Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 91 (16.11.1899)
- Date
- 1899-11-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XL. Jahrgav., M 91 Der Israelit. Ein Zentral-Hrgan für das orthodore Iudenthum Begründet von Br. in IXtiiini Donnerstag, den 16. November SV6V Pix sind heute in der angenehmen Lage, unseren geehrten Lesern von einer Erweiterung des Inhaltedes „Israelit" Kenntniß zu geben. Unter dem Titel: „Blätter für jüdische Geschichte und Literatur" werden allmonatlich dem „Israelit" in Stärke von mindestens einem Bogen Beilagen beigegeben werden, deren Redaction Herr Bezirksrabbiner Dr. L. Löwensteitt—Mosbach zu übernehmen die Freundlichkeit hatte. L. Löwenstein, einer der Hauptvertreter der neueren jüdischen Geschichtsschreibung, zeichnet sich sowohl in Auffindung und Benutzung echter Quellen, wie in künstlicher Gruppirung des Stoffes aus. Die von ihm zu leitenden Blätter werden daher in hervorragendem Maße geeignet sein, das Interesse aller Freunde jüdischer Gelehrsamkeit hervorzurufen. Die erste Nummer dieser Blätter wird bereits Anfang Dezember erscheinen. Eine Veränderung im Bezugspreise des „Israelit" tritt mit dieser Neuerung nicht ein. Mainz, 14. November 1899. Nedaclion des «Israelit* Leitender Artikel. Vir FriedeilSdedlilgllllM des Mkereu. (Zu wie.) Mainz, 15. November. Wir denken weder an Transvaal und England noch an Spanien und Amerika, denn wir brauchen den heimischen, jüdischen Kreis nicht zu verlassen, wenn wir die Bedingungen kennen lernen wollen auf Grund welcher auch der nummerisch Stärkere bereit ist, mit dem Schwachen in Frieden zu leben. Diese Bedingungen sind international und interkonfessionell und sind zu allen Zeiten und in allen Zonen in gleicher Weise gehandhabt werden. Knopper und vielsagender finden sie sich aber vielleicht nirgends zusammengefaßt als in unserer Sidra. Ihre Schilderung von dem Zusammentreffen der Jahrzehnte lang getrennten Brüder bleibt eine ewig unerschöpfliche Quelle der Erfahrung und Belehrung für alle Zeiten und Verhältnisse. Es ist von unseren großen Erklarern der Thora wiederholt darauf hingewiesen worden, wie die ganze Position Jakobs und Esaw's, in der sie sich damals einander gegenübergestanden, für ihre Nachkommen durch Jahrtausende hindurch dieselbe geblieben ist. Wir fügen hinzu, daß dies nicht nur für die Nachkommen Jakob'S und ihr Verhältniß zu ihren nichtjüdischen Brüdern gilt, sondern daß es auch innerhalb des JakobstammrS seine Berechtigung hat. Diejenigen, welche den Traditionen der alten Jakobsstammes folgen und diejenigen, welche mit ihren Gesinnungen unv Anschauungen an den Idolen Esaus hängen, ihre Annährung und Entfremdung, ihre Kämpfe und ihre Friedensschlüsse, sie alle finden wir in dem Zusammentreffen Jakobs und Esaws ausgeprägt, von welchem unsere Sivra erzählt. Sie berichtet uns von der Begegnung Jakobs und Esaws, von der drohenden Gefahr, daß der lange Jahre genährte Bruderzwist mit der Ermordung des Schwächeren enden Werve, und wie die Nachgiebigkeit, Versöhnlichkeit und Operwilligkeit Jakobs