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Der Israelit · 1899-12-14 · Heft 99 (14.12.1899) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 99 (14.12.1899)
Date
1899-12-14
Page
– (sequence 17)
Language
German
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MMMWMMßUKWMV.'»'-f -W,1 i ' SDer Jsraelif. Central-Organ snr das orthodoxe Judeutham. Ml aller für die israet. Schule. 14. De,. 1899.] l«r. 4. Oerein jüdischer Religionslehrer Ostpreußens. Die Generalversammlung fand in Tilsit statt. Der Vorsitzende, Prediger S t u r m a n n -Osterode, eröffnet die Versammlung um 7 Uhr Abends und eriheilte zunächst dem Vertreter der Kreissynagogengemeinde Tilsit, Herrn Rechtsanwalt Cohn, das Wort, der die Lehrer mit aufmunternden Worten begrüßte. Hierauf erstattete der Vorsitzende den Jahresbericht. Die Thätigkeit der Vorstandsmitglieder war auch im vergangenen Jahre vorherrschend durch die Arbeiten für Regelung der Versorgungsverhältnisse unserer Mitglieder in Anspruch genommen. Erst kurz vor Ende des Jahres seien die Vorarbeiten soweit zum Abschlüsse gelangt, daß wir nun ohne weitere Schwierigteiten an die Realisirung unseres Planes gehen können. Durch glückliche Eombinationen ist es uns gelungen, ein Kassenproject zu Stande zu bringen, das mehr und Besseres bietet, als je eine der bestehenden Hilfs- oder Pensionstassen. Vor Allem sollen den Mitgliedern hier zum ersten Male fest bestimmte Pensionen gereicht werden. Und das alles, ohne die Rvthwendigkeit eines im Voraus zu beschaffenden Reservefonds. Der zur Vertheilung gelangte ausführliche Commissionsberichi hat den Kollegen bereits Gelegenheit gegeben, die Einzelheiten des Planes genau kennen zu lernen. Es folgte hierauf der Kassenbericht, erstattet von Birnbaum-Königsberg. Die Einnahmen des Jahres beliefen sich auf dt 243.50, die Ausgaben auf di 216.30, danach verbleibt ein Kassenbestand von -//27.30. Punkt 3 der Tagesordung betraf den Antrag auf Gründung einer Pensionskasse für jüdische Religionslehrer und Cultusbeamte Ostpreußens. Der Referent Peritz-Königsberg gab an der Hand des Commissionsberichts ein anschauliches Vild der projektirten Kasse und fügte einer jeden Statutsbestimmung die Erwägungen bei, welche für ihre Aufnahme resp. Formulirung maßgebend gewesen sind. Die Pensionskasse ist bestimmt, eine Alters- und Reliktenversorgung für alle jüdischen Religionslehrer Ostpreußens (die Rabbiner eingeschlossen) ohne Rücksicht auf Alter und Gesundheitszustand der betreffenden Beamten zu bieten. Die Pensionskasse gliedert sich in eine Versicherungskasse mit festen, garantirten Pensionssätzen für diejenigen Mitglieder, welche bei ihrem Eintritt unter 40 Jahr alt und vollkommen gesund sind, und in eine Versorgungskasse mit Anspruch auf Quoten-Antheile für die übrigen Mitglieder. Die garantirten Pensionen der Versicherungskasse sind einheitlich festgesetzt mit 500 dl für den arbeitsunfähigen Beamten und mit 300 dl für die Hinterbliebenen desselben. — Die Quoten-Pensionen der Versorgungskasse werden bis zu derselben Höhe in Aussicht gestellt und von den jährlichen Einnahmen dieser Kasse zu gleichen Theilen an die Berechtigten zur Vertheilung gebracht. Um die Mittel der Versorgungskasse von Anfang an ausgiebiger zu gestalten, soll derselben aus dem allgemeinen Fond der Pensionskasse jährlich ein doppelter Theil zugewendet werden. — Die Mitgliedschaft bei der Pensionskasse wird erworben durch gleichzeitigen Beitritt des Beamten und seiner Gemeinde. Der Jahresbeitrag der Beamten beträgt je nach ihrem Gesammteinkommen 30c fl bei weniger als 1500 dl Einkommen, 60 dl bei einem Einkommen von 1500—2400 dl und 90 dl bei mehr als 2400 dl. Der Jahresbeitrag der Gemeinden bemißt sich nach dem Steuersätze derselben und beträgt 50 dl, wenn die Gemeindesteuer über 250 Proc. der Staatseinkommensteuer ausmacht.

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