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Der Israelit · 1899-10-30 · Heft 86 (30.10.1899) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 86 (30.10.1899)
Date
1899-10-30
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XL. Jahrgang. M 8« Der Israelit. Kenlrak-Hrgan für das orlhodore Iudenlhum. Begründet von Dr. fe$mnnn tu Qttini Montag, de« 30. October 5660 (1SVS). Leitender Artikel. Die Versorgung unserer Kinder. i. Mainz, den 39. Oct. Die Versorgung unserer Kinder, d. h. die letzte aller Erziehungssorge, welche darauf gerichtet ist, unsere^Liebespfänder durch Gründung eines eigenen Hauses von der Leitung der Eltern unabhängig und selbstständig zu machen, ist von einsichtigen Eltern wohl zu jeder Zeit als eine der schwersten empfunden worden. Wenn dies von allen Eltern aller Zeiten gilt, so ist dies doppelt und dreifach bei jüdischen Eltern in unseren Tagen der Fall. Gewiß nicht umsonst erzählt uns Gottes Wort die Art und Weise bis in die kleinsten Details, mit welcher die Stammväter des jüdischen Volkes dieser Pflicht gerecht wurden. Wer sollte auch besser diese letzte Klippe kennen, an welcher das Erziehungswerk vieler Jahre so unsäglich oft scheitert, als Gottes liebende Wahrheit, die das Vaud gewoben hat, welches Kinder und Eltern in Liebe einig verbindet und die uns daher die Ahnen als Vorbild dafür hinstellt, wie diese Gefahren zu überwinden sind. Vielleicht sind die Schwierigkeiten und Hindernisse, welche sich der Versorgung unserer Kinder entgegenstell^n, die Prüfung, welche den Erziehern und den Erzogenen die Vollendung oder die Mangelhaftigkeit des ganzen Erziehungswerkes zum Bewußtsein bringen will! Wie viele Ettern, die ihre Kinder von früher Jugend an, für ein wackeres, pflichttreues, jüdisches Leben erzogen haben, die keine Opfer scheuten, um ihre Kinder zu wahren Juden und Jüdinnen heranzubilden, haben diese letzte Prüfung nicht bestanden, indem sie ihre Söhne mit unjüdisch erzogenen Töchtern verheiratheten und ihre Töchter Männern anvertrauten, deren Leben sich in ganz anderen Bahnen bewegt, als diejenigen sind, in welchen sich ein gottgetragenes jüdisches Leben vollzieht. Die Eltern, die zu solcher Verbindung die Hand boten, fühlen den Widerspruch, in dem sich ihr ganzes bisheriges Leben mit dem nun zu beginnenden ihrer Kinder befindet. Aber sie finden sich seufzend und klagend damit ab, daß. die Verhältnisie stärker seien als der gute Wille eines einzelnen Familenvaters, daß eS in unserer Zeit so überaus schwierig sei, sein Kind standesgemäße und zugleich auch dem Iudenlhum gemäß zu versorgen und bei hundert Elternpaaren siegt neunundneunzig mal die Zeit mit ihren berechtigten und unberechtigten Anforderungen über die Ansprüche, die das Judenthum bei der Versorgung der Kinder geltend macht. Die große Schwierigkeit, der Anforderung unseres Religionsgesetzes heutzutage unverkürzt bei der Versorgung unserer Kinder Rechnung zu tragen, soll gewiß nicht in Abrede gestellt werden. Aber es darf nicht verkannt werden, daß diese Schwierigkeiten, so ernst und so vielfach sie auch sein mögen, doch nicht an diejenigen heranreichen, die sich dem ersten jüdischen Vater entgegen stellten, als er ein Weib für seinen Sohn suchte. Werfen wir einen Blick auf den ausführlichen Bericht, den das in unseren Gotteshäusern in diesen Tagen verlesene Thorawort darüber enthält. Derselbe leitet mit dem Satze ein: .^22 D!T12K J18 “p2 "N LD'2 82 spl VN2281 „Abraham war alt geworden, war in die Tage gekommen und Gott hatte Abraham mit allem gesegnet. Da sprach Abraham zu seinem Knechte, dem Aeltesten seines Hauses, der über alles Seine waltete, lege doch deine Hand unter meine Hüfte, ich will dich bei Gott, dem Gotte des Himmels und Gott der Erde schwören lassen,

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