 ip fn »die Gnade des Königs der Burg, Blitz.“ Der Beiname für einen dreinschlagenden Feldherrn ist auch in Israel bekannt. Hasdrubal (‘jysTTDn) findet seine Parallele in dem Sohne des Serubabel Hasadjah (nHD/l)» nur, dass dieser „die Huld des Jäh“, jener „die Huld des Baal“ heisst. Auch haben wir den Namen des Hannibal O^H) in drei verschiedenen Formen bei den Juden. Nur heissen diese natürlich nicht „die Gunst des Bäal“, sondern „die Gunst des Ewigen“ und „die Gunst Gottes“, also rP23q und vro:n. — Die hebräische Sprache heisst somit in der Bibel die Sprache Phönicicus oder des Niederlandes. Nur an zwei Stellen wird sie rn-in* genannt, beide Male so aus besonderem Grunde. Denn das eine Mal soll der scharfe Gegensatz gegen den aramäischen Dialekt hervorgehoben werden, und „jehudith“ bezeichnet also hier (II. Kön. 18, 26) die Mundart des jüdäischen Stammes, das andere Mal wird in gleichem Sinne (Neh. 13, 24) der nationale Dialekt dem etwas unterschiedenen Moabitisch etc innerhalb des Hebräischen entgegengestellt. Nur so *) 8. Nr. 720. können wir es verstehen, wenn Jesajah die Judaisirung von fünf egyptischen Städten dadurch ankündigt, dass er voraussagt, sie würden die kanaanäische Sprache annehmen (Jes. 19,18) und in dieser den Ewigen Zebäöth anrufen. Erst in dem ersten christlichen Jahrhundert finden wir die Bezeichnungen ißqaXaxi, yndoxxa 'Eßpcu'aw und jitsitJ. Und wie die Sprache, so war auch die Schrift bei Juden und Phöniciern die gleiche. Seit wir die Meschah- und die erwähnte Siloah-Inschrift kennen, wissen wir, dass sich alle hebräischen Dialekte auch einer einzigen Schrift und Orthographie bedienten.*) Die Juden, die ethnisch und sprachlich eine Nation mit den Sidoniern und ihren Angehörigen bildeten, fühlten sich ihnen durchaus fremd durch den Kultus. Sie waren fremdgewordene Brüder. Dies erhellt am deutlichsten, wenn wir hören, wie der jüdische Redner drohend nach Tyrus und Sidon hinüberruft: „Die ihr die Söhne Jehuda’s und die Söhne Jerusalems verkauft habet an die Söhne der Jonier, euch werden sie verkaufen an die fernen Schebaim (Sabäer).“ [Joel 4, 6 und 8.] (Fortsetzung folgt.) *) In der Schrift sind nur die accessorischen Unterschiede im Ductus zu bemerken, die ganz von des Schreibers Hand herrühren. Die Buchstaben 1 und ' werden, wo sie quiesciren, hier wie dort meist ausgelassen. — Druck der Joh. Wirtk’schen Hofbuchdruckerei Actien-Gesellschaft, Mainz.

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