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Der Israelit · 1899-11-20 · Heft 92 (20.11.1899) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 92 (20.11.1899)
Date
1899-11-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XX. Jahrgang. m m. entral-Hrgan für das orlhodore Iudenthum. Begründet von Df. SjefFtmum in Qtnini Montag, de« 20. November Sk60 (1800). Wr Eine Matft abonnirt man bei allen Postanstalten für den Monat Dezember auf den „Israeli*". Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post-Zeitungsschalter des Wohnsitzes des Bestellers oder bei dem betreffenden Landbriefträger aufgegeben werden. Ausland entsprechend höher. Die Erprüttron öes „Israelis. Leitender Artikel. ©tue Meusniig jam Kessere» in Karls. I. E. Nicht von der Affaire Dreifus, nicht von der sozialen und politischen Stellung unserer Glaubensgenoffen in Paris, sondern von den dortigen religiösen Zuständen und Verhältnissen und die Wendung zum Besseren, die sich hier zu vollziehen im Begriffe ist, soll in Folgendem die Rede sein. Freilich besteht ein tieser, inniger Connex zwischen den sozialen und religiösen Angelegenheiten der französischen Judenheit, daß man nicht wohl von den einen ohne Erwähnung der anderen reden kann. Aber es ist das mit wenigen, einleitenden Bemerkungen erledigt. Der religiöse Verfall innerhalb der französischen Judenheit ist nicht erst seit heute und gestern Gegenstand tiefer Betrübniß und schwerer Sorge für alle einsichtigen Kenner und Beurtheiler der in Rede stehenden Berhältniffen. Aber diese einsichtigen Kenner beschränkten sich nur auf ein winziges Häuflein Ttefblickenoer, während die große Masse dafür bislang wenig Sinn und Verstauduiß hatte. Die Beunruhigungen und Erschütterungen, welche die französische Judenheit in den letzten Jahren erfahren hat, haben die Maffen empfänglicher und verständnißvoller für den religiösen Nothstand gemacht, dHsen Vorhandensein heute auch in breiten Volksschichten empfunden und anerkannt wird. Seitdem sie so jäh ander Sicherheit aufgescheucht wurden, der sie sich rückhaltslos lange Jahre hingegeben hatten, haben sie die Nothwendigkeit eines anderen Stützpunktes eingesehen, wie ihn nur ihr verkanntes Juoenthum zu gewähren vermag. Das Bewußtsein ist in großen Kreisen bislang nur als ein dunkles Ahnen und Empfinden vorhanden, aber es bricht sich doch, Gott sei Lob und Dank, täglich mehr und mehr Bahn. Verläuft diese Bewegung nicht im Sande, bleibt sie nicht auf halbem Wege stehen, sondern verwirklicht sie die Hoffnungen, welche die Gutgesinnten mit Recht daran knüpfen, so wird der französischen Judenheit aus den schweren Tagen ihrer jüngsten Bedrängniß ein großes Heil erblühen. Was sie an Macht verloren, wird sie an Kraft gewinnen. Aus der Zurücksetzung, Verkennung und Vergewaltigung der französischen Juoenheit wird das französische Judenthum frisch belebt und neu gestärkt hervorgehen, und es wird sich an ihr die alte prophetische Verheißung aufs neue bewähren: .Ti 'x ya anb itatp onx ’oy xi> or6 ivx' tok wpea rwn Die ersten Anfänge dieser Wendung zum Befferen haben sich bereits vollzogen, und das Verdienst sie eingeleitet uud ihr zum Wort verholfen zu haben, gebührt keinem Geringeren als dem Oberrabbiner von Frankreich Herrn Zadok Kahn. So wesentlich auch die religiöse Richtung des geistlichen Oberhauptes der französischen Judenheit von der unsrigen abweicht, so soll uns das doch keinen Augenblick zurückhalten dieses Verdienst voll und ganz anzuerkennen. Ja dieses Verdienst wird

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