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Der Israelit · 1900-02-05 · Heft 11 (5.2.1900) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 11 (5.2.1900)
Date
1900-02-05
Page
– (sequence 12)
Language
German
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tenblattes, in Würzburg selbst, aber auf dem Lande, insbesondere in der Umgegend von Gerolshofen und Burgpreppach, wo den Metzgern durch die Beunruhigung ein außerordentlicher Schaden erwuchs. Deßhalb sahen sich die Rabbiner der beiden in Betracht kommenden Districte veranlaßt, die Verleumdung unserer heil. Religionsquelle zurückzuweisen mit der Erklärung, die sie in c-m'gen Lokalblättern erscheinen ließen und die auch in Ihr geschätztes Blatt überging. Der wegen groben Uniugs angeklagte Redacteur suchte nun in seinem Blatte die Sache so darzustellen, als habe er nur den Haßsurter Fall besprochen und sei über die Grenze des Erlaubten nicht hinausgegangen. Trotzdem aber wiederholte er seine Verdächtigung der Gesammtheit noch mehrmals, indem er die Mittheilungen über den Verlauf der Angelegenheit mit dem Stichwort: „Der Talmud" überschrieb. Für Donnerstag, den 8. c., ist Termin beim kgl. Amtsgericht Würzburg angesetzt, und wird hoffentlich die Verunglimpfung unserer hl. Religionsgesetze ihre gebührende Sühne finden. Der Angeklagte hat allerdings in seiner Zeitung einen Vertagungsantrag angekündigt, weil er sein „umfangreiches Beweismaterial" in der kurzen Zeit nicht herbeischaffen könne; indeß scheint das Gericht in richtiger Erwägung dessen, daß man, um solch weittragende Behauptungen in die Welt zu setzen, vorher Beweise gesammelt haben muß, auf den Verschleppungsversuch nicht einzugehen. Ueber den weiteren Verlauf werde ich Ihnen s. Z. berichten. V. Oesterr.- Ungar. Monarchie. Aus Ungarn. Se. Majestät der König hat der kleinen orthodoxen Gemeinde zu Hidas-Nemeti 200 Kronen zum Wiederaufbau des abgebrannten Bethauses gespendet. — Die Eisenstädter Cultusgemeinde hat zum Andenken ihres verewigten ehemaligen Rabbiners Dr. I. H i l d e s h e i m e r s. A. offizielle rvain gestiftet und beschlossen, die „Jahrzeit" für alle Zukunft in üblicher Weise abhalten zu lassen. Lipto-Szent-Miklos. Hierselbst starb vor einigen Jahren ein gewisser N. Her z, der testamentarisch sein Vermögen jener Kultusgemeinde vermachte, in der er zufällig sterben werde. Da er oft seinen Wohnort gewechselt, fügte es stch, daß er einige Wochen vor seinem Tode nach Lipto-Szent-Miklos übersiedelte. So gelangte diese Gemeinde in den Besitz einer halben Million Kronen. „Wajischman jeschurun wajiwot". Die neologen Elemente dieser Gemeinde forciren nun um jeden Preis die Errichtung eines Gymnasiums. Indem aber zur Erhaltung einer solchen Anstalt zumindest 50 000 Kronen nothwendig sind, die Einnahmen aus dieser Stiftung aber nur etwas mehr als 30,000 Kronen ausmachen, beabsichtigen die glücklichen Erben, eine Subvention vom Staate zu beanspruchen, eventuell die ganze Erbschaft dem Staate zum Zwecke der Errichtung eines staatlichen Gymnasiums auszufolgen. Der Rabbiner und auch andere fromme Mitglieder der Gemeinde protestiren gegen dieses Vorhaben, ganz besonders aus dem Grunde, weil der Verblichene diesen Betrag eigentlich der Chewra-Kadischa testirte, die Errichtung eines Gymnasiums aber nicht zu den Aufgaben einer Chewra-Kadischa gehöre. Indessen wir kennen die Gesinnung und jüdische Pflichttreue der neologen Helden. Wenn die Herren auf Schwierigkeiten stoßen sollten, so werden sie auch davor nicht zurllckschrecken, die Statuten der Chewra-Kadischa in diesem Sinne zu ändern. „Und Brutus bleibt ein ehrenwerther Mann." Man muß eben auch übers Grab hinaus mit seinem Vermögen Glück haben. Leipnik, 29. Jan. Unser langjähriger Cultusvorsteher und Präses unserer Armeninstitute, Herr Abraham Kulka, bekannt wegen seiner hervorragenden Verdienste auf humanitärem Gebiete, auch Ehrenbürger der hiesigen politischen Jsraelitengemeinde, jetzt in Troppau domiciliret, feierte am 15. November v. I. sein siebzigjähriges Wiegenfest im engsten Familienkreise, bei welchem Anlasse er, wie gewöhnlich, auch die hiesigen Armen reichlich bedachte. Herr Leopold Kulka, Tuchfabrikant in Jägendorf, ein Bruder des Jubilars, spendete zur Erinnerung an diesen Ehrentag ein neues Sefer Thora sammt dazu gehörigen heiligen Schmuckgegenständen aus feinem Silber, nebst drei prachtvollen Thoramäntelchen, alles sehr elegant ausgestattet, woran sich auch Frau Hanni Weis aus Göding, Schwester des Jubilars, betheiligte. Frau Betti Kulka, Gattin des Jubilars, spendete eine 1000-Kronenrente mit der Widmung, alljährlich ani 15. Nov. die Zinsen an zwei arme Greisinnen zu verthcilen. Am Sabbat Chanuko erfolgte die feierliche Weihe dieses Geschenkes in der hiesigen Synagoge. Unser Rabbiner, Herr Dr. F. H i l l e l, hielt eine dem Festtage entsprechende Predigt, in welcher er die großen Verdienste des Jubilars um seine Vaterstadt schilderte und den Spendern seinen Dank aussprach. cm« in:. Möge der Allgütige den Jubilar segnen, daß er fröhlich und gesund im Kreise seiner Angehörigen ein glückliches hohes Greisenalter erreichen möge. Karl Freudmann, Lehrer. > Vermischter. < Berlin Der Kassenbericht des Talmud-Vereins mnn D"ttf pro 1899 weist eine Einnahme von 7884 Mk. auf, denen Ausgaben in der Höhe von 4994 Mk. gegenüber stehen. Briefkasten -er Redaetion. A u. D. in A.: Tropon ist als durchaus trephah zu betrachten und dessen Genuß bei der gegenwärtigen Herstellungsweise in jeder Form verboten. G. A.: Senden Sie uns das Manuscript gefl. zur Einsicht!

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