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Der Israelit · 1900-01-18 · Heft 6 (18.1.1900) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 6 (18.1.1900)
Date
1900-01-18
Page
– (sequence 17)
Language
German
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41/ Jahrgang. Zweite Beilage 6 des Jlsrntttf*. pädagogisches. üttbanit öet ist. Kehrmerrisk im Aeststzkn Neitze. Bericht über die Thätigkeit des Verbandes für das Jahr 1899. Der erste Verbandstag des Verbandes der jüd. Lehrervereine, welcher am 26. und 27. Dezember 1898 zu Berlin abgehalten wurde, hatte ein außerordentlich reiches Arbeitsprogramm zu erledigen. In zwei Verhandlungstagen hat derselbe eine Anzahl von Beschlüssen gefaßt, die voraussichtlich von weittragender Bedeutung für die Zukunft der jüdischen Lehrer wie der jüdischen Schule sein werden. Aufgabe des neu gewählten Verbandsvorstandes ivar es nun, diese Beschlüsse zur Ausführung zu bringen, sowie auch denjenigen Fragen näher zu treten, die, iveil sie zur Zeit der Berathung noch nicht spruchreif erschienen, von den Delegierten dem Vorstande zur weiteren Veranlassung überwiesen worden sind. Der Beschluß der Delegiertenversammlung „der Vorstand wird ermächtigt, eine Denkschrift über die Verhältnisse der jüdischen Volksschule abzufassen," nmrde einer Commission überwiesen, welche aus den Kollegen Blumenfeld-Adelebsen als Vorsitzenden, Amram-Borken, Liepmannsohn-Minden und Dr. Heilbergtauskirchen bestand, und welche den Kollegen Spatz- Affaltrach kooptierte. Die Cominission hat eine Denkschrisl entworfen, welche dem Vorstande in der am 25. Dezember d. I. zu Berlin stattfindenden Sitzung vorgelegt und nach ertolater Genehmigung durch denselben zur Vertheilung an Gemeinden und Lehrer gelangen N'ird. Eine zweite Commission, bestehend aus den Kollegen Steinhardt-Magdeburg als Vorsitzenden, Bern- Hard-Tarnowitz, Levy-Neuß und Graf-Essen, wurde berufen, um die Frage der Begründung einer periodisch erscheinenden Verbandsschrist zu prüfen. Die Commission, ivelche die Kollegen Müller-Müllheim und Peritz-Königsberg kooptierte, hat vorgeschlagen, vom 1. April nächsten Jahres ab eine pädagogische Monatsschrift zum Jahrespreise von 8 Mk. erscheinen lassen, vorausgesetzt, daß sich mindestens 400 Kollegen zu einem Abonnement auf zwei Jahre verpflichten und eine genügende Anzahl von Mitarbeitern gesichert ist. Zu diesem Zwecke hat sich die Commission wiederholt an die Vereinsvorsitzenden sowie mit 1000 Aufrufen unmittelbar an die jüdischen Lehrer gewandt. Ein definitives Ergebniß steht zur Zeit noch aus. Die Commission wird das eingegangene Material einschließlich eines Programmartikels dem Vorstande zur endgültigen Beschlußfassung unterbreiten. Eine dritte Commission, welcher die Kollegen Wertheimer-Heldenbergen als Vorsitzenden, Felner- Hamburg, Sturmann-Osterode und Becker-Wollstein angehoren, wurde berufen, um Material für den im Princip gefaßten Beschluß der Delegierten auf Begründung eines Stellennachweises für die Mitglieder des Verbandes zu sammeln. Die Commission hat auf Grundlage eines Entwurfes des Kollegen Becker ein Statut entworfen, nach dem der Nachweis organisirr werden soll und wird dasselbe der nächsten Delegiertenversammlung zur Genehmigung unterbreiten. Die von den Delegierten gefaßte Resolution „den Gemeindebund zu ersuchen, bei den Gemeinden dahin zu wirken, daß dem Lehrer Sitz und Stimme im Schulvorstande eingeräumt werde," wurde dem Gemeindebunde alsbald übermittelt, und dieser verfehlte nicht, in den „Mittheilungen" Nr. 51, Mai 1899, S. 31, den Gemeinden dringend zu empfehlen, diesem berechtigten Wunsche der Lehrer zu entsprechen. Inwieweit die Gemeinden dieser Mahnung gefolgt sind, entzieht sich unserer Kenntnißnahme; wir bitten die Herren Kollegen, uns Kenntniß davon zu geben, ob die Gemeindebehörden darüber in Berathung getreten und welche Beschlüsse gefaßt worden sind. . Im Anschlüsse an die Verhandlungen des Delegiertentages, die Vorbildung der jüdischen Lehrer betreffend, hatte der Vorstand den Vereinen die Berathung folgenden Themas anheimgegeben: Welche Anforderungen müssen an die jüdischen Lehrer und Lehrerbildungsanstalten gestellt u. von beiden erfüllt werden? Tie meisten Vereine haben in ihrer diesjährigen Versammlung dieses Thema behandelt; die eingegangenen Referate sind dem Kollegen Dr. Spanier-Magdeburg zur Bearbeitung übergeben worden, welcher dem Vorstände in der Sitzung Bericht erstatten wird. In zahlreichen Fällen hat der Verbandsvorstand, geiuäß Paragraph 58 der Statuten, die Standesinteresser der jüdischen Lehrer zu wahren gesucht und ist jeder Verkümmerung unserer Rechte nachdrücklich entgegengetreten. Zu besonderem Danke fühlen wir uns hierbei Herrn Rechtsanwalt Dr. Eugen Fuchs in Ver lin verpflichtet, der allezeit uns zur Seite gestanden und unsere Interessen energisch vertreten hat. Als in jüdischen Lehrerkreisen sowie in der jiO dischen Presse die Befürchtung ausgesprochen wurde, daß den Zöglingen der jüdischen Seminarien die Verech tigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst vorenthalten werden würde, wandte sich der Herr Verbandsvorstand an die Herren Leiter der jüd. Lehrerbildungsanstalten und ersuchte dieselben um Auskunft über den Stand der fraglichen Angelegenheit. Die Antworten ergaben leider eine Bestätigung jener Be

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