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Der Israelit · 1899-11-06 · Heft 88 (6.11.1899) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 88 (6.11.1899)
Date
1899-11-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XL. Jahrgang. M 88 Der Israelit. Ein Hentrat-Hrgan für das orthodore Iudenthum. Begründet von Di. Ye|m«nn in VUminy Montag, de« 6. November 5660 (1899), Leitender Artikel. Die Versorgung unserer Kinder. in. Mainz, den 5. Nov. Die Schwierigkeiten, welche sich der Versorgung unserer Kinder entgegen stellen, sind materieller und ideeller Natur. Es handelt sich darum, unsere Kinder in einer Weise zu versorgen, daß ihnen ihre irdischen, leiblichen und zeitlichen Bedürfnisse befriedigt werden können, daß sie aber in erster Reihe eine solche Zukunft begründen, welche ihnen die höheren ewigen Lebensgüter, die Erfüllung der Thora und ihrer Satzungen verbürgt. In erster Reihe! So verlangt es die jüdische Sitte und Lebensanschauung, welche bei jeder Eheschließung auf bvnm ntro m aus das Gesetz Moses und Israels dringt, welche in unseren Kindern — ura caa — die Bausteine für den "iy ny p», für den in die Ewigkeit reichenden Bau der Gesamrntmenschheit erblickt. Viele kurzsichtige Eltern glauben nun ihr Kind versorgt, wenn sie das ihrige gethan haben, um diese irdische, leibliche Existenz sicher zu stellen. Die andere Seite, die Rückficht auf das spezifisch jüdische Element geht dann oft ganz leer aus, oder wird nur insofern auch in den Kreis der Erwägungen gezogen, als ste die Sicherung der körperlichen Sicherstellung nicht beeinträchtigt. Und doch können Eltern nie für das körperliche Wohl ihrer Kinder vollständig aussorgen, wenn sie ihm auch alle Opfer bringen. Es kann Jemand wohl seinem Kinde Vermögen an Geld und Gut hinterlassen und ihm Millionen durch eine Verheirathung zuwenden, aber daß ihm diese Stütze nun auch verbleibe, daß sie ihm zum Segen und nicht zum Fluche gereichen, dar liegt nicht in der Macht der Eltern. Weil alles Mühen und Sorgen an dieser Thatsache nichts ändern kann, gehen einstchtige Eltern auch nicht in dieser Sorge auf. Sie sagen sich, daß sie auch damit füglich auf Gottes Gnade und Seinen Beistand angewiesen sind, und legen daher den Schwerpunkt ihres Thuns und Laffens auf eine Erziehung ihrer Kinder, die ihnen diesen Beistand für alle Zeit möglichst fichert. Eine „gute Parthie" ist nach dieser Anschauung eine ganz andere, als was sie nach der landläufigen Annahme ist. Wenn es uns gelänge, unseren Kindern durch ihre Verheirathung Millionen zuzuführen, dieselben aber wären durch Entweihung des Sabbat und der Feiertage verdient, oder es klebte an ihnen die Thräne und der Fluch listig Uebervortheilter, so wäre das ganz gewiß keine gute Parthie und unsere Kinder wären mit Nichten versorgt. Wären aber die zur Gründung eines Hauses Schreitenden arm an peeuniären Mitteln, sie trügen aber ihren Werth in sich statt in ihrem Gelde, das man leichter verlieren als erringen kann, sie wären ferner beiderseits ausgestattet mit der Kraft der Jugend, mit dem Frohsinn und dem Selbstvertrauen, das in dem Vertrauen auf Gott wurzelt und in dem treuen, festen Vorsatz Seinem Willen gemäß zu leben, so hätten sie alles gethan, was Menschen zur Sicherung ihres Wohlstandes thun können. Es gehört doch nicht allzuviel Scharfsinn dazu, die Überschätzung von Geld und Gut auf ihr richtiges Maß zurückzuführen und den Vorzügen des Geistes und Herzens, die sich der Fügung Gottes unterstellen, zu ihrem Recht zu verhelfen. Diejenigen, welche in einer reichen Mitgift, in einer glänzenden Ausstattung und in einer „gesicherten Position" alle Bedingungen erfüllt glauben, die zur Versorgung unserer Kinder

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