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Der Israelit · 1899-12-28 · Heft 103 (28.12.1899) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 103 (28.12.1899)
Date
1899-12-28
Page
– (sequence 25)
Language
German
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SBer Isksslit. Central-Organ für dasHrthodoxe Judenthum. Alatter für die israek. Schule. 38. Dez. 1899.) m [»*. 5. 3svacl Lehrerverein für das Königreich Bayern. XX. Generalversammlung. - - Die diesjährige Generalversammlung unsere» Lehrervereins fand zu Fürth statt, gleichzeitig tagend mit der Versammlung des bayrischen Volksschullehrervereins in der Nachbarstadt Nürnberg. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Vorsitzenden H. Goldstein—Heidingsfeld hielten Anreden die Herren Rabbiner Dr. Neubürger—Fürth, Justizrath Gunzenhäuser, Kultusvorstand der israel. Gemeinde zu Fürth. Kommerzienrath Frankel im Namen der Bürgerschule, in der der Verein tagte, und Dr. Deutsch. Waisenhausdirektor zu Fürth. Nachdem der Vorsitzende allen geehrten Rednern für ihre freundlichen Wünsche und Worte gedankt, begrüßte derselbe die Versammlung in längerer, mit großem Beifall aufgenommenen Rede, der wir Folgendes entnehmen: Wohl sei mit Dankbarkeit anzuerkennen, daß der Landesverein in Bayern in den Rahmen seiner Aufgaben auch die Gewährung von Unterstützungen an die bedürftigen Zweiggemeinden zur Besoldung ihrer Religionslehrer ausgenommen, aber die verhältnißmäßig geringen Mittel des Vereins und die vielseitig an ihn herantretenden und zu befriedigenden Bedürfnisse machen es erklärlich, daß nur eine beschränkte Anzahl von Schulstellen Berücksichtigung finden kann, während doch das Gehalt einer ganz bedeutenden Anzahl sehr wohl der Ergänzung bedurfte. So betrübend auch die Erscheinung zu Tage tritt, daß bei so kargem Sold des Lehrers Lebensfreuden keine ungemischten sind, um so betrübender und trostloser gestaltet sich aber ein Ausblick in die Zukunft. Nach den bisher gemachten Erfahrungen bei der Vertheilung der Pensionsbezüge an dienstunfähige Kollegen waren oder sind dieselben in der glücklichen Lage, ihren Lebensabend bei ihren Kindern zubringen zu können. Alsdann bilde die kleine Pension aus Vereinsmitteln von 110 dl gegenwärtig eben eine angenehme Zubuße zur Bestreitung des Lebens Nothdurft. Leider werde aber nur Wenigsten das Glück zu Theil, im Alter bei Kindern Aufenthalt nehmen zu können. Und was dann? Nun, dann sei der Unglückliche eben gezwungen, Posten auszuharren, bis ihn der l. Gott von demselben abruft. Es sei immerhin noch gewissermaßen als ein Glück zu betrachten, wenn die Gemeinden, was in den weitaus meisten Fällen auch geschehe, denAct der Barmherzigkeit begehen und ihren hochbetagten Lehrer trotz seiner verminderten Leistungsfähigkeit auf seiner Stelle zu belassen. Es spreche dabei freilich auch noch die Erkenntniß der Thatsache mit, daß die meisten Gemeinden nicht im Stande sind, ihrem dienstunfähigen Lehrer einen Ruhegehalt zu gewähren und daß es einen hohen Grad von Grausamkeit verriethe, den Mann, der im Dienste der Gemeinde sein Lebensmark aufgezehrt, ohne Weiteres an die Luft zu setzen. Traurig, tief traurig sei es daher, wenn Gemeinden trotz alledem sich entschließen können, ihrem ergrauten Lehrer ohne Gewährung eines entsprechenden Ruhegehaltes den Laufpaß zu geben. Das sei gewiß ein Stück sozialen Elends, das dringender Abhilfe bedürfe, denn selbst der geringste Arbeiter sei in dieser Beziehung durch die bestehenden Krankenkassen, Altersrenten u. s. w. besser gestellt, als die Religionslehrer. Unser Nachbarland Baden und die Provinz Ostpreußen theilen sich in die Palme des Ruhmes, in der Besserung des Looses ihrer Religionslehrer vorangegangen zu sein. In Baden war es der Synagogenrath und in Ostpreußen der Gemeindeverband, welche

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