Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 6 (18.1.1900)
- Date
- 1900-01-18
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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41» Jahrgang. Erste Beilage;u M 6 des „latnritt“. Aciiuttg-nachrichte« «nd Eorrefpondenzerr Deutschland. Cronc a P. Der israelitische Krauten- und Becrdigungsverein hielt dieser Tage im Chrzanowskischen Lokal die diesjährige Generalversammlung ab. Die Einnahme des Vereins betrug Mt. 341,93, die Ausgabe Mk. 196,14, mithin betrug der gegenwärtige Bestand Mt. 145,79. Außerdem besitzt der Verein zwei Pfandbriefe in Höbe von je 200 Mark. In den Vorstand wurden gewählt: Kaufmann Abraham Joseph zum Versitzenden, Kaufmann Jatob Markus zum Beerdigungsvorsteher, Kaufmann Isidor Philipp als Krankenvorsteher, Kaufmann Mar Chrzanowski und Han delsmann Lobsenzer als Stellvertreter, ferner Kaufmann Isidor Krakauer zum Schriftführer und Kaufmann Heymann Leß als Kassenwart. Des weiteren >vu rden zu Mitgliedern des engeren Ausschusses gewählt die Herren: Herin. Kronheim, Herrn. Joseph, Louis Cohn, Benjamin Leß und Max Jacobsohn. Der Verein zählt einschließlich zweier Ehrenmitglieder 42 Mitglieder. (Kncsen. Der hiesige israelitische Frauenverein har auch am Schluffe des verflossenen Jahres wiederum eine Wohlthätigteitsvorstellung, aus Theater, musikalischen und humoristischen Vorträgen bestehend, veransialtet und gegen 50 bedürftige Kinder mit warmer Wir.terkleidung versehen. Eingeleitet wurde das Vergnügen durch einen Prolog, vorgetragen von Fräulein B r y. Der Chor trug sodann das Lied: „Die Himmel rühmen des Einigen Ehre" vor. Der übrige Theil des Programms war ebenso reichlich, >vie gut ausgewählt. Den Schluß bildete die Vorführung lebender Bilder. DK Betheiligung war wie immer eine gute, und es wird in Folge dessen wiederum ein recht bedeutender Ueberfchuß der Vereinstaffe zu Gute kommen. Dreiunddreißig Jahre besteht bereits der Verein und hat während dieser Zeit, namentlich im letzten Jahrzehnt, sehr viel Gutes gestiftet. Snvn, bei Coblenz. In der „Israelitischen Heil- und Pflegeanstalt für Nerven- und Gemüthskranke" dahier Kand an; 31. v. Nt. ein schönes Fest statt. An diesem Tage waren 25 Jahre verflossen, daß Herr Dr. Behrendt die ärztliche Leitung der Anstalt übernommen hatte und war es nickt zu verwundern, daß die Anstalt dieses seltene Jubiläum in der festlichsten Weise beging. In den schön geschmückten Räumlichkeiten der Anstalt versammelten sich Abends 7 Uhr die Familien der Be sitzer und Aerzte, die geladenen Gäste -- darunter auch der Bürgermeister und der Gemeindevorsteher --- sowie die sämmtlichen zur Theilnahme fähigen Patienten. Zunächst wurde in einem der Speisesäle, der zu einem Tbeatersaale hergerichtet war, die Märchenoper „Hänsel und Gretel" von den Kindern der Anstaltsbesitzer in tadelloser Weise aufgeführt. Hieran schloß sich das Festeyen an einer sehr großen Tafel, die in dem neuerbauten vrachtvollen Wintergarten aufgestellt war. Herr I a c o b y feierte in einer wirkungsvollen Ansprache die Verdienste des Jubilars um das Blühen und Gedeihen der Anstalt und dessen segensreiche ärztliche Thätigkeit während des langen Zeitraumes von 25 Jahren und gab seiner und seiner Familie Dankbarkeit beredten Ausdruck. Nachdem das Festesten unter den Klängen einer Musikkapelle, unter Reden und dem Abzügen von eigens gedichteten Festliedern einige Stundene gewährt, begab sich die Gesellschaft wieder zurück in den Theatersaal, um der Fortsetzung der Festvorstellung, die aus mehreren Nummern bestand, beizuwohnen. Von Nah und Fern waren telegraphisch und brieflich Glückwünsche in zahlreicher Menge — eine große Zahl auch von früheren Patienten - eingelaufen und legten Zeugniß dafür ab, welcher Verehrung der Jubilar sich erfreut. Auch wir wünschen, daß es demselben vergönnt sein möge, noch viele Jahre seine segensreiche ärztliche Wirksamkeit zu entfalten. Dem zweiten Jahresbericht des „Israel. Central-Waisen- und Mädchenheims" zu Bad Ems 1898 99 entnehmen wir: Das zweite Jahr des Bestehens des „Israelitischen Central-Waisen- und Mädchenheims" zeigt in erfreulicher Weite eine immer weiter fortschreitende Entwickelirng unseres Werkes. Wir beschlossen das vorige Jahr mit einer Anzahl von 27 Zöglingen aus den verschiedensten Theilen des deutschen Reiches und entließen dann nach und nach drei Kinder. Non diesen gingen zwei als Dienstmädchen in Stellung und eins kehrte zu seinem Vormunde in die Heimath zurück, wo es auf Kosten einer Stiftung zur Kleidermackerin ausgebildet wird. Trotz unzulänglicher Mittel füllten wir die Vakanzen nickt nur wieder a;;s, sondern erhöhten mit Rücksicht aus die Dringlichkeit der einzelnen Fälle die Zahl der Zöglinge auf 31. Die verstorbene Frau Baronin von Hirsch-Gercuth ist mit dem uns gespendeten Kapital von 40,000 Mark zum Antaus unseres Anstaltsgebäudes in Wahrheit die Stifterin unseres Heims geworden. Die Einnahmen betrugen 25,203 Mk., die Ausgaben 24,593 Mk. Ans Nnterfranken. In Nr. 103 des „Israelit" von; 28. Dezember 1899 wurde in einem Artikel mit Recht gerügt, daß vielen jüdischen Familien eine Aufforderung zur Anschaffung eines jüdischen Geschichtswertes von Dr. Kohut, zugegangen ist, welche als Ausdnick die Bemerkung trug: „Schönstes Weihnachtsge