Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1900-02-08 · Heft 12 (8.2.1900) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 12 (8.2.1900)
Date
1900-02-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2449049-2449062--50036-2500494
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

41. Jahrgang. v r ~ M I» Der Israelit. Ein Genlral-Hrgan für das orthodoxe ZudenLhum. Begründet von Vr iTrfjrmntm in Btainj. Donnerstag, den 8. Februar 5660 (I960). Leitender Artikel. Wer Kchaltmonat. Mainz, 7. Februar. Unser gegenwärtiges jüdisches Jahr ist ein Schaltjahr. Dasselbe zeichnet sich nicht wie bei unserer bürgerlichen Jahreszählung durch Einschaltung eines einzigen Tages, sondern durch Hinzufügung eines ganzen Monats ans. Innerhalb neunzehn Jahre haben wir sieben Schaltjahre, also Jahre, die statt sonst zwölf, dreizehn Monate zählen. Die Ursache dieser Eigenthümlichkeit sestzusteüen, erfordert einen orten tirenden Blick auf den jüdischen Kalender und seine merkwürdige Eigenart. Von den großen Himmelskörpern berichtet die Thora ans ihren ersten Blättern, daß sie nicht nur der Beleuchtung der Erde — p-xrr bv rtnb — sondern auch als Maßstab für die in unaufhaltsamem Strom dahin rauschende Zeit dienen. Sie sind von Gott eingesetzte Zeichen zur Festsetzung der Zeiten, der Tage und Jahre. c'C'b' cm-ysb: msb rr:. Erde, Sonne und Mond setzen in ihren Umdrehungen umeinander die verschiedenen Zeiträume fest, nach welchen »vir rechnen: den Tag. den Monat und das Jahr. Die Woche ist keine auf astronomische Voraussetzung begründete Zeiteintheilnng. Sie beruht auf der historischen Thatsache der Weltschöpfung in sechs Ta gen. die mit dem siebenten ihren Abschluß fand. Die Erde hat nun eine Betvegung mn sich selbst, um ihre eigene Axe, und der Zeitraum, den sie dazu gebraucht, eine solche Umdrehung einmal zu machen, nennen »vir einen T a g. Während man aber gewöhn lich den Tag in 24 Stunden, die Stunde in 60 Minuten und die Minute in 60 Secunden theilt, besteht die Stunde nach jüdischer Eintheilnng aus 4080 Theilen. von »velchen also 18 eine Minute ausinachen. Den Zeitraum, welchen der Mond zur Vollendung seines Laufes um die Erde gebraucht, nennen wir einen Mona t. Der Mond legt diese Umkreisung der Erde zurück in 29 Tagen, 12 Stunden und 793 Theilen. Da somit der Monat mitten im Tage enden und der beginnende ebenso mitten im Tage beginnen müßte, »vir aber einen Monat nicht mitten im Tage zu zählen anfangen können, so hat inan den Unterschied durch die Einrichtung ausgeglichen, daß in ziemlich regelmäßiger Abwechslung der eine Monat 29 und der andere 30 Tage hat. Den Zeitraum, welcher zur Vollendung des Kreislaufes zwischen Erde und Sonne erforderlich ist, nennen wir ein Jahr. Derselbe beträgt 366 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 48 Secunden, oder fast 365% Tage. Da das Jahr nicht inmitten des Tages beginnen kann, so zählt das gewöhnliche Jahr 365 Tage, während alle 4 Jahre ein Schaltjahr eintritt, das 366 Tage hat. Aus dem bisherigen ergibt sich eine Verschiedenheit zivischen der Zeitmessung nach dem Kreislauf des Mondes und demjenigen, der zwischen Sonne und Erde stattfindet. Während das erstere Jahr den zwölf Sternbildern entsprechend, z»völf Monate hat, also 12 mal 29 Tage, 12 Stunden, 793 Theile, somit etwas über 354 Tage repräsentirt, zählt das letztere ca. 365% Tage. Ein nach dem Laufe des Mondes bemessenes Jahr bat somit 11 Tage »veniger als ein Sonnenjabr. Diejenigen Nationen (es sind das sämmtliche Bekenner des Christenthums), »velche ihre Zeit nach dem Kreislauf von Sonne und Erde bestimmen, haben daher allerdings richtige Jahre, aber keine richtigen Monate. Ihre Monate beginnen nicht mit dem Kreislauf des Mondes (Neumond) und hören nicht damit auf. Manchmal tritt die Mitte (Vollmond) an den Anfang des Monats und manchmal an das Ende. Die Monate der Christen haben mit den eigentlichen Monaten nichts als den Namen gemein. Will inan dein Vorbeugen und richtige Monate

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.