Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 103 (28.12.1899)
- Date
- 1899-12-28
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
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..-•.’sr-,y •%■. ,.'.,"*K.«'” 3053 aus, daß ein dem kindlichen Geiste und der kindlichen Fassungskraft so fernliegender Gegenstand, wie es die hebräische Sprache ist, bei der bisherigen Unterrichtsweise weder einen Lerneifer beim Kinde, noch eine Lehrfreudigkeit beim Lehrer zu erregen im Stande ist. Der erste hebräische Leseunterricht erfordert als formales Bildungsmittel, wie jeder andere Unterrichtsgegenstand, eine methodisch richtige Behandlung und verlangt ein lückenloses, allmähliches Fortschreiten vom Leichten zum Schweren, vom Einfachen zum Zusammengesetzten. Die meisten der bis jetzt bekannt gewordenen Lesefibeln befolgen diesen wichtigen pädagogischen Grundsatz aber nicht, indem ste dem Kinde völlig inhaltslose Buchstabenverbindungen ohne Rücksicht auf die Verbindungsfähigkeit derselben vorführen. (Aehnlich äußert sich auch der Verfasser einer neueren Fibel.) Auf diese Weise wird aber ein Interesse beim Kinde nicht erweckt, und wo das Interesse fehlt, ist ein gedeihlicher Unterricht ausgeschlossen. Es ist erforderlich, mindestens für den Anfang, dem Kinde nur deutsche, ihm verständliche Wörtchen und Sätzchen vorzuführen, hieran Sprechübungen zu knüpfen, um dem Schüler hierdurch das Verständniß des Gelesenen zu vermitteln. — Wenn wir nun zwar auch einzelne Fibeln haben, die dieser Forderung theilweise Rechnung tragen, so hat man, abgesehen von verschiedenen kleineren oder größeren Mängeln dieser Lehrmittel folgende zwei Hauptpunkte in Erwägung zu ziehen. 1. Die Kürze der für den jüdischen Religionsunterricht zur Verfügung stehenden Zeit. Bei Benützung der Fibeln mit ihren seitenlangen Leseübungen verbraucht man für die Vorbereitnngsklasse allein mehr als die Hälfte der Religionsstunde. Abgesehen davon, daß auf diese Weise die übrigen Klassen im Unterricht verkürzt werden, leidet auch die Disziplin der Schule, da der jüdische Religionsunterricht eine schriftliche, geistanregende, stille Beschäftigung nicht zuläßt. 2. Den Ausschluß der Gemeinsamkeit des Unterrichts. Beim Gebrauch der Fibeln kann der Lehrer immer nur einen Schüler der Vorbereitungsklasse beschäftigen; die übrigen Kinder können den Leseübungen noch nicht selbständig folgen, schweifen ab, sind nicht bei der Sache, und so geht ein beträchtlicher Zeittheil für den Unterricht überhaupt verloren. — Diese bei der Verwendung der Fibeln unvermeidlichen Mißstände fallen bei Benützung des Apparates weg. Derselbe ist sehr einfach konftruirt und ohne weitere Vorbereitung zum Gebrauche stets fertig. Die in einem besonderen Kasten geordneten Buchstaben und Vokale werden in den Apparat eingesetzt, können leicht umgestellt oder verschoben werden, so daß mit wenigen Handgriffen durch Aneinanderreihung der Buchstaben die Wörter und Sätzchen vor den Augen der Kinder entstehen. Sind beispielsweise die Buchstaben j, > gelernt und mit den Vokalen geübt, so bilden sich leicht die Wörtchens u. -; sind die anschließenden i, t, f,; hinzugekommen, so erhält man die Wörtchen: 'IP 1 'p 1 '|t 'PJ '!£. 'tp 'ü •}T13 “H ,1F'. "H Ebenso lassen sich dann ganze Sätzchen zusammenstellen. Sind schließlich alle Buchstaben gelernt und an deutschen Wörtern und Sätzen genügend geübt, so erfolgen die eigentlichen hebräischen Leseübungen — Die vorgeführten Beispiele beweisen die Zweckmäßigkeit und die Vorzüge des Apparats und zeigen, daß die Einführung desselben eine zeitgemäße, vereinfachte und verbesserte Umgestaltung des hebräischen Leseunterrichts berbeizuführen vermag. In kurzen Sätzen zusammengefaßt, ergiebt der Apparat folgende Vortheile: 1. Er erspart durch die Gemeinsamkeit des Unterrichts viel Zeit und Mühe, die anderweitig besser verwendet werden können. 2. Er ermöglicht durch die Größe und Deutlichkeit der Buchstaben ein festes Einprägen derselben und bringt Sicherheit im Lesen. 3. Er gestattet möglichst oftes Borsühren der ähnlichen Buchstaben und schließt dadurch die so häufig vorkommenden Verwechslungen ans. 5. Er erweckt durch die Zusammenfügung der Buchstaben und die Entstehung der Wörtchen vor den Augen der Kinder das Interesse und fördert hierdurch die Lernbegierde und den Eifer der Schüler. Beiden Referenten wurde für ihre gelungenen Arbeiten und lehrreichen Ausführungen lebhafter Beifall gezollt, und die sich daran anschließenden Debatten bewiesen das allgemeine Interesse. Herr Marx läßt in selbstloser Weise den Reinertrag ans dem Verkaufe seines Leseapparates der Bereinskasse zusließen. Als nächstjähriger Versammlungsort wurde Schweinfurt bestimmt. Mnzergerr. Für dru folgenden Theil iß die Acd actioa nicht verantwortlich. Man bittet 8 ckaltckeil um Angabe ihrer Adresse unt. B. H. 439 an Hassen fieis» & Bögler A -G., Frankfurt a. M. s332b 20 Hananer- Landstratze, PeWüMlium Frankfurt a. Main. In uns. Hause finden i Mädchen beste Aufnahme zur gründl. Wissenschaft!., u. gesellschaftl. Ausbild., sowie i Haush., Handarb. rc. Vorzügl. Empfehlungen. Näheres Prospect. [334b Gesucht streng-religiös. Mädchen in einem Hotel, Off. u. A. U. Z. 8357 an die GeschäftSst. dss. Blatte«.