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Der Israelit · 1899-11-13 · Heft 90 (13.11.1899) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 90 (13.11.1899)
Date
1899-11-13
Page
– (sequence 13)
Language
German
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1881 Heimtückisches, er sei kühn und frech während des hellen Tages auf einem Wege, wo die Leute zu gehen pflegen, verübt worden; er fei ein Meuchelmord von besonderer Grausamkeit, er sei in Eile, ja sogar in größter Eile geschehen. Dagegen habe ich aus der Beschreibung des Fundortes und aus den gefundenen Gegenständen den Eindruck, daß der Ort um die Leiche herum mit den der Ermordeten gehörigen Gegenständen direkt herausfordernd bestreut worden ist. Nicht nur, daß zur Eile die schon erwähnte Zusammenlegung der Tücher und die Zuknöpfung des Rockes nicht paßt, wie wird bei davoneilenden, dabei kühnen und frechen Mördern erklärt, daß sie auf einen Ort den Korb, in einiger Entfernung das Portemonaie, wieder weiter diese zwei zuammengelegten Tücher u. s. w. gelegt haben? Solche Mörder hätten gewiß die Sachen, wenn sie schon die Leiche nicht bester verborgen haben, einfach so liegen lasten, wie es sich ereignet, oder sie hätten die Sachen weggeräumt, wenn wieder darauf Gewicht gelegt wird, daß sie einen durchdachten Plan hatten. Ritualmörder und schließlich Mitglieder einer geheimen Sekte hätten sich selbstverständlich geheim benommen, wenn sie einen bestimmt durchdachten Plan hätten. Aber was für ein Geheimniß sollte da sein, wenn der Ort des angeblichen Ueberfalles von Polna selbst gut sichtbar ist? Und könnte man nicht nach Polna hören? Zu einem Geheimniste und durchdachlen Plane paßt es auch nicht, daß die angeblichen Mörder, wie es die Anklage beweist, zu dem Orte ihres Verbrechens direkt spornstreichs, nota bene durch die Stadt am Hellen Tage gelaufen sind." Nach einer energischen Zurückweisung des Ritualmordmärchens überhaupt bemerkt Mafaryk sehr treffend: „Unschuldiges Chriftenblut stände einer geheimen Sccte in großen Städten bis zum Ueberfluffe zur Verfügung, wo Hunderte und Hunderte von Menschen unbekannt sind und deren Verschwinden Niemanden auffallen würde. Erinnern wir uns nur an den Brand des Wiener Ringtheaters. Hunderte von Personen sind dort verbrannt. Allein wie groß, gerade überraschend groß war die Zahl der Verschollenen und unbekannten Opfer dieser Feuersbrunst, um die sich Niemand meldete. Wenn ich von einem Ritualmord höre, so erinnere ich mich immer an diese Erfahrung — Ritualmördern würden ihren Mord an Menschen begehen, um die sich sicher Niemand kümmern würde." Den Schlnß der Broschüre bildet eine eingehende Kritik der Zeugenaussagen. In einzelnen fänden sich Dinge, die zu Zweifeln und zur weiteren Nachforschung geradezu herausfordern. „Diese Nachforschung und Untersuchung," schließt Professor Masaryk, „wird sich von den sorgfältigen Analysen der Facten leiten lasten müssen, von der auch ich mich leiten ließ. Daß es aber zur Revision kommen wird und kommen muß, daran zweifle ich nicht." «*- Anzeigen. -M» folgende» Ldeil ist die Red actio» «icht veravtworWI Offene Stelle. Am 1. April 1900 kann die hiesige Cautor- und Religions - Lehrerstelle, mit Mk. 900 Gehalt, fr. Wohnung, freie Heizung, fr. Benutzung eines Bettes u. noch einigen Nebeneinkünft. von ein. jung., unverheiratheten Kandidaten besetzt werden, eniff zugleich sehr erwünscht. Bewerbungen mit Zeugnissen, oder deren beglaubigte Abschriften, sieht entgegen [7635 Der Vorstand: Löb Stern, Homberg (Oberhessen). Aknche zum 15. Dezember, bei hohem Salair, ein mit der bürgerlichen Küche durchaus vertrautes, properes Mädchen, Zweitmädchen vorhanden. Frau Adolf Gottsteiu, Oberhausen, Rheinl.s7615 Lin wohlthuendes Gefühl ist der Genuß einer feinen Taste Kaffee. Eine solche liefert «nvestritten der auf allen beschickten AuS stellnngen preisgekrönte Lossmruw's gebr. Java-Kaffee, a 60, 65, 70, 75, 80, 85, 90 u 95 Pfg per Pfund-Packet. Mache jede HanSsran einen Versuch. Kin jg. Mädchen, a. b. Fam., zur Erlernung d. Haushalts, ohne gegens. Vergütung, gesucht. Eintritt n. Wunsch. Offerten an Emil Wolff, Wattenscheid i. W. [7025 Mädchen zu einem dreijährigen Kinde gesucht. [7624 «. Epstein, Bingen a. Nh. Aräul. i. Schneid. u.Handarb. ö geübt, s. isst a. Stutze. Off. u. N. 1337 an Haasenstein u. Vogler A.-G., Cassel. [292b Ein tüchtiger Mehgergeselle sucht per sos. Stelle in ein. Metzgerei oder Wurstlerei. Off. u. <4. A. 7226 a. d. Geschäftsstelle dieses Blattes. Bür mein Manufacturu. Confecrtonsgeschäft suche ich per sofort einen jungen Commis, mit schöner Handschrift, als Verkäufer u. Comptoirist. Nur branchekund. Bewerber wollen sich melden. [7629 E. Rothschild. Lohr a. M. Jsr. Lehrcri», die vor Kurzem Examen bei bad. Schulbehörde bestand, sucht pass. Stelle in Schule oder Familie. Offert, unter 7630 an die Geschäftsstelle dss. Blattes. Ein Mädchen vom Lande wird gesucht, das Kochen und alle Hausarbeiten verrichten kann, für aufs Land. Offerten unter 7621 an die Geschäftsstelle dieses Blattes.

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