Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 3 (8.1.1900)
- Date
- 1900-01-08
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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erwähnte sogar sein Glaubensbekenntniß, aber über die hervorragende Heldenthat des Dr. Fanjoung spricht man gar nicht. Die Zeitungen brachten ganz kleine Notizen, die sterbliche Hülle des Unglücklichen übergab man der Mutter Erde, und über seine Selbstaufopferung, über seine allzufrüh vernichtete Jugend — kein Laut, kein Ton! Und dennoch ist Boris Fanjoung unser Landsmann, ein Kind unseres Südens, ein Sohn des Chersoner Gouvernements. Hier besuchte der Frühverblichene das Gymnasium, und um seine Bildung fortzusetzen, war er gezwungen, nach Wien zu gehen. Nach Beendigung seines Studiums, das Diplom in Händen habend, befaßte sich der Jüngling mit seltener Energie mit seinem Fache und liebte besonders die Kinder. Er arbeitete in einem kleinen Kinderhospital, umgeben bald von freudigen Gesichtern der Genesenden, bald von den herzbrechenden Seufzern der Sterbenden, hier die Segenswünsche der Mütter, dort ihr herzerschütterndes Schluchzen vernehmend. In einem solchen Milieu verbrachte der junge Arzt sein so kurzes Leben, so floß seine Jugend dahin; hier ergriff ihn die ansteckende, tückische Krankheit, und er starb. Das ist das curiculum Vitae des kleinen, bescheidenen, unbemerkten Arbeiters, der die heiligen Pflichten des Menschen und Arztes voll und ganz erfüllte. Schatunowsky's giebt's in der Welt viele; in jedem Stande und in jeder Corporation werdet Ihr Menschen finden, die immerwährend nur an sich selbst denken, sich bereichern, und die vor keinem Mittel, dies zu erlangen, zurückschrecken. Schatunowsky ist eine der typischsten Naturen; in seiner Person allein sind so viele Verbrechen concentrirt, deren Anzahl für zehn Verbrecher genügend wären. Aber nicht sehr oft begegnen wir im Leben solchen vollkommenen Typen und Charakteren, wie Boris Fanjoung einer war. Schatunowsky wird öffentlich gerichtet werden, und alle Welt wird seine haarsträubenden Verbrechen kennen lernen. Aber über das selbstaufgeopferte Leben von Boris Fanjoung werden bloß Wiens Kinder und die Mütter dieser Kinder wissen. Nur seine eigene schwergeprüfte Mutter allein wird ihn heiß beweinen und betrauern... Die hiesige Gesellschaft der Aerzte möge eine Sitzung veranstalten, um das Andenken ihres würdigen Kollegen zu ehren. Nicht allzu oft sehen die Aerzte sich veranlaßt, sich zu ähnlichen Sitzungen zu versammeln. Desto nothwendiger wäre es, diese sich ihnen darbietende Gelegenheit zu benutzen." Euper n. Cvpern. In der hiesigen jüdischen Kolonie Margoschiflik hat sich eine bedeutende Umwälzung vollzogen. An Stelle der nach Europa zurückgekehrten Kolonisten sind sechs neue Familien aus Palästina gekommen, darunter vier Schüler der Ackerbauschule Mickweh Israel bei Jaffa. Diese neuen Elemente zeichnen sich vor den alten durch Fleiß und Kenntnisse recht erheblich aus, und ihr Beispiel und Einfluß verspricht auch auf diejenigen Kolonisten, die noch aus der Kolonie geblieben sind, gute Früchte zu tragen. Während man voriges Jahr nicht mehr als sechs Stunden arbeitete, sind die neuen Kolonisten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf dem Felde thätig. Das Beispiel veranlaßt auch jetzt die alten Kolonisten zu erhöhter Anstrengung, und beide Parteien erwarten von der Ernte die Entscheidung darüber, wer mehr und nützlichere Arbeit geleistet hat. Personalien. Zeilitzheim 16. Tebet. Heute verschied in feinem 80. Lebensjahre unser ältestes Eultusmitglied, Gedolja Selig. Derselbe war noch ein religiöser Jehudi alten Schlages. Er fungierte als p'N an der □,!2’ und war ein gewandter?y:3. Seine Kindern gab er eiue religiöse Erziehung. Mögen diese stets in treuem Sinne wandeln. mr M rrr e r g O n. 8ür dev folgende« Theil ist die Red actio« richt veraatWorÄch. Suche per sofort e. tüchtigen Mchgergesellen, der selbstständig in der Wurstlerei arbeiten kann. [298 Jacob Wachenheimer, Metzgerei u. Wurstw.-Fabrik, Würzburg, Domstraße 16. Per 1. April suche ein junges gur Erlernung der Küche u. des Haushalts. [295 Frau Ww. Rosenbaum, Paderborn, Königsstraße 20. «i Hoch und JYiedrig ist am allerzuträglichsten uubestritteu eine gute, seine Tasse Kaffee. Detzhalb bereite man sein zu träglichfteS Getränk nur ans Losswruw's gebr. Java-Kaffee. Bester und billigster Bohnenkaffee. Zu haben & 60, 65, 70, 75, 80, 85, 90, n 95 Ps. per */, Pfnnd-Packet Mene« IitlairiMipilTer vorzüglich in d. Wirkung, ganz unschävlich, im Gebrauche sparsam. Preis 1 Dose 65 Pfg., incl Porto, 10 Dosen Mk. 4.50, Lv Dos.Mk. 8.50; excl. Porto. Für Wiederverkäufer auch lose. [5787 Alfred Raphaelsoh», Schwanen-Apotheke Mainz. Niederlage: Straßburg im Elf., Buchhandlung Bloch, Kleberplatz 17.