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Der Israelit · 1899-12-11 · Heft 98 (11.12.1899) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 98 (11.12.1899)
Date
1899-12-11
Page
– (sequence 11)
Language
German
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2049 ihn daran, daß der Sultan formell die Bastonade verboten hatte; der unglückliche Jude solle die gestohlenen Gegenstände zurückbekommen. Der Gouverneur von Mazagan hat Sidi Mohammed Torres nicht antworten zu muffen geglaubt. Wird er jemals antworten? — (Raub und erzwungene Bekehrung i n R i f f.) Ein junges Mädchen war auf der Schwelle ihrer Thüre, als sie von einem benachbarten Araber aufgefordert ward, bei ihm wegen eines Auftrages einzutreten. Das junge Mädchen, das an nichts dachte, begab sich zu ihm. Aber einmal bei ihm, wollte der Araber sie nicht wieder gehen lasten. Er machte Versuche, um sie gewaltsam zum Islam zu bekehren. Natürlich protestierte das Mädchen immerwährend. Sie schrieb mehrere Male an ihre Eltern, um sie zu bitten, für ihre Befreiung zu sorgen. Ihre unglücklichen Eltern sind ohnmächtig, etwas zu thun. Die Junta von Tanger hat sich an Sidi Mohammed Torres g< wandt. Dieser schrieb an den Gouverneur von Riff, um ihm zu befehlen, das Mädchen nach Tanger zu schicken, wo er nach Befragung des Mädchens, ob sie muselmanisch bleiben wolle oder nicht, entscheiden wollte, welcher Religion das junge Mädchen angehören sollte. Der Brief des Sidi Mohammed Torres hat keine Wirkung gehabt. Der Gouverneur von Riff hat geartwortet, daß es ihm unnütz scheine, die Jüdin nach Tanger zu senden, da sie selber erklärt habe, daß sie muselmanisch bleiben wollte. Damit sei die Sache erledigt. Das Central-Somite hat die Aufmerksamkeit des französischen Vertreters in Tanger über diese vielen Zwischenfälle angerusen, die AngloJewish-Association hat sie ihrerseits dem Foreing Office in London mitgetheilt. Palästina. Jerusalem Zum Andenken an den vielgefeierten Wilnaer Gaon rst hier von deffenEnkelkindern eine Bibliothek, die dessen Namen (Bet Midrasch Elijahu) trägt, in's Leben gerufen worden. Zahlreiche Gelehrte, wie Buber u. A., haben die junge Institution mit ihren Werken bereichert. Es wäre wünschenswerth, daß das Beispiel nachgeahmt wird. Jerusalem erfreut sich zwar bereits einer reichhaltigen Bibliothek, welche jedoch außerhalb der Stadt untergebracht und daher nicht Jedermann leicht zugänglich gemacht ist. Das „Bet Midrasch Elijahu" ist für die in der Stadt Wohnenden berechnet. § Jerusalem, im Nov. Frau Salome Hamida Schcrise, eme Tochter der heUigen Stadt, die von arabischen, selbstverständlich jüdischen Eltern abstammt, hat von der hohen Pforte die Concession erhallen, hier eine arabisch-hebräische Zeitung unter dem Namen „El-Haschiafah" („Das Gesetzbuch") herauszugeben. Es wird dies die erste arabische und zugleich auch hebräische Zeitung sein, die von einer Frau redigirt wird. Das Blatt wird, wie ich vernehme, vorläufig zwei Mal im Monate erscheinen, um späterhin ein wöchentliches zu werden. Das Blatt dürfte sich bald einen großen Leserkreis erwerben, da bis jetzt weder in Palästina noch in Syrien ein Blatt existirt, das von einer Frau redigirt wird. Auch ist hier ein arabisches Blatt eine Nothwendigkeit für unsere Frauenwelt, da das Arabische doch hier die Landessprche ist uud daher auch eine Lektüre in dieser Sprache benöthigt. Das Blatt wird auch Correspondenten in Wien, Konstantinopel, Cairo, Damascus rc. haben und so immer interessante jüdische Nachrichten bringen. ES dürfte bald nach dem Chanukkafeste zu erscheinen beginnen. A u st r a l i e n.? Neu-Seelaud. Bis hierher ist die Blutanklage gedrungen und von der Verurtheilang HilsnerS in Kuttenberg meldeten auch die hiesigen Zeitungen. Sofort nahm unser Rabbiner Dr. Chodowsky Gelegenheit energisch diese Verleumdung zurückzuweisen und erzielte durch sein kräftiges Auftreten, daß sogar die katholische, weit verbreitete Zeitung „New- Zealand-Tablel" schrieb: Die Ritualmordanklage ist so oft erhoben und widerlegt worden, daß geistig gesunde Menschen unmöglich noch daran glauben können. Eingesandt. Aus mannigfachen Zuschriften, die mir in Bezug auf meine Wotij in Nr. D3 des „Israelit" zugegangen sind, entnehme ich, daß ich in meinen Ausführungen etwazu kurz gewesen unv darum mißverstanden worden bin; ich will daher das Versäumte nachholen. Vorerst bemerke ich, daß ein kleiner Schreibfehler zu berichtigen und statt Schua „Bat-Sucha ' Tochter Schua's zu setzen ist. Auf die Frau Zuda's wird im zweiten Verdes 38. Kapitels Bezug genommen, wo es heißt p'tt) ioan oj?» ttrw D2 min» Ott) wm „und es sah dortIehuda die Tochter eines Kenani und sein Name war schua", sowie im 38. Vers yitt^ro noni es starb die Tochter Schua'S; von einem direkten Namen der Frau iü also weder hier noch dort die Rede. Wie dann; auf den Namen Atara für diese Frau gekommen sein soll, ist mir unerfindlich, w«der im Talmud noch im Midrascki war meines Wi'sens dieser Name von ihr erwähnt. Allein selbst wenn V'301 an irgend einer Stelle diesen Namen für die Frau Iudn's gefunoen haben sollte, würde er ihn nicht so ohne Weiteres an unserer Stelle erwähnt, send rn eine Bemerkung, woher er den Flamen genommen, beigesügt haben, Cs kann daher mit Atara nur die n Chronik I. Cap. II. Vers 26 erwähnte Frau gemeint sein. Auch darin bin ich mißverstanden worden, daß man meinte;"101 wolle von Aiara einen ' eweiS für die Bat-Schua erbringen; das habe ich nicht gesagt. Ich führte aus, daß die einzige Stelle, ans der fsoi einen Beweis für seine Annahme bringt, daß Mütter nach Vorkommnissen bet der Geburt ihre Söhne benannten, die Stelle von POP' ist; von ihr schließt er auf tie Beweggründe der Frau Iuda's, als sir ihren Sohn Onan nannte und fügt hinzu, daß dieselben

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