Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 8 (25.1.1900)
- Date
- 1900-01-25
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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147 Sicherheit gewährt. Wir Juden sind die Bannerträger der Königstreue von Alters her. Das Königthum von Gottes Gnaden ist ein jüdisch-prophetischer Gedanke, und keinem Volke ist die Heiligkeit des Thrones eine mit seiner religiösen Ueberzeugung so eng verwachsene Thatsache, wie dem jüdischen. Darum ist es uns auch Herzensbedürfniß, heute am Wiegenfeste des geliebten Kaisers, unseren Blick von unserer Betrachtung auf die theure Person des Monarchen zu richten. Was dem Religiös-Gesinnten die Gestalt des Herrschers in verklärtem Lichte erscheinen läßt, das ist die herrliche Vereinigung von Gottesfurcht und Rechtssinn, die aus allen seinen Worten und Unternehmungen hervorstrahlt. Im Wogenschwall der Zeitströmungen, im Wirrwar der Ansichten, hält er in sicherer Hand das Steuer, weil er getragen ist von jenem felsenfesten Gottvertrauen, das der Psalmist als schönsten Schmuck des Kronenträgers besingt trffi' *72 p'bv nanai 'na nts» "jban „der König vertraut auf Gott, darum wankt er nicht durch die Gnade des Höchsten, weil er beseelt ist von wärmster Begeisterung für die hohen Ideen des Rechts und der Sittlichkeit," daß wir mit den feierlichen Psalmentönen ausrufen können: wnueem put ran« „2)u liebst Gerechtigkeit und haßt das Unrecht" ti2B> nnra ü2b> -ri3^o„ein Scepter der Gradheit ist Deines Reiches Scepter." '■jbö* fn Sein Rechtssinn schuf Besserungen aus dem Gebiete des Rechislebens. seine Gerechtigkeit nahm sich der Armen und Enterbten an u. sucht ihre traurige Lage auf dem Wege der Gesetzgebung günstiger zu gestalten, ganz im Geiste jenes gottesfürchtigen Königs, dessen edles Wirken der Prophet Jesaias preist: w c*:v2» p»2Ki bbv er’ „er schont den Armen und Elenden und den Schwachen ist er ein Helfer." Möge Gottes Gnade auch fürder des Kaisers thcures Leben krönen und an ihm immerdar zu Heil u. Segen die heilige Psalmodie sich erfüllen "^a natr "jtj>2 -n n:xa na „Herr, Deiner Macht freut sich der König und ob Deines Heiles jubelt er gar sehr!" Zeitungsnachrichten und Correspondenze«. Deutschland. Wnrzbnrg, 24. Jan. Die Unterzeichneten veröffentlichen in den politischen Blättern folgende Erklärung: In der Beilage „Markt-Bärbel" der „Neuen Bayerischen Landeszeitung" vom 19. Dezember 1899 ist die Behauptung aufgestellt worden, im Talmud stehe, daß inan das Fleisch und das Schmalz, das man an Christen verkauft, vorher unrein machen solle. Dem gegenüber und mit Rücksicht auf die in weiten Kreisen dadurch hervorgerufene Beunruhigung des Publikums sehen sich die Unterzeichneten, als die Rabbiner der durch diese Beunruhigung zunächst und am meisten betroffenen Rabbinatsdistricte, zu folgender Erklärung veranlaßt: „Wir weisen die Behauptung, daß im Talmud sich eine derartige Vorschrift oder irgend ein Satz finde, der auch nur im Entferntesten in solchem Sinne mißdeutet werden könnte, ebenso wie die daran geknüpfte das Verhältniß der Juden zu ihren Mitbürgern in gehässiger Weise verdächtigende Begründung mit Abscheu und Entrüstung zurück. Jeder, der mit dem Geist des Talmuds auch nur einigermaßen vertraut ist, muß wissen, daß derselbe nicht nur eine solche Handlungsweise nicht gebieten kann, sondern im Gegentheil sie auf's Schärfste verurtheilt." „Dem fügen wir noch hinzu, daß gegen den verantwortlichen Redacteur genannter Zeitung Strafanzeige bereits erstattet ist." Dr. Salomon Bamberger, Distrikts - Rabbiner, Burgpreppach. Dr. Salomon Stein, Distrikts- Rabbiner, Schweinfurt. Oesterr.- Ungar. Monarchie. Budapest. Der königl. ung. Finanzminister hat Armin Fried mann zum Finanzrath ernannt. Friedmann ist der Sohn des vor vielen Jahren verstorbenen Altofener Lehrers Salomon Friedmann, der int Jahre 1848 den FreiheitStamps mitmachie. — Der königl. ung. Justizminister hat die hervorragendsten jüd. Richter Dr. Karl Baumgarten und dessen Bruder Dr. Isidor Baumgarten, Sectionschef und Rath im königl. ung. Justizministerium, zu Mitgliedern der Advocaten-Prüfungs-Commission ernannt. - Die Budapester Handels- und Gewerbekammer hat auf Antrag des Kammermitgliedes Gabriel K 0 h n beschlossen, dem Handelsminister eine Gedenkschrift zu unterbreiten, in welcher die Sonntagsruhe geregelt wird. Den jüdischen Kaufleuten, welche mit Mazzos handeln, soll gestattet sein, 14 Tage vor dem Pesachfeste auch an Sonn- und Feiertagen den ganzen Tag offen zu halten. — Martin K 0 hn , Kaufmann in Oecsöd. ist im hohen Alter von 90 Jahren am 31. Dezember gestorben. Der Verblichene war ein strenggläubiger Orthodoxe, der zahlreiche fremde Kinder adoptirt und erzogen, weil er keine Nachkommen hatte. MitttzelliWi aus hei tiih. Ameiieretiei 11h für dieselbe!. (Gümmtliche jüd. Wauderbettelvereiue und Kaffe« für Durchreisende find gebeten, «n- Rittheiiungen über Erfahrungen, die fie ans d-m Gebiete ihrer Thätigkeit machen, znkommen zu taffen ) Alzey, 23. Jan. Vor zwei Monaten erschien in Gau-Odernheim bei dortigen Israeliten ein Mensch,