Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 4 (11.1.1900)
- Date
- 1900-01-11
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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68 toürbe sich trotz der angeblichen Genauigkeit nicht rechtfertigen lasten. Es existirt — das ist wahr — ein Fall, wo die Juden nicht das Recht haben, die Grenzen ihres Gebietes zu überschreiten, das ist der Fall bei den Juden von Fers und Kuban. Aber dort ist das Gesetz wenigstens klar und formulirt das Verbot. Der Befehl, den die Verwaltung des Don-Gebiets getroffen, ist also ganz einfach eine Anwendung davon auf die jüdischen Bewohner des Don-Gebiets hinsichtlich der Maßregeln für das Aufenthaltsrecht, die Bewachung der Polizei und Landesverweisung. Diese Thatsache beweist, wie weit die Willkür einer Verwaltung gehen kann, die zu ihrer Verfügung Rechte hat und gegen welche ein Rekurs sehr schwierig ist. Es ist augenscheinlich, daß dieser Befehl vom Senat kassirt werden wird. Aber bis dahin werden die Juden des Don-Gebiets aller Arten von Mißhelligkeiten unterworfen, denn am Ende können sie 2—2 Jahre bis zum Widerruf warten. Wecsonalien. -f Neustadt. (M. W. B.) Wohl selten dringt von hier aus eine Mittheilung in die Spalten dieses Blattes. Um so mehr will ich von einem Feste berichten, welches verdient, erwähnt zu werden. Am 25. v. M. feierten die Eheleute Abraham L e v i I. das Fest ihrer silbernen Hochzeit. Was das Paar gewirkt, was dasselbe im Geiste unserer heiligen Thora vollbrachte, man konnte es an der großen Betheiligung, aus den zahlreichen Gratulationen ersehen. Möge der Allgütige auch ferner das Paar in seinen Schutz nehmen, daß es auf dem betretenen Wege weiter wandeln kann, mög.' ihr Haus weiter stets eine Stätte der Gottesfurcht und Frömmigkeit sein, möge in ihm wahre Menschenliebe und Freundschaft sich weiter begegnen, Werke des Wohlthuns und sein und bleiben eine Stätte der Liebe und des Friedens! vermischtes. Gleiwitz Herr Kommerzienrath Eduard A r n h o l d in Berlin hat aus Anlaß seines 25 jährigen JubiläuinS als Chef der bekannten Firma Cäsar Wollheim dem oberschlesi scheu israelitischen Waisenhause zu Rhbnit 5000 ,// und der israelitischen .Kinderheilstätte zu Koenigs dorff-Ia rzemb 2500 <K in hochherziger Gesinnung zugewendet. Beide Institute haben ihren Verwaltungssitz in Gleiwitz. <detdrlt»er<r, 8-Jan. Herr Prof. Dr. O ppe n he im er, der seit dem Jahre 1855 dem Lehrkörper der hiesigen Universität angehört und irüher als Milletter an der hiesigen Luisenheilanstalt wirrte, beging heute die Feier seines 70. Geburtstages. Dresden, 0. Jan. Die älteste Frau unserer Stadt, die Wittwe A b r a h a m s o n, die im 104. Lebensjahre steht, erkrankte vor einigen Wochen, und man mußte bei so hohein Alter wohl befürchten, daß sie das neue Jahrhundert nicht mehr erleben lvürde. Sie fieberte, phantasirte und zeigte andere Erscheinungen einer heftigen Unpäßlichkeit, die eben das Schlimmste besorgen ließen. Da plötzlich änderte sich der Zustand wieder, und noch einmal sammelten sich ihre Lebenskräfte, io daß die Greisin ins neue Jahrhundert, das dritte, das sie erlebt, eingetreten ist. Petersburg. Die Hauptgefängnißverwaltung Hai dem Chef des Gouvernements Ljublin zur Kenntnis', ge bracht, daß alle der Verschickung unterliegenden Personen mosaischer Konfession beiderlei Geschlechts nicht nach der Insel Ssachalin, sondern nach Sibirien gesandt werden sollen. Die Maßregel gilt für alle Kategorien der Ver schickten. Letzte Nachrichten. Prag, 0. Jan. lA n k l a g e n Wege n b e r Broschüre des Professors Ri a s a r i) l.) Das hiesige Landesals Strafgericht hat gegen Pro fcstor Masaryk lvegen seiner Broschüre über die Roth Wendigkeit der Revision des Polnaer Prozesses die An klage lvegen Vergehens nach Art. 8 des Gesetzes vom 17. Dezember 1862 (Erörterung über eine noch im Zage befindliche Strafverhandlnng) erhoben. Derselbe hat seinen Rechtsfreund, den sozialdemokratischen Advokaten Dr. Körner, beauftragt, beim Oberlandesgerichte den Einspruch gegen die Anklage zu erheben. Wegen des gleichen DelieteS tvnrde auch Dr. Herben, der Redar teur des „Ezas", in dessen Verlag die Broschüre er schienen ist, unter Anklage gestellt. Telegramm -es „Israelit". Nachod, 10. Januar. Die Leiche deS Dienstmädchens C ervinka wurde heute Vor i ittag in der Mittau gefunden. Es sind Beweise vorhanden, das; Selbstmord vorliegt. Pa Pierhändler Emanuel Lohn wurde aus der Haft entlassen. Die Gemüther haben sich beruhigt. Aussührl. Bericht folgt. Briefkasten der Redaetion. Wegen Raummangel mutzten wir eine grStzere Reihe Sorrefpondenzen und Personal,»achrtchte» für die «üchfte Stummer znrüekstellen Briefkasten -er Expedition. 2. I. B Betrag von Mk. 3., - I. B in I.: Betrag von Mk. 5.— empfangen. Frankfurt a. M. Schillerst!*. 4 T. -Jf-Jf-Jf nel>en Caf«5 Bauer Sensal: Für Immobilien-Hypotheken und Finanzirungen. [6857