Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 86 (30.10.1899)
- Date
- 1899-10-30
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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1800 von der Schußwaffe Gebrauch zu machen. Nach einer Meldung der „Moravska Orlice" wurden durch die Kugeln der Gendarmerie drei Personen sofort todt niedergestreckt, fünfzehn Andere theils schwer, theils leichter verletzt. Um Mitternacht brachte ein Sonderzug eine Compagnie Infanterie aus Walachisch- Meseritsch nach Wsetin. Auch Bezirkshauptmann Baron Klein traf mit diesem Zuge dort ein. Heute ist eine zweite Compagnie Infanterie in Wsetin angekommen. Ternesvar, 8. Oct. Die hiesige Gemeinde beabsichtigt, an Stelle des jetzigen schon baufälligen Beihauses einen neuen Tempel zu erbauen. Zu diesem Zwecke haben die Gemeindemitglieder rund 2000 fl. gegeben, einein loco Temesvar durchgeführte Sammlung hat 1200 fl. ergeben; der hiesige Stadtmagistrat hat 500 fl. bewilligt und den Rest des Erforderniffes möchte die Gemeinde durch eine vonr Ministerium auf drei Monate bewilligte Sammlung im Königreiche zusammenbringen. Da in der Gemeinde keine geeigneten Personen vorhanden sind, welche die Mühen dieser Sammlung hätten übernehmen können, hat sich der Gemeindevorstand veranlaßt gesehen, den Gemeinde-Rabbiner, Herrn Joachim Löwy, hiermit zu betrauen. In Würdigung der Umstände und anläßlich des heiligen Zweckes, hat der genannte Herr Rabbiner mit Hintansetzung aller persönlichen Rücksichten es in der selbstlosesten Weise auf sich genommen, diese Sammlung durchzuführen und hat bereits am 4. d. M. nach Empfangnahme des vom hiesigen Magistrate auf Grund der ministeriellen Bewilligung ausgestellten Sammelbuches, hiermit begonnen. In Anbetracht des Umstandes, daß die obige Gemeinde schon seit circa 20 Jahren mit einer unvergleichlich größeren Status guo-Gemeinde hier zu kämpfen hat, welch' letztere ohne Unterlaß mit allen möglichen Mitteln auf die Vernichtung der orthodoxen Gemeinde hinarbeitet, und daß es nebst der göttlichen Hilfe nur dem rastlosen Eifer und dem mannhaften Auftreten unseres hochverehrten Herrn Rabbiners zu danken ist. wenn unsere Gemeinde diesen ungleichen Kampf bestehen konnte, ferner in Berücksichtigung dessen, daß der geplante Tempelbau, welcher der alleinigen Initiative unseres hochgeachteten Herrn Rabbiners entspringt, zur Sicherung und Festigung des Bestandes der Gemeinde wesentlich beizutragen berufen sein wird, erlaubt sich das Tempelbau-Komitee an den hohen Sinn der Leser des „Israelit" zu appelliren, damit auch diese, und namentlich die große Zahl der ungarischen Leser desselben, unserem Baue Förderung angedeihen lassen. Der Gefertigte erlaubt sich noch beizufügen, daß unsere Gemeinde im ganzen Banate (Süd-Ost- Ungarn, umfassend die Comitate Temes, Torontal, Kraffo-Szöreny und Arad) die einzige orthodoxe ist, daß dieselbe vor kaum drei Jahren für den ansehnlichen Betrag von 5000 fl. ein rituelles Bad gebaut hat und mit Rücksicht auf ihre im Anfänge sehr geringe Mitgliederzahl, trotz des Kampfes mit der Status quo-Gemeinde, gegenwärtig bereits über 60 zahlende Mitglieder hat. Für das Temesvar-Fabriker aut. orth. ,isr. Tempelbau-Komitee: Alois K o h n, Schriftführer. Personalien. Elberfeld, 21. Oct. Am 2. October verschied zu Arolsen in Waldeck Herr Kovvel Schönstadt im vollendeten 80. Lebensjahre. In ihm verliert nicht nur die Cultusgemeinde ein treues, frommes Mitglied, jederzeit bereit, die Interessen der Gemeinde zu fördern, sondern auch die Armen einen wahren Freund und Helfer, denn er hatte für sie stets eine offene Hand. In reichstem Maße flössen seine Gaben den Nothleidenden. In seiner letztwilligen Bestimmung gedachte er noch durch ein Vermächtniß deS Waisenhauses zu Paderborn. Sein Andenken wird für die dortige Gemeinde unauslöschbar sein. n"3mn.L. W, > Vermischtes. Aus Württemberg Dem Oberkirchenvorsteher und Vorstand des Israel. Waisenhauses Eßlingen, Herrn M. H. Goldschmidt aus Stuttgart, wurde von Seiner Majestät König Wilhelm II. anläfjlidj des Geburtstages Ihrer Majestät der Königin Charlotte der hohe Olgaorden gnädigst verliehen. Mülhausen i. E., 28. Oct. Am Sabbat Varschot chajesara wurde durch Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Struck aus Solothurn die hiesige Chewra machsike hadaß eingeweiht Herr Benedikt Weil! überließ zu diesem Zwecke dem Vereine sein Betlocal. Ein ausführlicher Bericht wird später folgen. Manchester. Auch unsere große Fabrikstadt wird nächstens einen jüdischen Lord Major haben. Dr. Dreyfus, der den Bezirk Bradfor Ward im Stadtrath vertritt, hat die besten Chancen zum ersten Bürgermeister gewählt zu werden. Briefkasten der Redaktion. Der verehrlichen Redaktion der „Corriere Ioraelitico“ in Triest theilen wir hierdurch mit, daß die im verflossenen Sommer im „Israelit" aus Florenz abgedruckte Corrcspondeuz über die geringe Zahl der Talmudgelehrten in Italien nicht von Herrn Oberrabbiner Margulies in Florenz ist. Lehm. in Lau. r In welcher Stadt in Galizien Lehrer Glaser, der Bittgesuche versendet, wohnt, ist uns nicht bekannt. — Der 29. Januar 1887 war der vierte Schebat 5647. Der Knabe liest frO. Jbri: Ein sehr ausführlicher, auf die von Ihnen berührten Verhältnisse eingehender Brief kam bald unbestellbar zurück. Wollen Sie uns nun Ihre genaue Adresse angeben, damit wir Ihnen ihn nochmals zugeben laffen-können. Zionist H. in F.: Der aus der „Allg. Jüd. Zeitung" in Pest s. Z. in den „Israelit" übergegangene Bericht über die Versammlung zionistischer Rabbiner in Wilna, ist bereits diesen Sommer noch von Basel aus, durch einen Thetl nehmer der betr. Vesammlung, Herrn Benjacob aus Wilna, richtig gestellt worden. Die „große Genugthuuug" der „Welt" über ein ihr jetzt zugegaugenes Eingesandt ähnlichen Inhaltes, kommt daher etwas verspätet.